Scheinhinrichtungen auf der Arctic Sea

Einem schwedischen Fernsehteam ist es gelungen, einen der entführten Seemänner des gekaperten Frachters ausfindig zu machen und zu interviewen.

Gezeichnet von den Erlebnissen auf der Arctic Sea: Matrose Michail Potechin.

Gezeichnet von den Erlebnissen auf der Arctic Sea: Matrose Michail Potechin.

In der Küche seines Hauses berichtet Michail Potechin über die Entführer und die Ereignisse während der Entführung. Die maskierten Männer seien sehr diszipliniert und gut vorbereitet gewesen. Viel mehr erzählt er nicht. Potechin bricht während des Interviews unvermittelt ab, er sei zu nervös, er könne und wolle keine Fragen mehr beantworten, steht auf und läuft aus dem Bild.

Seine Frau Vera erklärt dem Fernsehteam anschliessend, wieso ihr Mann keine weiteren Auskünfte geben könne. Er sei traumatisiert. Denn er und die restlichen Crewmitglieder seien mit Kabelbindern gefesselt worden. Um die Crew einzuschüchtern, seien ihr Mann und ein weiterer Matrose sogar einer Scheinhinrichtung unterzogen worden.

Es ist ungewiss, ob Potechin die Wahrheit sagt. Die Bilder, die man von den Entführern in der Presse gesehen hat, hinterlassen jedenfalls durchaus den Eindruck einer disziplinierten und durchtrainierten Truppe. (pwy)

Erstellt: 15.09.2009, 11:33 Uhr

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