Panorama
Lawinen reissen sechs Menschen in den Tod
Lawinenunglück Diemtigtal
- 27 Menschen starben den Weissen Tod
- Jetzt ist klar, was die Lawinen im Diemtigtal auslöste
- Lawinengefahr am Unglücksort war höher als prognostiziert
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Lauterbrunnen
Bei Lawinenunglücken in Österreich und der Schweiz sind sechs Wintersportler ums Leben gekommen. Ein Snowboardfahrer aus Baden-Württemberg kam am Donnerstag im Kleinwalsertal um, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete. Der 22-Jährige konnte zwar nach 45 Minuten aus dem Schnee geborgen werden, war aber bereits bewusstlos und starb später im Krankenhaus. Im Tiroler Zillertal wurde ebenfalls am Donnerstag eine bayerische Bergwanderin getötet.
Ihre ebenfalls verschütteter Begleiter konnte laut APA erst Stunden nach dem Unglück einen Notruf übers Handy absetzen. Am Kasberg in Oberösterreich kam eine 29-jährige Skifahrerin durch eine Lawine ums Leben. In Werfenweng im Salzburger Pongau wurde zwei Snowboarder bei einem Schneebrett-Abgang im freien Gelände verschüttet.
In Lauterbrunnen im Berner Oberland in der Schweiz wurde am Donnerstag ein Skitourenfahrer von einer Lawine mitgerissen und verschüttet. Obwohl er rasch geborgen wurde, starb er kurz darauf im Krankenhaus, wie die Polizei mitteilte. Ein anderer Tourenfahrer hatte den Lawinenabgang beobachtet und die Rettungskräfte alarmiert.
Seit Donnerstagnachmittag wurde im Ötschergebiet in Österreich ein Tourengeher vermisst. Am Freitag suchte ein Grossaufgebot von Dutzenden Helfern nach dem 40-Jährigen, wie APA berichtete. Er hatte demnach vom Gipfel des Kleinen Ötscher telefonisch ein Treffen mit seinem Bruder vereinbart und angekündigt, den schnellsten Weg zu nehmen.
Weiter erhebliche Lawinengefahr
Allein am Donnerstag gingen in Vorarlberg insgesamt fünf Lawinen nieder. Am Freitag und am Wochenende bestand weiter erhebliche Lawinengefahr. Schneebretter könnten bereits durch einzelne Wintersportler ausgelöst werden, zitierte APA die Landeswarnzentrale. Mit der zu erwartenden Erwärmung im Tagesverlauf und durch die Föhnverwehungen sollte sich die Gefahr noch erhöhen. Unterhalb von 1700 Metern seien spontane Nass- und Gleitschneelawinen möglich.
In weiten Teilen Tirols bestand am Freitag laut Lawinenwarndienst eine «unverändert heikle Lawinensituation für den Wintersportler». Die Lawinenexperten rieten zu grosser Vorsicht und Zurückhaltung bei der Befahrung von Steilhängen. Eingewehten Steilhängen, auch solchen in lichten Waldbereichen, sollte konsequent ausgewichen werden. Auch für die westlichen Gebirgsgruppen in Niederösterreich wurde vor erheblicher Lawinengefahr gewarnt. (vin/ddp)
Erstellt: 05.02.2010, 11:20 Uhr
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