Panorama
Die Kapellbrücke soll wieder bildschön werden
Von David Schaffner, Luzern. Aktualisiert am 22.01.2009
Die Nachricht schlug diesen Sommer in Luzern ein wie eine Bombe: Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hatte der Stadtrat entschieden, die Kopie eines weltberühmten, jedoch vor 16 Jahren verbrannten Kulturschatzes abzulehnen und nicht wie angeboten auf der Kapellbrücke auszustellen. Konkret ging es um eine Reproduktion der drei historischen Bilderzyklen, die bis zum Brückenbrand auf dem Luzerner Wahrzeichen hingen und die der Luzerner Rechtsanwalt Jost Schumacher für zwei Millionen Franken kopieren liess.
Nach intensivem Druck der Öffentlichkeit und zwei Vorstössen im Stadtparlament ist der Stadtrat gestern zurückgekrebst. Er ist nun bereit zu prüfen, ob die Stadt die 146 Kopien auf der Brücke aufhängen soll. Bisher hielt sich die Regierung an eine Empfehlung der Denkmalpflege, die nur Originalbilder zulassen wollte. Die ursprünglichen Bilderzyklen galten als Denkmäler von nationaler Bedeutung.
Lücken erinnern an den Brand
Der Stadtrat begründet seinen plötzlichen Schwenker mit der öffentlichen Meinung. Er sei sich bewusst, dass die Kopien während einer Ausstellung in der Luzerner Kornschütte weite Kreise der Bevölkerung bewegt hätten. Deshalb wolle er nun veranlassen, dass die Denkmalpflege künftig erlaube, die Bilder aufzuhängen.
Heute hängen auf der Kapellbrücke einige Originalbilder, die das Feuer mehr oder weniger beschädigt überstanden. Anstelle der 86 zerstörten Bilder sind andere historische Werke zu sehen, die nicht zu den ursprünglichen Zyklen gehören. Und viele Lücken, die an den Brand erinnern sollen.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 22.01.2009, 09:03 Uhr
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