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Kachelmann bezeichnet Ex-Freundin als «Kriminelle»

Aktualisiert am 11.10.2012

Die einstweilige Verfügung gegen das Buch von Jörg Kachelmann wurde zugestellt und könnte bald wirksam werden. In einem Interview macht der Wettermoderator der Wut über seine Ex-Geliebte Luft.

Seit zwei Tagen im Handel: Jörg Kachelmanns neues Buch. (Bild: PD)

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Der Heyne-Verlag darf das Buch von Wettermoderator Jörg Kachelmann über seinen Vergewaltigungsprozess vorerst nicht mehr ausliefern. Dem Verlag wurde heute Donnerstag eine entsprechende einstweilige Verfügung des Landgerichts Mannheim zugestellt, wie das Gericht mitteilte.

Es begründete den Verkaufsstopp damit, dass Kachelmann den vollen Namen seiner damaligen Ex-Freundin nennt, die ihn wegen Vergewaltigung angezeigt hatte. Die Namensnennung in dem Buch ist nach Auffassung des Gerichts unnötig, weil Kachelmanns beabsichtigte Aufarbeitung des umstrittenen Prozesses dadurch «kein stärkeres Gewicht» erhalte. Zudem seien Interviews, die die Klägerin nach dem Prozess gegeben hatte, anonymisiert verbreitet worden. Der Verlag und Kachelmann können laut Gericht gegen die Verfügung Widerspruch einlegen.

Verlag verteidigt sich

Der Heyne-Verlag verteidigte die volle Namensnennung in dem Buch damit, dass die Frau selbst ihr Recht auf Anonymität in einem Interview der Illustrierten «Bunte» preisgegeben habe. Zudem habe das Landgericht Mannheim ihren Namen in einer bundesweit versandten Pressemitteilung zum Freispruch Kachelmanns am 31. Mai 2011 mitgeteilt.

Der Wettermoderator hat unterdessen die nächste Schlammschlacht gegen seine ehemalige Geliebte eingeläutet. In einem Interview mit dem Radiosender SWR 1 bezeichnete der 54-Jährige die Frau am Donnerstag als «eine Kriminelle aus Schwetzingen».

Die Stadt Schwetzingen in Baden-Württemberg ist ihr Wohnort. Weiter sagte Kachelmann, dem die Frau Vergewaltigung vorwarf, er sei ein «Opfer von Kriminalität, und dafür möchte ich letztendlich Verständnis und auch Respekt einfordern».

«Der erste Pfeil aus dem Köcher»

Kachelmanns ehemalige Geliebte hatte den Schweizer Moderator der Vergewaltigung beschuldigt. Nach einem spektakulären Prozess, in dem die Ex-Geliebte als Nebenklägerin auftrat, wurde Kachelmann vergangenes Jahr aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

In seinem Buch betont Kachelmann, dass an den Anschuldigungen gegen ihn nichts dran sei. Seine Ex-Freundin habe bei ihren Aussagen gelogen und ihn falsch beschuldigt. Dabei nennt Kachelmann die Frau mit vollem Namen.

Kachelmann hat das 384 Seiten starke Buch gemeinsam mit seiner Frau Miriam geschrieben. Der Untertitel lautet: «Ein Märchen aus der Provinz». Das Ehepaar Kachelmann schildert darin die Ereignisse von der Verhaftung des ehemaligen TV-Stars über seine Zeit im Mannheimer Gefängnis bis hin zum Freispruch vom Vorwurf der Vergewaltigung aus Mangel an Beweisen. Das Buch kam Anfang Woche in den Handel. (fko/rub/sda/dapd)

Erstellt: 10.10.2012, 19:25 Uhr

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