Panorama
Sturmböen fordern zwei Verletzte – erste Schneefälle bis ins Tal
Von Patrik Berger. Aktualisiert am 27.08.2011 14 Kommentare
Campingplatz gefährdet durch Schmelzwasser
Der Campingplatz Gletscherdorf im Berner Oberländer Tourismusort Grindelwald bleibt auch die nächsten Tage geschlossen. Weil mehrmals Wasser aus dem Oberen Grindelwaldgletscher ausgetreten war, wurden am Donnerstag rund 100 Gäste evakuiert.
Für sie wurden Standorte auf anderen Plätzen in Grindelwald oder in der Umgebung gefunden, wie der Gemeinderat von Grindelwald am Samstag mitteilte.
Auch in der Nacht auf Samstag sowie im Laufe des Samstags ist laut Mitteilung wieder Wasser aus dem Gletscher ausgebrochen. Es sei jedoch nicht über die Ufer getreten.
Auch auf dem betroffenen Campingplatz seien bisher keine Schäden entstanden. «Die Gemeinde Grindelwald hat sich dennoch entschlossen, die Camping-Anlage Gletscherdorf auch in den nächsten Tagen geschlossen zu lassen», heisst es in der Mitteilung.
Die Wasserausbrüche gehen laut Gemeindepräsident Emanuel Schläppi auf die hohen Temperaturen und das viele Schmelzwasser zurück. Schon letztes Jahr sei es beim Oberen Grindelwaldgletscher zu solchen Wasserausbrüchen gekommen. (sda)
Frau von Baum erschlagen
In Rheinland-Pfalz ist bei schweren Unwettern eine Spaziergängerin in Koblenz von einem Ast erschlagen worden. Das Unglück ereignete sich am Freitag in den Rheinanlagen, wie die Polizei auf Anfrage mitteilte.
Den Angaben zufolge kämpften die Einsatzkräfte am Freitagnachmittag besonders an Rhein und Mosel mit starkem Sturm, heftigen Niederschlägen und Hagel. (dapd)
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Die erwartete Kaltfront hat im Laufe des Abends und der Nacht die Schweiz erreicht. Die Gewitter fielen aber bedeutend schwächer aus, als vorausgesagt, wie Reto Vögeli von Meteonews auf Anfrage von baz.ch/Newsnet bestätigt. Die gestrige Warnung des Bundes hält der Meteorologe deshalb für übertrieben. «Bei dieser Kaltfront handelt es sich nicht um ein aussergewöhnliches Ereignis.»
Am späteren Freitagnachmittag und gegen Abend entluden sich in den westlichen Landesteilen die ersten örtlich kräftigen Gewitter mit etwas Hagel. Über Schäden ist derzeit noch nichts bekannt. In der Nacht überquerte die Kaltfront die Schweiz laut Meteonews mit Windspitzen bis zu 100 km/h auch in tiefen Lagen. Cressier führt die Hitliste mit 103 km/h an, gefolgt von Glarus (99 km/h) und Schaffhausen mit 83,5 km/h.
Definitiv umdenken müssen Herr und Frau Schweizer in Sachen Kleidung. Mit kurzen Hosen ist man heute garantiert falsch angezogen. Die Temperaturen sanken nördlich der Alpen von 30 bis 34 Grad am Freitagnachmittag auf empfindlich kühle 9 bis 12 Grad am Samstagmorgen.
Spitzenreiter Ulrichen
«In den vergangenen Stunden fielen in der Schweiz sehr unterschiedliche Regenmengen», sagt Meteorologe Reto Vögeli. Die Spannweite beträgt zwischen 5 und 40 Liter, örtlich mit Gewitter sogar noch mehr, sagt der Meteorologe. Am stärksten geregnet hat es in Ulrichen VS (38,1 Liter), in Engelberg OW waren es 33,4 Liter, auf dem Grossen St. Bernhard 28,5 Liter.
Am Sonntag wird es wieder besser
Die Schneefallgrenze fiel laut Meteonews auf unter 2000 Meter. Die Kaltfront blieb am Vormittag über den Ostalpen stehen. «In Nordbünden fielen nasse Schneeflocken bis auf 1200 Meter herunter», sagt Vögeli. Auf 2000 Metern fielen zwischen dem Gotthardgebiet und dem Unterengadin verbreitet 5 bis 15 Zentimeter Schnee.
Spätestens morgen Sonntag beruhigt sich das Wetter wieder. «Es gibt ziemlich sonniges Spätsommerwetter mit Höchsttemperaturen im Norden von 21 Grad und im Süden um 26 Grad», sagt Meteorologe Reto Vögeli.
Blumenstock und Frittieröl fordern zwei Verletzte
Während des Unwetters der vergangenen Nacht sind in Biel zwei Personen verletzt worden. Die eine wurde von einem Blumenstock getroffen, die zweite mit heissem Frittieröl übergossen.
Der Blumenstock stand auf einem Fenstersims im dritten Stock eines Gebäudes, wie die Berner Kantonspolizei am Samstag mitteilte. Während des Unwetters wurde er auf die Freiestrasse hinuntergeweht, wo er eine Passantin am Kopf traf. Sie musste mit der Ambulanz ins Spital gefahren werden.
Ebenfalls viel Pech hatte eine andere Frau, die zwischen Marktständen unterwegs war. Ein herumwirbelndes Zelt prallte gemäss Polizeiangaben an der Burggasse gegen die Friteuse eines Marktstandes. Die Friteuse kippte um, und das heisse Öl ergoss sich auf die Passantin. Auch sie musste ins Spital.
Dachstockbrand nach Blitzeinschlag
Ein Blitz hat am frühen Samstagmorgen in ein älteres Einfamilienhaus an der Riedmattstrasse in Hergiswil NW eingeschlagen und einen Dachstockbrand ausgelöst. Es entstand beträchtlicher Sachschaden. Verletzt wurde niemand.
Die allein im Haus wohnhafte Frau erwachte durch den Blitzschlag und nahm einen Brandgeruch wahr. Weil das Telefon nicht mehr funktionierte, alarmierte sie via einen Nachbarn die Polizei, wie die Nidwaldner Kantonspolizei am Samstag mitteilte. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.08.2011, 14:47 Uhr
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14 Kommentare
Welch dummer Titel! Wenn ein solcher Temperatursturz kommt (und der kam wirklich), ist immer mit Unwetter zu rechnen. Hätte der Bund nicht gewarnt und das Unwetter wäre trotzdem gekommen, hätten die gleichen Journalisten den Bund kritisiert. Sind wir froh dass es glimpflich ausgegangen ist. Antworten
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