Panorama
Nationalrat Vogler war in Erbschaftsstreit verwickelt
Seit letztem Jahr im Nationalrat: Karl Vogler (CSP, OW).
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Im Kanton Obwalden ist kürzlich ein Buch mit dem Titel «Sein Wille geschehe» erschienen. Darin berichtet Hanspeter Durrer über «unrühmliche Urteile und fragwürdiges Verhalten einzelner Amtsträger». Es ist die Geschichte eines Mannes, der im Zusammenhang mit einer Erbschaft fast zehn Jahre lang mit allen rechtlichen Mitteln um ein Doppeleinfamilienhaus kämpfte. Schliesslich gewann Durrer vor Bundesgericht, ihm wurden jedoch Verfahrenskosten von 60'000 Franken auferlegt.
Zu den kritisierten Personen im Buch von Durrer gehört auch der CSP-Politiker Karl Vogler, der am vergangenen Donnerstag aus dem Leben scheiden wollte. Das Buch habe den 55-jährigen Nationalrat zur Verzweiflung getrieben, berichtet der «Blick». Gemäss dem Boulevardblatt könnte das Buch, das nach Berichten im «Tages-Anzeiger» und im «Bund» auch national für Schlagzeilen sorgte, ein Auslöser für den Suizidversuch sein.
Das Buch hat Vogler «ernsthaft beschäftigt»
Laut Walter Wyrsch, Präsident der Obwaldner CSP, hat das Buch den im letzten Herbst in den Nationalrat gewählten Politiker «ernsthaft beschäftigt», wie der «Blick» berichtet. «Was ihn vor allem beschäftigt hat, ist, dass die Institution des Rechtstaates in dem Buch in Frage gestellt wird.» Vogler sei ein Arbeitstier, aber einer der integersten und korrektesten Menschen, den er kenne, sagte Wyrsch. Zum Selbstmordversuch von Vogler meinte er: «Es gibt sicher nicht nur einen Grund.»
Vogler hatte in seiner früheren Funktion als Präsident der Rechtspflegekommission mit dem Fall Durrer zu tun. Der Politiker und Rechtsanwalt hätte für eine Beschleunigung des Verfahrens sorgen sollen, heisst es im Buch von Durrer. Doch dies sei nicht geschehen. «Vogler ist es wichtiger, mit den Richtern ein gutes Einvernehmen zu haben, als die Bürger, wenn nötig, vor diesen zu schützen», kritisierte Durrer.
SVP macht Vorwürfe im Parlament zum Thema
Gemäss dem «Blick»-Bericht hat die SVP-Fraktion die Vorwürfe gegen Vogler, der der SVP im vergangenen Oktober den Nationalratssitz weggeschnappt hatte, mittels eines parlamentarischen Vorstosses aufgenommen. «Die Interpellation wurde am letzten Donnerstag eingereicht – nur Stunden vor dem Selbstmordversuch.»
Drei Tage später, am Sonntag, liess Nationalrat Vogler eine Medienmitteilung verbreiten. Er sei an «seine persönlichen Lebensgrenzen gestossen» und werde sich nun Zeit nehmen, um sich grundsätzlichen Fragen zu stellen. «Innerhalb der nächsten 14 Tage werde ich über meinen Gesundheitszustand und meine Absichten informieren», liess er wissen. Dann wird Vogler vielleicht auch erklären, was sein Selbstmordversuch tatsächlich mit dem Buch von Durrer zu tun hat.
Erstellt: 31.01.2012, 10:53 Uhr
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