«Kein starkes Sommerhoch in Sicht»

Meteorologe Moritz Gubler von Meteonews über das Atlantiktief, Tornados und die Chancen auf Sommersonne.

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Sie warnen bis Mittag vor Regen mit Überschwemmungen und Erdrutschen. Wann wirds denn endlich Sommer?
Das lässt sich nicht einfach so sagen. Klar ist, dass bis Mitte nächster Woche die Temperaturen mit der 20-Grad-Marke zu kämpfen haben. Einzig am Freitag gibts einen kurzen Sommergruss. Wir stecken im Einfluss eines Tiefs über dem Atlantik, und es ist kein starkes Sommerhoch in Sicht.

Bleibt es so nass?
Dass es von Samstag bis Mittwoch durchregnet, glaube ich nicht. Aber es bleibt unbeständig. Wo genau es wann regnen wird, ist aber mit unseren Prognosemöglichkeiten nicht zu sagen.

Das Public Viewing muss ins ­Wohnzimmer verlegt werden?
Beim Spiel Schweiz gegen Albanien ist das wohl besser, es wird am Samstag immer wieder nass werden.

Wieso ist es denn seit Wochen zu kalt und zu nass?
Die Tiefdruckentwicklung über dem Atlantik hält weiter an, womit nach wie vor viel Feuchtigkeit zum Kontinent gelangt. Durch die starken Temperaturgegensätze zwischen Meer und Land, wie sie im Mai und Juni oft vorherrschen, äussert sich die zuströmende Feuchtigkeit häufig in Form von teils kräftigen Niederschlägen und Gewittern.

Und, wann wirds Sommer?
Es gibt keinen Grund, weshalb es nicht einen tollen Juli oder einen schönen August geben sollte. Wir können es allerdings nicht voraussagen, denn die Atmosphäre ist in ihrem Wesen zu komplex und noch lange nicht genug erforscht, um uns Instrumente für verlässliche Prognosen über den Zeitraum von ein paar Tagen hinaus in die Hand zu geben.

Aber Sie können sagen, ob wir einen Tornado zu ­erwarten haben, wie er ­Hamburg getroffen hat.
Das ist sehr, sehr unwahrscheinlich. Und zwar, weil wir schlicht nicht genügend umliegende Wassermasse haben, die die potenzielle Energie für einen Tornado zur Verfügung stellt.

Und andere Schäden oder gar Verletzte und Tote wie in den Nachbarländern?
Man kann so etwas nie ganz ausschliessen. Aber wir gehen davon aus, dass es in den nächsten Tagen zu lokal begrenzten Ereignissen kommen wird, Bäche und Flüsse, die über die Ufer treten, einzelne Hänge, die ins Rutschen geraten.

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(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.06.2016, 08:20 Uhr

Moritz Gubler.

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