«Diese Regenzellen sind unprognostizierbar»

Bäche statt Strassen, Keller unter Wasser: Der kräftige Regen im Kanton Schwyz kam überraschend. Meteorologe Klaus Marquardt sagt, was passiert ist und wie es nun weitergeht.

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In Pfäffikon SZ stehen Keller unter Wasser, auf dem Zürichberg gab es in der Nacht massive Niederschläge. Herr Marquardt, wie ist die Situation heute Morgen?
Die Lage hat sich beruhigt. In der Zentralschweiz und der Gotthardregion gab es in der Früh noch letzte Niederschläge. An der Grosswetterlage hat sich aber nichts geändert. Im Alpenraum gibt es nach wie vor schwülwarme Luft, die labil geschichtet ist. Durch die Tageshitze bilden sich entlang der Alpen und am Jura Regenzellen. Weil der Höhenwind im Moment ziemlich schwach ist, bleiben die Zellen mitunter bis zu einer Stunde lang an Ort.

War das der Grund für die Überschwemmungen im Kanton Schwyz?
Genau. Bläst in der Höhe ein kräftiger Wind, ist ein solcher Schauer manchmal schon nach ein paar Minuten wieder vorbei. Fehlt dieser Höhenwind, regnen die Zellen an Ort aus. Ein paar Hundert Meter Distanz machen dann den Unterschied aus, ob es schüttet oder trocken bleibt.

Auf dem Zürichberg wurden in der Nacht starke Niederschläge registriert. Wie ist die Wetterlage in der Region?
Ähnlich. Auf dem Zürichberg hatten wir bis heute Morgen 60 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, beim Flughafen in Kloten waren es nur 14. Auf kleinem Raum gibt es sehr grosse Unterschiede, und das lässt sich schwer voraussehen. Solche lokalen Regenzellen sind praktisch unprognostizierbar. Das Wetter entsteht im Moment direkt vor Ort. Dass auf dem Zürichberg so grosse Niederschlagsmengen registriert wurden, ist Zufall. Wahrscheinlich hat es in der Nähe ähnlich stark geregnet, aber es hat halt nicht überall Messstationen.

Wie ist die Prognose für diese Woche mit Blick auf den 1. August?
Morgen früh gibt es noch eine schwache Störung mit etwas Regen. Tagsüber bleibt es wechselhaft mit etwa 25 Grad. Am Donnerstag stabilisiert sich die Wetterlage, es wird wärmer, die Wahrscheinlichkeit für Niederschlag nimmt ab. Der Freitag sollte dann richtig schön werden mit viel Sonne und rund 28 Grad. Der Samstag präsentiert sich ähnlich, bevor dann am Sonntag wieder Gewitter aufziehen. Für den 1. August sind die Modelle noch uneins. Es dürfte warm werden mit Chancen auf Gewitter. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 26.07.2016, 10:13 Uhr

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