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Drei Meter hohe Wellen erwartet

Aktualisiert am 29.10.2012 45 Kommentare

Hurrikan Sandy steuert auf die Ostküste der USA zu. In New York bleiben Schulen und Bahnhöfe geschlossen. Hamsterkäufe führen in den Läden zu Engpässen. Der Gouverneur von New Jersey sagte: «Haut ab.»

1/30 Die Ordnungshüter versuchen, Präsenz zu markieren: Ein Wagen der Hafenpolizei in der Nähe des Flughafens Teterboro in New Jersey. (30. Oktober 2012)
Bild: Reuters

   

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Wassermassen in North Carolina: Das Video zeigt ein überschwemmtes Wohnhaus in Rodanthe. (Video: Storyful)

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(Quelle: Storyful)

Tausende Menschen bereiten sich auf die Evakuierung in New York vor: Sandy steuert auf die Metropole zu. (Video: Reuters )

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Katastrophenstimmung statt Wahlkampfendspurt: Ein Hurrikan auf Kollisionskurs mit zwei winterlichen Wetterfronten droht in der Nacht auf Morgen mit bis zu 3,30 Meter hohen Flutwellen auf die US-Ostküste zu treffen und Tod und Verwüstung in ein von 50 Millionen Menschen – gut einem Sechstel der US-Bevölkerung – bewohntes, dichtbesiedeltes Gebiet zu bringen.

Hurrikan Sandy hat bereits bei seinem Zug durch die Karibik 65 Menschen in den Tod gerissen. In den USA – im Zentrum seine Weges liegen New York City, New Jersey und Long Island – wird er nach Prognosen der Meteorologen auf zwei winterliche Wetterfronten prallen, was seine Wirkung noch zu einem bisher noch nicht da gewesenen Monstersturm verstärken könnte.

Sandy wurde von den Meteorologen als Hurrikan der höchsten Kategorie 1 eingestuft, in seinem Zentrum würden Windgeschwindigkeiten von bis zu 280 km/h erreicht. Da zur Zeit auch noch Vollmond ist, könnten New York City, Long Island und das nördliche New Jersey im Zusammenspiel mit den Gezeiten von einer bis zu 3,30 Meter hohen Flutwelle getroffen werden. «Das ist das Worst-Case-Szenario», sagte ein Experte der Nationalen Ozeanischen und Atmosphärischen Behörde (NOAA), Louis Uccellini.

«Seid nicht dumm»

Präsident Barack Obama und sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney sagten angesichts der drohenden Katastrophe Wahlkampfauftritte ab. Obama besuchte die Katastrophenschutzzentrale in Washington und kündigte eine umfassende und unbürokratische Hilfe an. Für sechs Staaten – Massachusetts, Connecticut, Rhode Island, New York, New Jersey und Pennsylvania – rief er den Ausnahmezustand aus.

Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg ordnete gestern die Evakuierung niedrig liegender Stadtteile an. Wer sich nicht in Sicherheit bringe, gefährde nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das der Menschen, die dann zu Hilfe eilten, sagte Bloomberg. Der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, sagte: «Seid nicht dumm. Haut ab.»

7600 Flüge gestrichen

Auch der Leiter der Katastrophenschutzbehörde Fema, Craig Fugate, rief die Bevölkerung eindringlich auf, gefährdete Gebiete zu verlassen. Die Zeit des Redens und der Vorbereitungen sei abgelaufen. «Die Leute müssen jetzt handeln», sagte Fugate. Experten zufolge könnte der befürchtete Megasturm in einem 1300 Kilometer breiten Streifen von der Ostküste bis zu den Grossen Seen Chaos anrichten.

Fluggesellschaften strichen in dem Gebiet nach Angaben des Internetdienstes FlightAware bis heute mehr als 7600 Flüge, auch viele Verbindungen von und nach Deutschland waren betroffen. Die Eisenbahngesellschaft Amtrak stellte den Passagierbetrieb im Nordosten der USA ein.

Panikkäufe

In New York, Philadelphia, Washington, Baltimore und Boston bleiben die Schulen geschlossen. Notunterkünfte wurden geöffnet. Die New Yorker U-Bahn stellte gestern den Verkehr ein, normalerweise betriebsame Bahnhöfe wie die Central Station sind verwaist. Auch in Washington und Philadelphia ist der U-Bahn-Verkehr stillgelegt. Der Parketthandel an der New Yorker Aktienbörse bleibt geschlossen.

Hamsterkäufe führten zu Engpässen: Viele Supermärkte an der Ostküste waren ohne Wasser. Auch Batterien und Lebensmittel in Dosen wurden knapp. «Eine Palette Wasser haben wir noch im Lager», sagte ein Mitarbeiter eines Supermarktes in Reading in Pennsylvania. «Aber die Leute kaufen auf Vorrat. Kaum einer, der nicht zwei Kartons mit Wasserflaschen in seinem Wagen hat.»

Schiff in Seenot

Die US-Küstenwache hat 14 Menschen von einem vor der US-Küste durch den Hurrikan Sandy in Seenot geratenen Grosssegler gerettet. Zwei Mitglieder der Mannschaft würden noch vermisst, teilten die Rettungskräfte mit. Insgesamt befanden sich demnach 16 Menschen an Bord der «HMS Bounty». Zuvor hatte die Küstenwache von 17 Besatzungsmitgliedern berichtet.

Der Grosssegler ist eine Nachbildung eines historischen Segelboots aus dem 18. Jahrhundert, das durch eine Meuterei 1789 bekannt wurde. Die tragische Geschichte wurde literarisch und filmisch unter dem Titel «Meuterei auf der Bounty» bekannt. Die HMS Bounty war vergangene Woche von Connecticut in Richtung Florida aufgebrochen. Rund 200 Kilometer vor der Küste von North Carolina war das Schiff laut Angaben der Reederei in Seenot geraten. (fko/wid/dapd)

Erstellt: 29.10.2012, 11:50 Uhr

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45 Kommentare

Rene Wetter

29.10.2012, 06:51 Uhr
Melden 151 Empfehlung 26

Die Haeuser sind in NY nicht das Problem wohl aber die vergammelte Infrastruktur zu der auf Strommasten gehoeren. Das passiert wenn man dort spart um die Steuern zu senken. Antworten


Marcel Senn

28.10.2012, 19:31 Uhr
Melden 178 Empfehlung 59

In früheren Artikeln wurde doch noch vermeldet, dass die New Yorker Börse alle Mittel in die Wege leiten wollen, damit der Handel unter allen Umständen aufrecht erhalten werden kann. - Ist eigentlich ziemlich surreal - da drohen heftigste Naturgefahren und die Jungs an der Wallstreet denken einfach nur ans weiterzocken.
Sollen doch die Börse einfach ein paar Tage schliessen -ohne OeV. geht eh nix
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