Panorama

Unfallfahrer von Obergösgen: Todbringende Langeweile

Aktualisiert am 12.02.2010

Der «Strolchenfahrer», dem am Montagabend eine Rentnerin zum Opfer fiel, war schon am Wochenende mit vier minderjährigen Kollegen auf Spritztour – weil sie nichts Besseres zu tun hatten.

1/4 Einfach aus der Garage genommen: das Tatfahrzeug, ein Suzuki Vitara.
Kapo Solothurn

   

Sie stiegen nicht aus. Sie riefen nicht die Ambulanz. Sie hielten nicht einmal an. Sebastian P. und seine Kollegen fuhren einfach weiter, als sie am Montagabend die 68-jährige Sonja V. tödlich getroffen hatten. Die Spitex-Mitarbeiterin befand sich auf einem Hundespaziergang. Sie erlag noch an der Unfallstelle ihren schweren inneren Verletzungen.

Nach dem Vorfall stellte Sebastian P. den Wagen seiner Eltern, einen 19-jährigen Suzuki Vitara, wieder in die Garage – da, wo er ihn genommen hatte. Seine Eltern, die ihm die Strolchenfahrt hätten verbieten können, sind zu der Zeit in den Sportferien.

Kein Alkohol oder Drogen

Aus purer Langeweile, so sagen Freunde, hatten sich die Jugendlichen in den alten Suzuki gesetzt. Und hatten laut verschiedenen Medienberichten mit dem Offroader schon am Wochenende mehrere Strolchenfahrten unternommen. Sebastian P. soll sich dabei im Driften, dem kontrollierten Schleudern, geübt haben. Ob auch seine Kollegen – alle zwischen 14 und 17 Jahre alt - am Steuer sassen, wird derzeit noch abgeklärt. Anzeichen von Drogen- oder Alkoholeinfluss gibt es keine.

Der 16-jährige Schreinerlehrling wurde von der Polizei als gut integriert und intelligent eingestuft. Von Nachbarn als unauffällig bezeichnet, war er unter Gleichaltrigen jedoch nicht nur beliebt. Er gilt als angeberisch. Zwar war er vorher noch nie straffällig geworden, doch hat der 16-Jährige einige kleinere Verzeigungen vorzuweisen.

Kollegen angeschwärzt

Lange leugnete Sebastian P. die Tat. Um den Verdacht von sich abzulenken, schwärzte er gar einen 20-jährigen Kollegen an, von dem er wusste, dass er eine Delle im Auto hatte. Dieser kennt nach eigenen Angaben Sebastian P. kaum. Als ihm alle Ausflüchte sinnlos erschienen, legte der Lehrling in seiner Zelle dann doch noch ein schriftliches Bekenntnis ab.

Ihm droht jetzt eine einjährige Freiheitsstrafe, unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und Fahrerflucht.

(reh)

Erstellt: 12.02.2010, 12:57 Uhr

Panorama

Populär auf Facebook Privatsphäre


Grandioses Berg-Erleben.

Weltberühmte Berge und 100 Jahre Jungfraubahn: Sommerurlaub vor der schönsten Kulisse der Welt!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!