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UNO warnt vor Hungersnot in Haiti

Aktualisiert am 03.11.2012 5 Kommentare

Während die USA die Schlagzeilen rund um Hurrikan Sandy dominieren, steuert Haiti auf eine humanitäre Katastrophe zu: Im gebeutelten Land wurde durch den Sturm ein Grossteil der Ernte zerstört.

Einer von vielen Cholera-Patienten: Ein Junge wird im Spital von Port-au-Prince behandelt. (1. November 2012)

Einer von vielen Cholera-Patienten: Ein Junge wird im Spital von Port-au-Prince behandelt. (1. November 2012)
Bild: Reuters

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Nach Sandy: Das grosse Aufräumen

Nach Sandy: Das grosse Aufräumen
Der Hurrikan Sandy hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Die Aufräumarbeiten halten die US-Ostküste in Atem.

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Der Hurrikan Sandy hat im ohnehin bitterarmen Karibikstaat Haiti so schwere Zerstörungen hinterlassen, dass UNO-Vertreter vor einer Hungersnot warnen. Zusätzlich zu den Opfern des schweren Erdbebens vor knapp drei Jahren könnten bis zu eine Million Haitianer von der Lebensmittelversorgung abgeschnitten werden.

In den kommenden Monaten drohten «ernsthafte Probleme» durch Unterernährung, erklärte Johan Peleman, Leiter des UNO-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA), am Freitag in Haiti. Der Norden des Landes habe bereits vor Sandy unter einer schweren Dürre gelitten.

Agrarsektor erleidet grosse Schäden

Sandy könnte nun einen Grossteil der Ernte im Süden zerstört haben. Am vergangenen Mittwoch hatte Haitis Regierungschef Laurent Lamothe um internationale Hilfe gebeten. Demnach fügte der Hurrikan dem Agrarsektor Schäden von mehr als 100 Millionen US-Dollar zu.

Während Sandy wurden über 50 Menschen getötet, bis zu 20'000 Häuser wurden zerstört, beschädigt oder überschwemmt. Zudem sind viele Strassen unbefahrbar und einige der bedürftigsten Gebiete von jeder Hilfe abgeschnitten. Nach UNO-Angaben waren über 1,8 Millionen Haitianer vom Unwetter betroffen.

Cholera-Risiko steigt systematisch

Derweil stieg auch die Zahl der Cholera-Fälle an. Eine Zunahme sei vor allem im Süden, im Südosten, im Westen und in den Flüchtlingslagern sowie in den schwer zugänglichen Regionen beobachtet worden, sagte ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Das Risiko, dass sich die Cholera weiter ausbreite, steige bei starkem Regen in Ländern mit ungenügenden sanitären Einrichtungen systematisch.

Am Dienstag seien rund 500 Menschen wegen der Krankheit in speziellen medizinischen Zentren behandelt worden, rund 50 mehr als am Tag zuvor, teilte die Organisation Ärzte ohne Grenzen gestern in der Hauptstadt Port-au-Prince mit. Zum Ende der Woche seien die Infektionszahlen wieder leicht gesunken, sagte er.

Haiti gilt als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre. Im Januar 2010 wurde der Inselstaat von einem schweren Erdbeben verwüstet. Über 200'000 Menschen kamen ums Leben, die sanitäre Infrastruktur wurde grossflächig zerstört. In der Folge kam es zu einer Choleraepidemie, der laut WHO bis heute rund 7600 Menschen zum Opfer gefallen sind. Die Zahl der Infektionen beläuft sich auf rund 600'000. (fko/sda/dapd)

Erstellt: 02.11.2012, 22:01 Uhr

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5 Kommentare

Fritz Lauber

02.11.2012, 22:42 Uhr
Melden 30 Empfehlung 13

Herzzereissend, jedoch hat die Natur der Ueberbevoelkerung jeglicher Spezies seit Jahrmilionen gewisse Schranken gesetzt. Vielleicht geraten in absehbarer Zeit die homo sapiens (zu Recht?) unter die Raeder. Erstaunen wuerde es kaum -;) Antworten


Ronnie König

03.11.2012, 09:25 Uhr
Melden 11 Empfehlung 5

Der Westen leitet die Geschicke des Staates Haiti mit. Es ist nicht gelungen dort etwas zu bewegen. Von keiner Nation und auch keiner NGO, ausser Minierfolge lokal. Nun droht eine Hungersnot. Sehr schlimm. Und leider nicht heilsam. Haiti verlässt sich lieber auf Voodoo, denn gutes Regieren und Vorsorgen. Irgendwie bekomme ich da immer das Gefühl, dass Afrika in diesem Land besonders lebendig ist. Antworten



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