Panorama
Frauen «stehen Schlange» für Berlusconi
Schreibt gerne an «alle seine Freundinnen»: Silvio Berlusconi nei der Präsentation eines neuen Buchs. (Bild: Keystone)
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«Jetzt, wo ich Single bin, stehen sie Schlange», scherzte Silvio Berlusconi, der im Ruf eines Frauenhelds steht. Der Ministerpräsident äusserte sich bei der Vorstellung eines Buchs mit einer Sammlung von Genesungswünschen, die er nach dem Angriff eines geistig verwirrten Mannes im Dezember erhalten hatte. Bei dem Angriff erlitt Berlusconi einen Nasenbruch, ausserdem verlor er zwei Zähne. Auf die Frage, wem er selbst gerne schreibe, sagte der Regierungschef: «An alle meine Freundinnen».
Berlusconi war im vergangenen Jahr in einen Sexskandal verwickelt, bei dem unter anderem mehrere junge Frauen von Partys bei ihm berichteten. Eine Edel-Prostituierte verbrachte nach einem der Feste nach eigenen Angaben die Nacht bei Berlusconi. Der Regierungschef sagte, er habe nie für Sex bezahlt, er sei aber «kein Heiliger».
Berlusconis Frau Veronica Lario hat sich im vergangenen Frühjahr wegen dessen Vorliebe für junge Frauen von ihrem Mann getrennt und will sich scheiden lassen.
Italien modernisieren
Neben seiner Koketterie mit seinem Image als Womanizer hat Berlusconi aber auch noch Ernsthafteres zu verkünden. Der Regierungschef hat eine Reihe von Reformen versprochen. Die Direktwahl des Staatspräsidenten und die Reduzierung der Zahl der Parlamentarier seien ein Muss, um Italien zu modernisieren.
Ausserdem brauche Italien eine «radikale Reform der Justiz». «Man muss einer schrecklichen Krankheit ein Ende setzen, die unsere Demokratie belastet: Die Einflussnahme der Justiz auf die Politik in diesem Lande», sagte Berlusconi gemäss italienischen Medien.
Der Premier richtete einen Appell an die Italiener, sich massiv an den Regionalwahlen am 28. und 29. März zu beteiligen und seine Partei «Volk der Freiheit» (PDL) zu wählen.
Am Samstagnachmittag plant die PdL in Rom eine grosse Demonstration für die Mitte-Rechts-Regierung in Rom. Mit der Kundgebung will sie gegen den Ausschluss der PDL-Wahlliste in der Provinz Rom protestieren. Die Liste war erst nach Ablauf der Zulassungsfrist eingereicht worden.
Zwei Demonstrationszüge werden in verschiedenen Stadtteilen Roms starten und auf den Lateranplatz im Zentrum zuströmen. Dort sollen Berlusconi und andere Spitzenpolitiker der Regierungskoalition Reden halten.
500'000 Demonstranten erwartet
«Ich erwarte mir eine halbe Million Demonstranten in Rom», wurde Berlusconi von Medien zitiert. 3000 Busse, drei Sonderzüge und mehrere Charterflüge aus allen Regionen Italiens wurden von Berlusconis Partei organisiert, um die Anhänger des Regierungschefs nach Rom zu bringen.
Für eine Direktwahl des Präsidenten durch das Volk spricht das Argument einer «stärkeren Identifizierung» der Bürger mit dem Staatsoberhaupt. In der EU werden in den meisten Ländern, darunter in Frankreich und Österreich, die Präsidenten direkt gewählt.
In Italien wird das Staatsoberhaupt ebenso wie in der Schweiz, sowie in den EU-Staaten Deutschland, Griechenland, Ungarn und Tschechien von den Parlamenten gewählt. (bru/ddp)
Erstellt: 20.03.2010, 10:19 Uhr

















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