Panorama

Erneut starke Nachbeben, Opfer unter Studentenheim geborgen

Aktualisiert am 09.04.2009

Nachbeben, die bis nach Rom zu spüren waren, erschütterten in der Nacht erneut die italienischen Abruzzen. Die Zahl der Opfer stieg auf insgesamt 274.

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Einige der Obdachlosen suchen Trost in der Kirche. Dieser Mann betet vor einer Zelt-Kapelle im Lager bei L'Aquila.
Bild: Reuters

   

Das stärkste Nachbeben gegen drei Uhr nachts wurde mit einer Stärke von 5,2 gemessen, wie die italienischen Medien berichteten. Das Beben war in Rom und in weiten Teilen Mittelitaliens zu spüren und schreckte die Menschen aus dem Schlaf hoch. Es verursachte weitere Schäden an Gebäuden, Berichte über neue Tote lagen jedoch zunächst nicht vor.

Noch bis zu 30 Vermisste

Die Nachbeben behinderten auch die Rettungsarbeiten. Trotzdem bargen die Rettungskräfte in der Nacht zwei weitere Todesopfer. Die beiden Toten lagen unter den Trümmern eines Studentenheims begraben, das am Montag wie ein Kartenhaus eingestürzt war, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa meldete.

Damit stieg die Zahl der Toten auf mindestens 274, unter ihnen 16 Kinder. Nach Polizeiangaben vom Mittwochabend wurden noch 20 bis 30 Menschen vermisst. Insgesamt wurden fast 1200 Menschen verletzt, 179 von ihnen schwer.

Kalte Nacht für 18'000 Menschen

Beinahe 18'000 Menschen verbrachten die Nacht bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt in Zelten, 3000 fanden vorübergehend Obdach in Hotels oder anderen Unterkünften. Die Hoffnung, Überlebende des Bebens zu bergen, schwanden von Stunde zu Stunde.

Die ersten beiden Toten wurden am Mittwoch beerdigt. Für Karfreitag, der zum nationalen Trauertag ausgerufen wurde, ist ein staatliches Massenbegräbnis vorgesehen. Die Messe soll der vatikanische Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone zelebrieren. Papst Benedikt XVI. will sich nach Ostern in das Katastrophengebiet begeben. Das schwere Beben der Stärke 6,2 hatte die Region um L'Aquila in der Nacht zum Montag erschüttert. Es war das schwerste Erdbeben in Italien seit drei Jahrzehnten. Die Regierung rechnet mit Kosten von mindestens drei Milliarden Euro für den Wiederaufbau der Region. (cpm/ap/sda)

Erstellt: 09.04.2009, 09:50 Uhr

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