Panorama

Ölpest nach Schiffsunglück vor Norwegens Küste

Aktualisiert am 31.07.2009

Nach einer Havarie bedroht ein Ölteppich vor der norwegischen Südküste bedeutende Natur- und Vogelschutzgebiete.

Treibstoff vor der Küste: Luftaufnahme aus der Region nahe Langesund.

Treibstoff vor der Küste: Luftaufnahme aus der Region nahe Langesund.
Bild: Keystone

Gefahr durch Öl: Ein Küstenschützer bei der Arbeit nach der Havarie.

Gefahr durch Öl: Ein Küstenschützer bei der Arbeit nach der Havarie. (Bild: Keystone)

Ein chinesischer Frachter lief am Freitag in der Nähe von Langesund in seichtem Gewässer auf Grund und verlor Dieselöl, wie ein Sprecher des Ministeriums für Küstenangelegenheiten erklärte. An Bord befanden sich demnach 1120 Kubikmeter Diesel. Wie viel davon ausgetreten war, blieb zunächst unklar. Fernsehbilder zeigten, dass ein Teil des Öls bereits die Küste erreichte. Der Wind trieb das Öl weiter zur Küste hin.

Einsatzkräfte bemühten sich, das schwere Öl der in Panama registrierten «Full City» abzusaugen. Schlechtes Wetter behinderte die Arbeiten jedoch. «Es gibt Berichte von Vögeln, die bereits verendet sind oder kurz davor sind», sagte der amtierende Gouverneur der Region Telemark, Arne Malme.

Naturschutzonen in Gefahr

In der Küstenregion rund 150 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Oslo befinden sich mehrere Natur- und Vogelschutzgebiete. Die «Full City» gehört der in Hongkong ansässigen Reederei Cosco. 16 der 23 chinesischen Besatzungsmitglieder wurden in Sicherheit gebracht. Die übrigen versuchten, den Ausfluss des Öls zu stoppen.

Die «Full City» lief der Naturschutzorganisation WWF zufolge in der Nähe des Vogelschutzgebiets «Lille Såstein» auf, das in dieser Jahreszeit nicht betreten werden darf. «Das kann für die Seevögel in diesem Gebiet sehr ernste Folgen haben», erklärte Stephan Lutter, Experte des WWF-Deutschland für Meeresschutzgebiete. Das Gebiet diene als Brutplatz für viele Vogelarten wie Flussseeschwalben, Mittelsäger, Austernfischer oder Brandenten. Durch das Unglück seien auch dort angesiedelte Seevögel wie Eiderenten, Silbermöwen und Sturmmöwe bedroht. (raa/ap)

Erstellt: 31.07.2009, 22:18 Uhr

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