Panorama
«Ein Sozialdemokrat, der viel trinkt»
Von Christian Liechti. Aktualisiert am 08.03.2010 9 Kommentare
Den Samstagabend vor einer Woche möchte der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät am liebsten vergessen. Nach dem YB-Heimsieg gegen Meister Zürich feierte er im Berner Luna Llena kräftig mit den YB-Fans. Dabei liess er sich zu wüsten Liedern hinreissen, mit deren Refrain er die Alt-Bundesräte Christoph Blocher (SVP) und Samuel Schmid (BDP) diffamierte.
Seit Bernerzeitung.ch den Auftritt von Tschäppät publik machte, übt sich der Stadtpräsident in Schadenbegrenzung. In langen Interviews im Fernsehen und Radio entschuldigt er sich für «sein ungeschicktes und unbedachtes Handeln». Am Liebsten wäre ihm, wenn die ganze Angelegenheit schnell versanden würde.
«Tschäppät hat sich nicht im Griff»
Vergessen ist Tschäppäts Auftritt aber noch lange nicht, denn nun wärmt der angefeindete Christoph Blocher in seinem Web-TV die Geschichte wieder auf. In der 131. Sendung von Teleblocher bezeichnet der Alt-Bundesrat Tschäppät als «einen Primitivling». Damit nicht genug, Blocher unterstellt dem Stapi ein Alkoholproblem: «Er ist ein Sozialdemokrat, der viel trinkt. Wenn er in den Alkohol gerät, hat er sich nicht im Griff.» (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.03.2010, 17:27 Uhr
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9 Kommentare
@markus marti: Schon vor 20 Jahren haben gewisse Genossen der SP Baselland in angeheiterter Stimmung einen "Fleischkäse"-Song zum besten gegeben. Dieser verspottete die fahle Gesichtsfarbe eines noch heute amtierenden FDP-Nationalrates. Ich denke, dass sich die SP mit Vorwürfen zum Stil der SVP etwas zurückhalten sollte, solange sie sich in denselben Niederungen tummeln... Antworten
Ich dreh jedes Mal fast durch, wenn ich sehe, wie Sozialdemokraten ungeschoren davonkommen.Vor zwei Wochen war es Lumengo, jetzt Tschäppät. Wenn Blocher oder sonst ein volksnaher SVPler solche Sachen tun würden, die politischen Karrieren wären im Eimer. Antworten
@steve walker Wer wäre dieser linke Alt-Bundesrat, der in einem so berühmten Song vorkäme, dass ein besoffener Herr Blocher mitgrölen könnte? Vielleicht hat die Unterscheidung zwischen links und rechts auch etwas mit Lebenseinstellung und Lebensfreude zu tun? Antworten
Ich bin weissgott kein Blocher- bzw. SVP-Anhänger. Aber der Tschäppät ist schon peinlich! Als Stapi kann man solch ein Verhalten einfach nicht bringen. Ich verstehe Blocher wenn er etwas zurückschlägt jetzt. Mich wundert dass das kein grösseres Nachspiel hat. Aber eben, die Linken und Netten können sich so etwas ja leisten. Antworten
Was mich am meisten bei der Sache stört ist, dass jene, die der SVP gebetsmühlenartig fehlenden Stil vorwerfen, selber diejenigen mit dem meisten Dreck am Stecken sind. Während ausrutschende Exponente der SVP jeweils die Konsequenzen ziehen, tummeln sich bei der SP ungestört immer mehr Apparatschiks, die mit Gesetz und Anstand äusserst larsch umgehen. Antworten
Man stelle sich einmal die Situation umgekehrt vor: ein noch im Exekutivamt tätiger, besoffener Blocher gröhlt Primitivsongs gegen einen linken Alt-Bundesrat... Empörtes Aufheulen und lautstarke Rücktrittsforderungen aus sämtlichen Mitte-Links-Parteien. Weshalb geht dasselbe in diesem Fall so schön ruhig und sachte über die Bühne? Wenn zwei dasselbe tun... Antworten




Alain Mohler
@Fabian Schorp; einfach nur linkes Mainstream gesülze, frei von jeglichem Inhalt und Hauptsache contra SVP. Politik ist ja so einfach, wenn man voreingenommen ist und sich der Tatsachen verweigert. Das Feindbild fest im Fokus und jederzeit, ob berechtigt oder unberecht, negativ thematisierend. Antworten