Panorama
«Ihnen wurde das Wertvollste und Wichtigste genommen»
Aktualisiert am 17.03.2009 4 Kommentare
«Ihnen wurde das Wertvollste und Wichtigste, ein geliebter Mensch, durch die entsetzliche und unbegreifbare Tat unseres Sohnes und Bruders, genommen», heisst es in dem heute publizierten Brief der Eltern und der Schwester, «wir hätten ihm so etwas nie zugetraut.» Die Verzweiflung und der Hass des 17-jährigen Tim K. seien ihnen verborgen geblieben. Den Opfern, Angehörigen und Freuden sprach die Familie ihr «tiefstes Mitgefühl» aus.
Wie die Stuttgarter Staatanwaltschaft heute mitteilte, tötete sich Tim K. laut der Obduktion mit einem Kopfschuss in die Stirn selbst. Es sei ein «absoluter Nahschuss» gewesen. Zudem wurde er auch von zwei Polizeikugeln getroffen. Es habe je einem Steckschuss im Sprung- und im Kniegelenk gegeben. Hinweise, dass er unter Drogen stand, gibt es dem Bericht zufolge zunächst nicht. Auf seinem Amoklauf in Winnenden und Wendlingen hatte Tim K. 15 Menschen erschossen und sich dann selbst gerichtet.
Trittbettfahrer halten die Polizei in Atem
Der Amoklauf hat nach Angaben des baden-württembergischen Innenminister Heribert Recht zahlreiche Trittbrettfahrer animiert. Bis gestern hätten allein in seinem Bundesland 52 Nachahmer ähnliche Taten angedroht, sagte Rech in Stuttgart. 39 davon seien ermittelt worden, gegen fünf sei Haftbefehl erlassen worden. Gegen 13 liefen noch die Ermittlungen. «Wir müssen davon ausgehen, dass wir mit weiteren Trittbrettfahrern zu rechnen haben», sagte der Minister. Die Drohungen belasteten die Arbeit der Polizei erheblich.
Massenandrang zur Trauerfeier zu erwarten
Ministerpräsident Günther Oettinger sagte, für die zentrale Trauerfeier am Samstag in Winnenden würden 30 000 bis 100 000 Gäste erwartet. Zu der Veranstaltung haben sich unter anderem Bundespräsident Horst Köhler sowie die Kanzlerin Angela Merkel angekündigt.
Mit einer Schweigeminute soll am Mittwoch an Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen in Baden-Württemberg an die gedacht werden. (raa/sda)
Erstellt: 17.03.2009, 19:27 Uhr
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4 Kommentare
Einen persönlichen Brief an die Hinterbliebenen der Opfer zu schreiben, ist zum jetzigen Zeitpunkt richtig und gut. Schade, dass die Eltern "ihrem Liebsten" nicht mehr gemeinsame Zeit, Aufmerksamkeit und persönliche Nähe geschenkt haben, es hätte viel verhindert werden können. Ich selber bin Vater von drei Söhnen. Antworten
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