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Der Juli war einer der heissesten seit 150 Jahren

Von Mahmud Tschannen. Aktualisiert am 30.07.2010 5 Kommentare

Der Juli 2010 gehört zu den fünf heissesten seit Beginn der Messreihe im Jahr 1864. Die Temperaturen lagen dieses Jahr um drei Grad höher als im Durchschnitt. Das passt bestens zum Klimatrend der letzten 20 Jahre.

Der diesjährige Juli passt ins Bild: Durschnittstemperaturen im Sommer seit 1864.

Der diesjährige Juli passt ins Bild: Durschnittstemperaturen im Sommer seit 1864.
Bild: Meteo Schweiz

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Wie das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie heute schreibt, herrschte bis zum 16. Juli hochsommerliches und sehr sonnenreiches Wetter. Insgesamt war die erste Julihälfte sogar rund fünf Grad wärmer als üblich.

Die höchsten Temperaturen im Juli konnten in Basel und Delémont mit 35,7 Grad gemessen werden. Wie Meteo Schweiz weiter schreibt, sind aber keine absoluten Hitzerekorde erreicht worden. Oberhalb von 900 Meter wurden nur in Graubünden und im Wallis vereinzelt Temperaturen über 30 Grad registriert.

Viel Regen, aber auch grosse Trockenheit

Neben den hohen Temperaturen waren auch die heftigen Gewitter für den Juli 2010 charakteristisch: Am 10. Juli beispielsweise traten Hagelgewitter im Jura und im Gebiet von Saanen bis ins Entlebuch und nach Luzern auf. Auch kam es zu starken Windböen, in Wädenswil etwa wurden Windgeschwindigkeiten von 110 km/h gemessen.

Extreme Trockenheit gab es im Juli ebenfalls. Etwa im westlichen Mittelland, das von den Gewittern weitgehend verschont wurde. Auch im Tessin und im Wallis fiel teilweise sehr wenig Niederschlag. In einigen Regionen entstand dadurch akute Waldbrandgefahr.

Ohne Wetterumschwung wäre es noch wärmer gewesen

Ab Mitte Juli kam es schliesslich zu einem Wetterumschwung. Zuerst gingen am 17. und 18. Juli die Temperaturen um etwa 5 Grad zurück. Vom 19. bis 21. Juli folgte nochmals heisses Wetter. Am 22. Juli leiteten dann aber Gewitter und kräftige Regengüsse ein kühles und in der Deutschschweiz regenreiches Monatsende ein. Wie Meteo Schweiz bilanziert, konnte bis zum 29. Juli ein Wärmeüberschuss von etwa drei Grad festgestellt werden. In der Region Lugano lagen die Temperaturen sogar 3,5 Grad über dem Schnitt, was den Juli 2010 zum zweitwärmsten im Tessin seit Messbeginn 1864 macht. Einzig der Juli 1928 war in der Südschweiz noch wärmer. Auf der Alpennordseite waren nur die Julimonate 2006 und 1983 deutlich wärmer.

Die Temperaturen werden wärmer – in allen Jahreszeiten

Auf die Frage, ob der Juli 2010 ins Bild des allgemeinen Klimawandels passt oder nur zufällig über dem Schnitt lag, sagt der Klimatologe Thomas Schlegel von Meteo Schweiz, dass nicht nur der Juli überdurchschnittlich warm war, sondern auch der Monat davor: «Dass der Juni auch wärmer war als der längjährige Schnitt, ist einfach niemandem aufgefallen, da es oft bedeckt war. Aber die Temperaturen lagen auch im letzten Monat ein bis zwei Grad über dem Durchschnitt.»

Die höheren Durchschnittstemperaturen seien zudem nicht nur im Sommer feststellbar. «In den letzten 20 bis 25 Jahren lagen die Durchschnittstemperaturen in allen Jahreszeiten nachweisbar höher. Dass einige Menschen nichts vom Klimawandel merken, liegt an der Variabilität des Wetters. Das ist ein Charakteristikum unserer Klimazone», so Schlegel weiter. Der Juli 2010 zeige das sehr schön. Temperaturschwankungen zwischen 5 bis 10 Grad seien nicht ungewöhnlich gewesen. Der Klimawandel als Trend werde durch diese Variabilität nicht in Frage gestellt. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.07.2010, 17:15 Uhr

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5 Kommentare

Alexej Buergin

30.07.2010, 19:10 Uhr
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Für den Klimawandel ist die Temperatur der ganzen Erde massgeblich, und seit 1979 hat man Messungen durch Satelliten. 2010 war ein El Niño-Jahr (dazu gab es an dieser Stelle vor einem Jahr einen guten Artikel), was zu erhöhten Temperaturen führt. Dasselbe gilt für 1998. Der Trend von Februar 1998 (Maximum) zu Juli 2010 (Maximum) beträgt weniger als 0,04°C pro Dekade. Kein signifikanter Anstieg. Antworten


christoph schweizer

30.07.2010, 19:18 Uhr
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...und ganz bestimmt sind die Ursachen natürliche Phänomene, irgendwelche Sonnenaktivitäten oder furzende Kühe. Keinesfalls und ganz sicher nicht unser Konsumverhalten - oder..? Antworten



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