Kachelmanns seltsamer Auftritt bei Grill-Party

Aktualisiert am 15.08.2010

In drei Wochen beginnt der Prozess gegen Jörg Kachelmann. Nun ist der TV-Moderator überraschend an einer Grill-Party seiner Mitarbeiter am Sitz der Meteomedia in Schwäbrig AR aufgetaucht.

Gerät unter Druck seiner Aktionäre: Jörg Kachelmann.

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Kachelmann ist frei

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Der TV-Wetterfrosch wurde am 29. Juli 2010 aus der U-Haft in der Justizvollzugsanstalt Mannheim entlassen.

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Wie die Zeitung «Sonntag» zwei Quellen zitiert, habe er dabei ein paar Witze aus dem Gefängnis erzählt, keine Fragen zum Fall beantwortet und seine Mitarbeiter nach kurzer Zeit ratlos zurückgelassen. Der schräge Auftritt ist bezeichnend für die Unruhe in der Meteomedia-Gruppe.

Frank B. Werner, der aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten ist, will erwirken, dass sich der zerstrittene Aktionärskreis trifft. Werner ist weiterhin im Besitz von einem Drittel der Aktien und verschärft gegenüber dem «Sonntag» die Tonlage: «Mein Anliegen ist, dass Herr Kachelmann als Verwaltungsrat zurücktritt. Seine Rolle bleibt problematisch.»

Bald Zahlungsschwierigkeiten?

Der Starmoderator wird zum Geschäftsrisiko, wie laut dem Zeitungsbericht auch der Wirtschaftsinformationsdienst Teledata verdeutlicht. Dort liegt Meteomedia bei der Risikoentwicklung unter dem Branchendurchschnitt. Die Kurve fällt markant und bewegt sich von der Risikoklasse C in Richtung D. Das heisst: Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass bei der Meteomedia in den nächsten 12 Monaten mit einem Zahlungsausfall zu rechnen ist.

Kachelmann hat nach seiner Freilassung unterdessen im kleineren Kreis bestätigt, dass sich die bisherigen Anwaltskosten bereits auf 300'000 Euro belaufen. In der Ermittlungsakte hat er sein jährliches Gehalt mit 200'000 Euro und sein Vermögen mit 650'000 Euro angegeben. Doch Kachelmann zerrinnt das Geld zwischen den Fingern, noch bevor der Prozess begonnen hat. Aktionäre befürchten, dass für die hohen Anwaltskosten jetzt Firmengelder eingesetzt werden.

Mediale Abwehrschlacht

Im Vorfeld seines Prozesses führt der Wettermoderator eine mediale Abwehrschlacht, die in ihrem Ausmass in der Pressegeschichte einmalig ist. «Wir haben im Zusammenhang mit dem Fall Kachelmann inzwischen fast 50 Verfügungen erwirkt. Ausserdem sind eine Reihe von Unterlassungsklagen hängig», sagt Kachelmanns Medienanwalt Ralf Höcker gegenüber der Zeitung «Sonntag».

Betroffen seien Medien in Deutschland und in der Schweiz. Inhalt der Klagen sind Auszüge aus Kachelmanns SMS-Verkehr sowie Fotos, die ihn beim Hofgang im Gefängnis zeigen. «Es wurde vor allem auch untersagt, private E-Mails abzudrucken und Details aus den Ermittungsakten zu verbreiten», sagt Höcker. Es gebe in der deutschen Pressegeschichte «keinen Fall, in dem die Persönlichkeitsrechte eines Menschen in dieser Intensität und Dauer durch den Dreck gezogen wurden».

Der Prozess beginnt am 6. September. Das mediale Interesse ist enorm: «Für Journalisten sind im Saal 48 Plätze reserviert. Es gab jedoch viel mehr Bewerbungen», sagt Stefanie Völker vom Landgericht Mannheim. Nur der Prozessauftakt darf von den poolführenden Kamerateams von ZDF und RTL gefilmt werden. Eine Videoübertragung ist nicht vorgesehen. (bru)

Erstellt: 15.08.2010, 18:14 Uhr

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