Panorama

Papst publiziert in rechtsextremem österreichischem Verlag

Benedikt XVI philosophierte 1998 in einem Buch des rechtsextremen Verlags «Aula» über «Freiheit und Wahrheit». Herausgeber des Buchs ist ein ehemaliger SA-Sturmführer.

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Papst Benedikt schrieb 1998 für ein Buch eines offensichtlich rechtsextremen Verlags.
Bild: Aula/Montage

   

Seit Tagen wird der Papst wegen seiner Rehablitierung der Pius-Bruderschaft und des Bischofs und Holocaust-Leugners Richard Williamson kritisiert. Jetzt wurde ein neues Detail aus der Vergangenheit Josef Ratzingers bekannt, das die Diskussion zusätzlich anheizen dürfte.

Benedikt XVI publizierte noch als Kardinal 1998 einen Text mit dem Titel «Freiheit und Wahrheit» in einem Buch des Aulaverlags in Graz. Der Verlag wird von offizieller Stelle – unter anderem vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) – als rechtsextrem eingestuft. Das berichtet heute die Zeitung «Österreich».

Bücher zur glorreichen deutschen Vergangenheit

Im Online-Buchladen des Verlages werden zur Zeit einschlägige Werke angeboten. So preist «Aula» unter anderem die Bücher «Hitlers letzter Trumpf», «Die Vorgeschichte des deutschen Volks», «Der letzte Mythos – Wer entfesselte den Zweiten Weltkrieg» oder auch ein Puzzle mit Deutschland in seinen Grenzen von 1937 an.

Auf derselben Seite wird auch das Buch «1848 – Erbe und Auftrag» angeboten, indem Ratzinger vor gut zehn Jahren schrieb. Es wird mit den Worten angepriesen: «Ein Sammelband zum Thema 1848er-Revolution. Der Aufruhr Mitte des 19. Jahrhunderts bildete das ideengeschichtliche Wurzelwerk eines jeglichen nationalen Politikansatzes im deutschen Mitteleuropa. In diesem Buch meldet sich auch der jetztige Papst, der damalige Kardinal Josef Ratzinger, mit einem Beitrag zu Wort!»

Herausgeber ist ein Ex-Nazi

Ratzinger argumentiert laut «Österreich» in dem Text, ein Verständnis von Freiheit, das auf immer weiterer Aufläsung von Normen beruhe und sich abstütze auf der «ständigen Ausweitung individueller Freiheit bis hin zur völligen Befreiung von aller Ordnung» sei falsch.

Der Herausgeber des Buches ist ein hochrangiges Verlagsmitglied namens Otto Scrinzi. Scrinzi war einst NSDAP-Mitglied und SA-Sturmführer. Mitherausgeber ist der deutsche Rechtsextremist Jürgen Schwab.

Verbindungen auch zur FPÖ

Der Aula-Verlag gibt neben Büchern auch die Monatszeitschrift «Die Aula» heraus. Deren früherer Chefredakteur Herwig Nachtmann löste einen Skandal aus, als er einen Artikel mit dem Namen «Naturgesetze gelten für Nazis und Antifaschisten» schrieb. Der «Aula» wurden daraufhin Fördermittel gestrichen. Auch Papst-Verleger Scrinzi amtete bei der Zeitschrift einst als Chefredakteur.

Dem Verlag werden auch Verbindungen zur FPÖ des verstorbenen Kärnter Landeshauptmanns von Kärnten Jörg Haider nachgesagt. Tatsächlich war die Zeitschrift «Aula» bis zum Skandal um Chefredakteur Nachtmann das offizielle Presseorgan der Partei. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.02.2009, 19:27 Uhr

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23 Kommentare

Eva Eichenberger

10.02.2009, 17:20 Uhr
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Obwohl die Erzdiözese Wien bereits gestern Vormittag (!) klar gestellt hat, dass Ratzinger nicht in diesem Verlag publiziert hat, sondern sein Beitrag aus dem Jahr 1995 von denen lediglich übernommen wurde, notabene ohne zuvor dazu sein Einverständnis einzuholen, sitzt die Presse dieser neuen 'Ente' nur allzu gerne auf. Sie passt doch so wunderbar in die derzeitige Hetze gegen Benedikt XVI! Antworten


Felix Meyer

10.02.2009, 14:47 Uhr
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Schön, was hier wieder aufgetischt wurde. Merken denn die Leser nicht, dass von gewissen Medienleuten nur Dreck und Unwahrheiten gesucht werden, um gegen die Kirche und gegen den Papst Schlagzeilen zu finden. Nicht Ratzinger war der Autor, er wurde nur zitiert. Doch schreiben kann man alles und mit Unwahrheiten die Meinung machen ist halt sehr schön ... Antworten


Abdul R. Furrer

10.02.2009, 11:42 Uhr
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Selbst wenn diese, bisher unbewiesenenen, Behauptungen stimmen sollten, so bitte ich die sich Empörenden zu bedenken, dass in der zivilisierten Welt - ausser in der Schweiz !! - immer noch die Freiheit der Meinungsäusserung besteht. Antworten


Christian Schäffler

10.02.2009, 08:06 Uhr
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Papst Benedikt XVI. hat nie im "rechten" Grazer "Aula"-Verlag publiziert. Vielmehr ist ein bereits 1995 unter dem Titel "Freiheit und Wahrheit" in der Zeitschrift "Communio" erschienener Artikel von Ratzinger 1998 in einer vom Otto Scrinzi herausgegebenen Festschrift zur Revolution von 1848 ("1848 - Erbe und Auftrag") wiedergegeben worden. Im Artikel ist keinerlei "rechtes" Gedankengut enthalten. Antworten


Peter Gass

10.02.2009, 07:52 Uhr
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Ist doch alles egal, hauptsache die Kirche steht im Mittelpunkt! Leider merkt der Unfehlbare nicht, dass er immer mehr der Fehlbare ist, er würde besser den Stuhl verlassen. Auch am Heiligen kann man die Beine absägen. Antworten


Walter Bertschinger

10.02.2009, 07:03 Uhr
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So verwerflich die verharmlosenden Aussagen betreffend Shoa und die rechte Gesinnung einiger Teile des katholischen Klerus auch sind, der Fakt, dass der amtierende Papst Mitglied der HJ war, beweist überhaupt nichts! Der Beitritt zur HJ war bloss ursprünglich freiwillig und wurde später de facto zum Zwang. Antworten


Stefan Besmer

10.02.2009, 07:00 Uhr
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Gewisse Leserbriefschreiber, ( Atheisten oder Papierchristen) haben schlicht Null Ahnung und richten sich wie die Fahnen mit jedem lauen Lüftchen. Wer von der Lebens-Geschichte des Papstes keine Ahnung hat, soll sich solcher haltloser primitiven Beleidigungen enthalten (Alt - Nazi). Es gibt aber Hoffnung Herr Kramer- seelig sind die geistig Armen. Antworten


Bruno Heuberger

10.02.2009, 01:17 Uhr
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Allen Forumsteilnehmern würde ich mal empfehlen, im Internet die Seite OPUS DEI zu besuchen - da werden einige ihr Aha-Erlebnis haben. Bei dieser Erzkonservativen katholischen Brüderschaft erscheinen Namen ausser Ratzinger auch ein Herr Blocher, ein Walliser Namens P. Zurbriggen und so weiter... Sehr informativ, schaut mal rein, ihr werdet staunen! Antworten


Hans Gysin

10.02.2009, 00:29 Uhr
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Einfach nur noch widerlich dieser Ratzinger! Hoffentlich verschwindet er subito von der Bildfläche! Antworten


ruedi lanz

10.02.2009, 00:04 Uhr
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Bisher habe ich mich jeweils nur über den Papst lustig gemacht, besonders wegen seiner lächerlichen "Aufmachung" (wir nennen ihn den Nachthemd-Joggeli). Aber jetzt wird es Zeit, über den Ernst der Situation nachzudenken. Millionen von Menschen (z.B. in Brasilien, auf den Philippinen) liegen ihm zu Füssen und würden ihr Leben für ihn geben... Antworten


Jean-Pierre Ziegler

09.02.2009, 23:10 Uhr
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Lasst doch endlich den Papst in Ruhe. Das ist pure Medienhetze. Antworten


Anita M. Dürr

09.02.2009, 22:57 Uhr
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Wieso erstaunt dies eigentlich überhaupt jemanden?! Päpste u. die kath.Kirche waren immer auf der Seite der Mächtigen, egal was für Schurken gerade an der Macht waren. Wer hier nicht austritt, ist selber schuld und mit-schuldig, denn wer Kirchensteuern bezahlt, stützt das System. Gebt dieses Geld den Armen direkt, es hat genur davon, überall! Nur über das Geld ist diese Macht zu brechen. Antworten


Pius Meier

09.02.2009, 22:25 Uhr
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Den Text genau lesen, bzw. was die Journalistin verschweigt: Autor des Buches ist offenbar Schwab Scrinzi und er veröffentlicht in seinem Buch unter anderem einen Beitrag von Ratzinger. Ratzinger ist NICHT der Autor des Buches und hat somit wahrscheinlich auch nicht den Verlag ausgewählt. Offenbar aber genau dies, will uns Journalistin Olivia Kühn wissen machen... Antworten


Peter König

09.02.2009, 22:06 Uhr
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Da verdichtet sich doch langsamein Bild, das viele Leute schon lange haben. Papa Ratzi wird zu einem gefundenen Fressen für die Paparazzi, indem er es immer wieder schafft, eine Peinlichkeit mit der nächsten zu überbieten, dergestalt dass er sich immerhin diesbezüglich als unfehlbar erweist. Antworten


Jorge Kühni

09.02.2009, 21:58 Uhr
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Die jüngsten Entwicklungen in der katholischen Kirche geben einem sehr zu denken. Tatsache ist, dass die Entscheidungsträger an massivem Realitätsverlust leiden. Sie scheinen die tatsächlichen Probleme unserer heutigen Welt zu ignorieren. Kein Wunder, dass die Kirche mit solchen Statements den eigenen Untergang selbst besiegelt. Holocaust-Leugner zu tolerieren ist schlicht inakzeptabel. Antworten


Daniel Heymann

09.02.2009, 21:46 Uhr
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vielleicht wusste er ja auch nichts über die Vergangenheit der SA........ (nachdem er bereits Mitglied der Hitler-Jugend war!) Antworten


Werner Fürst

09.02.2009, 21:40 Uhr
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Ceterum censeo...dass die "Priesterbrüderschaft Pius X." in der Schweiz verboten wird. Und ich möchte hinzufügen: Viele Priester nehmen ihr Amt - in Respekt vor Jesu und im Versuch (es bleibt immer ein Versuch - und eine Versuchung!) Menschen die Frohe Botschaft näher zu bringen - wahr. Es geht mir um die Demaskierung einer abgehobenen, selbstherrlichen, gefährlichen Kaste. Antworten


Stephan Duponts

09.02.2009, 21:34 Uhr
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Die einen schreiben für den falschen Verlag, die anderen interpretieren die "heilige" Schrift (unabhängig der Religion) nach ihrem Gutdünken, andere wiederum tun beides. Das alles geschieht unter dem Deckmantel der Religion, im Namen Gottes. Konsequenterweise müssten nun die Religionen abgeschafft werden. Die westliche Welt ist auf dem besten Weg dies zu tun, das freut wiederum andere... Antworten


Malte Kramer

09.02.2009, 21:27 Uhr
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Mich wundert es überhaupt nicht... Es bestätigt nur alle bestehenden Befürchtungen. Ratzinger ist ein Alt-Nazi. Was passt besser zur katholischen Kirche als so ein ******??? Antworten


Nicolás Müller

09.02.2009, 21:26 Uhr
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Übrigens, war der Papst nicht auch in der Hitlerjugend??? Antworten


Tina Gnehm

09.02.2009, 21:01 Uhr
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Die kath. Kirche hat schon immer Nazis & andere am rechten Rand favorisiert. Selber in einem Zerrbild von Hierarchie und Autoritäten festgefahren, ist der Vatikan auch heute nicht von dieser Welt. Ob Sänfte oder Papamobil, die Sicht des Papstes ist nicht Erde-verbunden. Bei Ratzinger fällt auf, dass er selbst das originelle Bodenküssen seines Vorgängers lässt. Gnädiger Gruss hinauf ans hohe Ross Antworten


Martin Stäubli

09.02.2009, 20:55 Uhr
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..zz.zz.. Päpste sind also nicht nur nicht unfehlbar. Bald glaub ich, sie sind auch rücktretbar. Auf die Fortsetzung bin ich jedenfalls gespannt! Antworten


Werner Fürst

09.02.2009, 20:46 Uhr
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Es verdichtet sich nun immer mehr Unglaubliches: der Papst und die "Priesterbrüderschaft Pius X". Dem muss nun auf den Grund gegangen werden. Radikal. Antworten



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