Panorama
«Es waren viele Schutzengel unterwegs»
Bei der Massenkarambolage mit 21 Lastwagen und 37 anderen Autos wurden nach Polizeiangaben knapp 80 Menschen verletzt. 19 von ihnen mussten mit schweren Verletzungen ins Spital gebracht werden. Auf einer Länge von mehr als einem Kilometer steckten rund 170 Fahrzeuge zwischen den Unfallautos fest. Ein Augenzeuge sprach von «absolutem Chaos», die Autobahn habe an ein Trümmerfeld erinnert.
«Wir hatten sehr schlechte Sichtverhältnisse, Glatteis war nicht die Hauptursache für die Unfälle», sagte ein Polizist. Zur Unfallzeit gegen 7.00 Uhr herrschte dichter Nebel mit einer Sichtweite unter 50 Metern. Die meisten Unfallbeteiligten seien aber mit dem Schrecken davongekommen.
Polizei und Helfer im Grosseinsatz
«Die waren nicht so schnell unterwegs wegen der schlechten Sicht, aber noch schnell genug, um ineinander zu fahren», sagte ein Polizeisprecher. Ein Unfallbeteiligter drückte das so aus: «Es waren viele Schutzengel unterwegs.»
Ein Grossaufgebot von rund 110 Feuerwehrmännern, 60 Sanitätern und zahlreichen Polizisten war stundenlang im Einsatz. Verpflegungszelte wurden eingerichtet, es gab heisse Getränke und die Möglichkeit, sich an Heizstrahlern zu wärmen. Die Autobahn blieb in Richtung München bis in die Nachmittagsstunden gesperrt. Es bildete sich ein kilometerlanger Rückstau.
Räumung als Herausforderung
Die quer- und schrägstehenden Autowracks wurden über eine gesperrte Spur der Gegenfahrbahn abgeschleppt. Als grosse Herausforderung bezeichnete der Polizeisprecher die genaue Erfassung des Unfallgeschehens. Die Polizeibeamten hätten Teams gebildet, die vor dem Abschleppen der Autowracks klären mussten: «Wer ist in wen hineingefahren, wer hat andere aufgeschoben?»
Bei den Bergungsarbeiten mussten die Lastwagen teilweise mit schwerem Gerät auseinandergezogen werden. Der Sachschaden gehe sicher in die Millionen, sagte der Polizeisprecher.
Auch in Niederbayern ereigneten sich auf einer Kreisstrasse auf einem Abschnitt von 300 Metern vier Unfälle, in die 41 Autos und drei Lastwagen verwickelt wurden. Dabei wurden zwölf Menschen teils schwer verletzt. (raa/sda/)
Erstellt: 12.03.2010, 14:36 Uhr


