Panorama

Schneestürme in USA und festgefrorene Züge in Europa

Eine Kältewelle hat Europa auch am Samstag im eisigen Griff gehabt. Klirrende Kälte wurde nicht nur aus den Ländern nördlich der Alpen gemeldet, sondern auch aus Italien.

Eine lange Schlange vor dem Eurotrain-Schalter in London: In der Nacht fielen vier Züge wegen der Kälte im Tunnel des Ärmelkanals aus.

Eine lange Schlange vor dem Eurotrain-Schalter in London: In der Nacht fielen vier Züge wegen der Kälte im Tunnel des Ärmelkanals aus.
Bild: Keystone

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2000 Menschen verbrachten Nacht im Tunnel

Nach dem Ausfall von mehreren Zügen im Tunnel unter dem Ärmelkanal bleibt der Passagierverkehr zwischen Frankreich und Grossbritannien voraussichtlich noch das ganze Wochenende gestört. Schuld sind die schwierigen Wetterbedingungen. In der Nacht auf Samstag blieben vier Passagierzüge im Eurotunnel stecken, weil die Lokomotiven wegen der Kälte ausfielen. Mehr als 2000 Menschen mussten deshalb die Nacht im Tunnel verbringen.

Die Bahngesellschaft Eurostar riet Fahrgästen am Samstag, ihre Reisen zu verschieben, wenn diese nicht unbedingt nötig seien. Bis Sonntag bleibe der Passagierverkehr «schwerwiegend gestört». Voraussichtlich erst am Montag laufe der Verkehr wieder normal.

Bis Samstagmittag wurden sämtliche Passagierzüge zwischen Paris und London gestrichen; ab dem Morgen verkehrten laut der Tunnel- Betreibergesellschaft Eurotunnel aber wieder Frachtzüge, die Lastwagen und Autos transportierten.

Dort bleiben die Fährverbindungen zu den Äolischen Inseln im Süden am Samstag eingestellt. Und selbst die Insel Sizilien richtete sich auf Schnee in höheren Lagen ein. Die Lagunenstadt Venedig erwachte nicht nur unter einer Schneedecke, sondern auch in Erwartung eines neuen Hochwassers. Es sollte am späten Samstagvormittag seinen Höhepunkt erreichen. Starke Schneefälle gab es vor allem im Norden, aber auch in Umbrien.

In Polen sind seit dem Beginn der Kältewelle Mitte dieser Woche acht Menschen erfroren. Zwei Kältetote habe es in Pila im Westen des Landes gegeben, meldete die Polnische Presse-Agentur PAP am Samstag. Zahlreiche Kältetote gab es auch in Russland.

Winter legt Eurostar lahm

Auf die eisigen Temperaturen zurückzuführen ist auch der Unterbruch des Bahnverkehrs unter dem Ärmelkanal. Vier Eurostar-Züge mit mehr als 2000 Fahrgästen strandeten.

Ein Grossteil der Passagiere musste mit einem Shuttle aus zwei gestrandeten Zügen geborgen werden. Für die beiden anderen Eurostars mussten Ersatzlokomotiven her, die die Züge Richtung Südengland schoben. Erst Stunden später kamen die Passagiere in London an.

Der Verkehr unter dem Ärmelkanal wurde komplett eingestellt, mit einer Wiederaufnahme wurde erst am Nachmittag gerechnet. Der Verkehr werde sich wohl erst am Montag wieder normalisieren, teilte Eurostar mit.

Grund für die Panne war nach Angaben der Betreibergesellschaft ein grosser Temperaturunterschied innerhalb und ausserhalb des Tunnels. Als die Züge aus der eisigen Luft im Norden Frankreichs in den deutlich wärmeren Tunnel fuhren, legte der Temperatursprung die Elektrik lahm.

Kälte auch in Nordamerika

Eisige Temperaturen wurden auch in Nordamerika gemessen. Die Ostküste der USA bereitete sich am Samstag auf einen gewaltigen Schneesturm vor. Die Bevölkerung wurde angehalten, sich rechtzeitig mit Wasser und Lebensmitteln einzudecken.

Einige Fluggesellschaften boten ihren Fluggästen an, für Samstag angesetzte Flüge umzubuchen. Andere strichen vorsorglich ihre Flüge in die Hauptstadt. Zahlreiche Schulen und Universitäten schlossen. (tan/sda/)

Erstellt: 19.12.2009, 12:37 Uhr

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