Sexueller Missbrauch ist stark rückläufig

Aktualisiert am 19.03.2010 4 Kommentare

In der Debatte über Missbrauch an Kindern hat der Kriminologe Christian Pfeiffer auf massiv sinkende Fallzahlen in Deutschland hingewiesen.

Hier wurden Knaben «brutal misshandelt»: Kloster Ettal in Bayern.

Hier wurden Knaben «brutal misshandelt»: Kloster Ettal in Bayern.
Bild: Keystone

«Die polizeilich registrierten Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern sind seit 1997 um knapp 30 Prozent zurückgegangen», sagte der Professor der «Neuen Osnabrücker Zeitung» laut Vorabmeldung.

Der tatsächliche Rückgang dürfte demnach weit höher liegen, weil die Anzeigebereitschaft der Opfer von Sexualstraftaten deutlich zunahm. «Wenn die polizeibekannten Fälle dennoch gleichzeitig stetig sinken, spricht das für ein insgesamt stark schrumpfendes Deliktsfeld», sagte der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen.

Pfeiffer führt den Trend in erster Linie darauf zurück, dass «Täter heute mehr als früher befürchten müssen, erwischt zu werden». Die hohe Wahrscheinlichkeit, dass Übergriffe ans Licht kämen, wirke abschreckend, sagte Pfeiffer. «Die grössere Anzeigebereitschaft der Opfer sowie eine auf mehr als 80 Prozent gestiegene Aufklärungsquote der Polizei haben entscheidende präventive Wirkung.» (bru/ddp)

Erstellt: 19.03.2010, 08:48 Uhr

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4 Kommentare

majo naef

19.03.2010, 09:03 Uhr
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@Annemay Ruhstaller In der Schweiz wird schon seit Jahren auf diesen Missstand hingewisen und darüber geredet. Darum haben wir ja auch das Verjährungsgesetz bei Missbrauch geändert. Haben sie da vielleicht etwas verpasst. Hätte die Kirche zur gleichen Zeit damit begonnen stünde sie jetzt besser da, sie hat es aber vorgezogen zu vertuschen. Alles klar! Antworten


Annemay Ruhstaller

19.03.2010, 07:55 Uhr
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Finde positiv, dass auch das einmal gesagt wird, obwohl jeder neue Missbrauchsfall schrecklich und einer zu viel ist. Was ich in der Debatte aber vermisse: Wieso spricht man fast ausschliesslich von der katholischen Kirche? Ich weiss, dass Übergriffe auch in öffentlichen Schulen, in Vereinen und Organisationen ebenso oft vorkommen! Aber nur zaghaft wird da und dort jemand "aufgedeckt". Antworten



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