War Mobbing das Motiv für den Amoklauf?

Aktualisiert am 12.03.2009

Nach dem Amoklauf von Winnenden mit 16 Toten spricht eine Bekannte des Täters von Mobbing.

1/32 Die Frage nach dem Warum des Amoklaufs beschäftigte alle Beteiligten: Gedenkkerzen auf dem Schulareal.

   
Mitgefühl der Bevölkerung: Kerzen erinnerten in der Nacht an die Opfer.

Mitgefühl der Bevölkerung: Kerzen erinnerten in der Nacht an die Opfer. (Bild: Keystone)

Artikel zum Thema

Video

Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen

Mitschülerin: Amokläufer war ein Durchschnittsjunge

(Reuters)

Der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech (CDU) erklärte, es gebe bislang keine hinreichenden Anhaltspunkte für die Tat. Der 17 Jahre alte Schüler Tim K., der am Mittwoch 15 Menschen und sich selbst erschossen hatte, habe keinen Anlass für Zukunftsängste gehabt. Keine Hinweise gebe es auch darauf, dass die Tat angekündigt worden sei.

Allerdings wurde der Amokläufer möglicherweise von Mitschülern gemobbt. Eine zwölfjährige Teilnehmerin des Trauergottesdienstes am Abend sagte der Nachrichtenagentur AP, sie habe Tim K. über einen Freund kennen gelernt. Er habe ihr vor etwa drei Wochen einen Brief gezeigt. «Er schrieb seinen Eltern, dass er leidet und nicht mehr weiter kann», sagte Fabienne B. Mitschüler hätten sich über ihn lustig gemacht, die Lehrer hätten ihn ignoriert. Die Polizei erklärte auf AP-Anfrage, dass ihr von diesen Umständen nichts bekannt sei.

1000 Menschen bei der Trauerfeier

Mit dem ergreifenden Gottesdienst gedachten gestern Abend rund 1000 Menschen der Opfer. Ministerpräsident Günther Oettinger kündigte eine Trauerfeier an, die voraussichtlich Ende kommender Woche stattfinden soll. Daran sollen auch Spitzenpolitiker des Bundes teilnehmen, darunter voraussichtlich auch Bundespräsident Horst Köhler, wie Oettinger sagte.

Es gehe jetzt darum, alles zu tun, um die Betroffenen zu beraten und zu trösten. Ausserdem müsse die Frage angegangen werden, wie eine solche Tat künftig vermieden werden kann. Deswegen werde der Ablauf noch einmal genau ausgewertet. «Bislang sieht es aber so aus, als sei überall rasch und richtig gehandelt worden», sagte Oettinger.

Amoklauf durch die Strassen

Bei dem Amoklauf erschoss der 17 Jahre alte Tim K. zunächst an seiner alten Schule acht Schülerinnen, einen Schüler und drei Lehrerinnen. Laut Polizei wurden zudem neun Personen an der Schule verletzt. Bei seiner Flucht erschoss Tim K. einen Passanten, entführte ein Auto und tötete nach einer Verfolgungsjagd zwei Menschen in einem Autohaus in Wendlingen. Bei dem Schusswechsel mit der Polizei verletzte er zwei Beamte schwer, bevor er nach Angaben der Staatsanwaltschaft verletzt wurde und sich dann offenbar selbst tötete.

Erst am Abend wurden die Leichen aus der Schule abtransportiert. Die Spurensicherung sollte noch die ganze Nacht dauern. Heute sollen Experten des Bundeskriminalamtes (BKA) hinzugezogen werden. (raa/ap)

Erstellt: 12.03.2009, 09:05 Uhr

Panorama

Populär auf Facebook Privatsphäre

Meistgelesen in der Rubrik Panorama

Telefonbuch

Marktplatz

bluebanana.ch