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Ingenieur knackt Kornkreis-Code
Von Ida Sandl. Aktualisiert am 15.08.2009 2 Kommentare
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Geometrische Lösung
Die beiden Spiralen sind Folgen von Kreisbögen, die allgemein stets 270° lang denselben Radius haben und dann mit dem doppelten Radius tangential in den nächsten Kreisbogen übergehen. K Am Anfang und Ende der Spiralen sind die Kreisbögen kürzer als 270°, damit die Spiral-Enden sich decken. K Die Sprossen zwischen den Spiralen haben ihre Zentren ebenfalls im Schnittpunkt der beiden Spiralen.
Hans Abegglen ist Maschinenbau-Ingenieur und an Geometrie interessiert. «Das kann doch nicht so schwierig sein», dachte der Arboner. Zu Hause kritzelte er Striche und Zahlen aufs Papier, rechnete und fand die Lösung. «Die Konstruktion ist geometrisch einfach, aber raffiniert,» Für mathematische Laien lautet die Erklärung: Die beiden Spiralen bestehen aus Kreisbögen, wobei die Schnittstellen jeweils den Ausgangspunkt für neue Kreise bilden. Fortgeschrittene finden die detaillierte Lösung in der Box.
Schnüre und Bretter
Um diesen Kornkreis zu konstruieren, sei keine kosmische Intelligenz nötig. Das schaffen auch normale Menschen, meint Abegglen. Vorausgesetzt, sie können gut mit dem Computer oder einem Zirkel umgehen. Er glaubt, dass mindestens vier Leute beteiligt waren. Für zwei oder drei sei die Konstruktion zu anspruchsvoll. Möglich, dass der Kornkreis mit Hilfe einer Schnur gezogen wurde. Dabei steht jeweils einer in der Mitte und hält ein Ende der Schnur. Die anderen ziehen die Kreise ins Korn, indem sie sich zum Beispiel Bretter – eine Art quergestellte, breite Skier – unter die Füsse schnallen und so das Korn niederdrücken.
Abegglen ist aufgefallen, dass die Zentren der ersten beiden Kreise genau auf den beiden Linien einer Traktorspur liegen. Auf so einer Spur, die vielleicht vom Einsäen stammt, könne man ein Kornfeld betreten, ohne die Halme zu knicken. So könne man mit der Arbeit beginnen und hinterlasse keine Spuren. Er könne nicht beweisen, dass der Kornkreis von Menschen gemacht wurde, sagt Abegglen. «Ich glaube aber nicht, dass Ausserirdische oder Energieströme am Werk waren.» Beni Sidler hat Kornkreise auf der ganzen Welt fotografiert, auch denjenigen von Hörhausen. Auf dem Papier mag es einfach sein, schränkt er ein. Ein so exaktes Muster auf dem Feld zu konstruieren, sei dagegen sehr kompliziert. Der geometrische Code allein erklärt für Sidler auch noch nicht das Phänomen der Kornkreise. (ThurgauerZeitung)
Erstellt: 15.08.2009, 14:49 Uhr
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2 Kommentare
Ganz tolle Leistung eines Ingenieurs. Herrn Hans Abegglen darf dazu gratuliert werden! Der Anteil derjenigen Leute, welcher seiner Erklärungsvariante mehr vertrauen als anderen Varianten, war bisher von 76% auf 83% geklettert und dürfte vermutlich noch weiter wachsen. Antworten
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