Panorama

Swiss-Maschine musste notlanden

Von Christian Jacobsen. Aktualisiert am 19.01.2010

Am Sonntagabend wurde eine Airbus-Maschine mit 226 Passagieren der Swiss beim Start in Sao Paulo durch Hagel schwer beschädigt.

Musste notlanden: Ein Airbus A340.

Musste notlanden: Ein Airbus A340.
Bild: Keystone

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Um 20.25 Uhr hebt der Airbus A340-300 von Swiss-Flug LX093 wie vorgesehen von der Startbahn des internationalen Flughafens von Guarulhos ab. «Die Maschine hat 226 Passagiere an Bord, ist also fast voll besetzt. Noch während des Steigflugs wird der Airbus heftig durchgeschüttelt. «Plötzlich hörte man Geräusche, die wie Schüsse klangen», berichtet ein Passagier, der in der fünften Reihe des Flugzeugs sass.

Dann erklärt der Pilot ruhig in mehreren Sprachen den Grund für die Knallgeräusche: Die Maschine ist in einen heftigen Hagelsturm geraten. Beide Frontscheiben des Cockpits sind schwer beschädigt – Sprünge ziehen sich wie ein Spinnennetz durchs Panzerglas.

Es gibt aber keine Panik an Bord. Der Flugkapitän verlangt beim Tower eine sofortige Landeerlaubnis, der Airbus kehrt zurück nach Sao Paulo. 48 Minuten nach dem Start setzt die Maschine sicher wieder in Guarulhos auf – begleitet von Fahrzeugen der Flughafen-Feuerwehr.

Flug wurde gestrichen

Nach etwa einer Stunde konnten die Passagiere das Flugzeug schliesslich verlassen und wurden mit Bussen ins Flughafengebäude gebracht. An einen Neustart war nicht zu denken. Die beiden Frontscheiben im Cockpit waren gesprenkelt. Die Passagiere wurden in umliegende Hotels gebracht und wurden gestern über den weiteren Verlauf der Reise informiert.

Die heftigen Gewitter hatten Auswirkungen auf den gesamten Flugbetrieb von Sao Paulo. Nach dem Vorfall mit der Swiss-Maschine wurden praktisch alle Abflüge auf dem Flughafen Guarulhos neu angesetzt oder sogar gestrichen.

Überschwemmungsgefahr

Wegen der starken Niederschläge über der brasilianischen Wirtschaftsmetropole gaben die Behörden am Sonntag um 22 Uhr die höchste Alarmstufe aus. Davon betroffen waren vor allem die Innenstadt und der Osten der Zwölf-Millionenstadt. An mehreren Orten drohten Überschwemmungen. Die Swiss flog sofort Ersatzscheiben nach Sao Paulo, die anstelle der zersplitterten Teile montiert wurden. Am Dienstag Abend konnte der reparierte Airbus wieder starten und sich auf den Rückflug nach Zürich machen. Zusätzlich flog auch die reguläre Linienmaschine der Swiss die Strecke: Wegen des Ausfalls gab es in Sao Paulo für beide Maschinen genug Passagiere, die nach Zürich zurückkehren wollten.

«Wenn der Airbus in Zürich gelandet ist, wird er erneut durchgecheckt», sagt Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel. «Grund dafür sind einige Kratzer am Bug, die durch die Hagelkörner entstanden sind.» Hagelschäden seien sehr selten, sagt Donzel. Sie kämen aber hin und wieder vor. (Berner Zeitung)

Erstellt: 19.01.2010, 14:00 Uhr

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