Panorama
Keine milden Gaben für die Achtlinge
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Die Mutter in Südkalifornien, die in der vergangenen Woche Achtlinge zur Welt brachte, wartet darauf bisher anscheinend vergeblich.
Die Tatsache, dass die 33-jährige Nadya Suleman bereits sechs Kinder allein aufzieht und dass alle 14 durch künstliche Befruchtung entstanden, hat wohl viele Menschen abgeschreckt. Die Unternehmen reissen sich nicht gerade darum, mit Geschenken für die Kinder PR für sich zu erzeugen. Kein Wunder: Suleman wurde von Fernsehmoderatoren und Ärzten und sogar ihrer eigenen Mutter scharf kritisiert. Diese hat jetzt alle Hände voll zu tun, muss sie sich doch um die anderen Kinder im Alter zwischen zwei und sieben Jahren kümmern.
«Es ist eine Katastrophe»
Der Presseagent David Brokaw, der schon einige Prominente durch PR-Krisen begleitete, spricht von einer Herausforderung. Für die Berater der Mutter werde es nicht einfach sein, öffentliche Sympathie zu gewinnen. «Es ist eine Katastrophe», erklärte er. «Ich sehe einfach nicht, wie angesichts der Umstände etwas Positives zu sagen ist.» Hersteller von Windeln und Babynahrung wollten wahrscheinlich nicht mit der Familie in Verbindung gebracht werden. Brokaw schlug vor, Suleman müsse sich jetzt zurückhalten und sich bemühen, als verantwortliche Mutter wahrgenommen zu werden.
Der Babynahrungshersteller Gerber erklärte, falls der Konzern für die Familie hätte spenden wollen, wäre das schon geschehen. Mit der Geburt der Achtlinge habe er sich nicht befasst, sagte ein Sprecher. Der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble teilte mit, man suche nicht aktiv nach Eltern, die Hilfe benötigten. Die Achtlingsmutter könne sich jedoch um ein Startpaket bemühen, das in solchen Fällen üblicherweise ausgegeben werde. Der Inhalt: ein Jumbo-Paket Windeln für jedes Kind, Feuchttücher und Rabattgutscheine. Suleman wird damit wohl nur etwa eine Woche auskommen.
Angebote der Medien an 33-Jährige
Der konservative Radiomoderator Bill Handel, der über die Achtlingsgeburt hergezogen hatte, sagte am Dienstag, die Menschen seien bereit, jedes Unternehmen zu boykottieren, das die Mutter oder die acht Kinder unterstütze. Sulemans Sprecher Mike Furtney erklärte, er habe einige negative Kommentare aus der Öffentlichkeit erhalten. Allerdings hätten auch Krankenschwestern und einige Läden für Babyausstattung ihre Hilfe angeboten. «Ich kann mich an den Markennamen nicht erinnern, aber ein grosses Unternehmen hat Windeln geschickt», sagte er. Er sei zuversichtlich, dass wenn Suleman ihre Geschichte erst erzählt habe, viele Menschen ihre Meinung über sie ändern würden. Angebote mehrerer Medien lägen bereits vor.
Das Geld kann die Familie auf jeden Fall gut gebrauchen. Die Kosten für die medizinische Versorgung der Frühgeborenen wurden zwar nicht veröffentlicht. Durchschnittlich kostete aber allein ein Kaiserschnitt in Kalifornien 2006 rund 23.000 Dollar. Die Babys kamen ausserdem neun Wochen zu früh zur Welt. In Kalifornien musste ein Frühchen 2006 im Schnitt 25 Tage im Krankenhaus versorgt werden, was Kosten in Höhe von 164.000 Dollar verursachte. Für die Achtlinge wären das insgesamt 1,3 Millionen Dollar (eine Million Euro).
Die Einkommensverhältnisse der Mutter sind unklar. Bekannt ist lediglich, dass sie von 1997 bis 2008 in einem Krankenhaus arbeitete.
Andere Mehrlingsfamilien bekamen Häuser und Autos
Im Jahr 1998 war Nkem Chukwu aus Houston die erste Mutter in den USA, die Achtlinge zur Welt brachte. Sieben Kinder überlebten. Die Familie lebt in einem Haus mit sechs Zimmern, das sie geschenkt bekam. Eine ganze Armee von Freiwilligen stand bereit, um den Eltern durch die schwierige erste Zeit zu helfen. Die Eltern von Siebenlingen, die 1997 in Iowa zur Welt kamen, erhielten sogar ein Haus mit 16 Zimmern geschenkt, dazu einen Kleinbus, Babynahrung von Gerber und einen lebenslangen Vorrat Windeln von Procter & Gamble.
Der Fernsehsender The Learning Channel (TLC) will noch keine Entscheidung über eine mögliche Unterstützung der Achtlinge fällen. «Wir sind wie der Rest in Amerika: Wir warten ab, wie es sich entwickelt», sagte TLC-Präsidentin Eileen O'Neill. «Die Zahl der Kinder ist verblüffend, aber es kommt auch darauf an, wie die Familie lebt.» (sam/ap)
Erstellt: 04.02.2009, 13:14 Uhr
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