Panorama
Mit 300 km/h über den Zuckerhut
Von Chantal Hebeisen. Aktualisiert am 04.05.2012 4 Kommentare
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Gestern Mittwoch (Ortszeit) ist der als Raketenmann bekannte Neuenburger Yves Rossy mit seinem Fluggleiter, einem sogenannten Jet Wing, über Rio de Janeiro aus einem Flugzeug gesprungen, und war während elf Minuten und 35 Sekunden in der Luft, bevor er mit einem Fallschirm auf dem Strand landete. Der 52-Jährige ist der erste Mensch, der auf diese Art durch den Himmel rast.
Bei seinem Flug überquerte er das berühmte Stadtviertel Ipanema und umflog den Zuckerhut, bevor er an der Copacabana unter Beifall von Schaulustigen landete. Beim Flug erreichte Rossy Spitzengeschwindigkeiten von 300 km/h, wie Telegraph.co.ok meldet.
«Nur ich und das Friedenssymbol»
Das Fluggerät, das der Neuenburger selbst entwickelt hat, ist mit starren Flügeln und vier Düsentriebwerken ausgestattet. Der Fallschirmspringer kann so länger in der Luft fliegen und hat einen grösseren Flugradius als mit einem Fallschirm. Die Düsentriebwerke kontrolliert Rossy mit einer Drosselklappe, die er während des Fluges in der Hand hält. Für die Steuerung des Fluggerätes braucht er aber lediglich seine Schultern, den Rumpf und die Beine, mit deren Bewegungen er manövriert.
Die Christus-Erlöser-Statue – «Cristo Redentor» – auf dem 710 Meter hohen Corcovado-Berg zu überfliegen, sei ein sehr emotionaler Moment gewesen, sagte der Schweizer nach dem Abenteuer am Mittwoch (Ortszeit). «Da waren nur er und ich, unglaublich, von Angesicht zu Angesicht mit diesem Friedenssymbol.» Rossy war während des Fluges auf einer durchschnittlichen Höhe von 1200 Metern unterwegs.
Der Traum vom Formationsflug
Bereits früher hat Rossy mit seinen Aktionen für Aufsehen gesorgt: Der ehemalige Kampfpilot flog letztes Jahr über den Grand Canyon im US-Staat Arizona. Am 26. September 2008 überquerte er den Ärmelkanal von Calais nach Dover. In der jüngeren Vergangenheit hingegen misslangen einige seiner Vorhaben. 2009 scheiterte er beim Versuch, die Meerenge von Gibraltar zu überfliegen, und musste im Wasser notlanden.
Rossys nächstes Ziel ist es nun, einen zweiten Jetman auszubilden, um mit ihm gemeinsam in einer Formation fliegen zu können, ähnlich der Patrouille Suisse. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.05.2012, 17:07 Uhr
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