Weshalb der 25-Jährige ins Bärengehege stieg

Der am Samstag in Bern vom Bären Finn schwerverletzte Mann wurde erneut operiert. Die Ermittler wissen nun auch, wie es zu dem Vorfall kam.

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Die Ermittlungen hätten ergeben, dass sich der 25-jährige geistig behinderte Mann aus eigenem Antrieb in die Anlage habe fallen lassen, schreibt die Berner Kantonspolizei. Ihm sei ein Plastiksack mit einem für ihn wichtigen Inhalt ins Gehege gefallen. Der Mann habe sich seit Jahren an Samstagen regelmässig allein in Bern aufgehalten, so auch am vergangenen Samstag.

Der vom 250-Kilo-Bären schwer Verletzte wurde am Mittwoch planmässig ein weiteres Mal operiert. Er befinde sich zurzeit nicht in unmittelbarer Lebensgefahr, schreibt die Polizei. Der Betroffene steht in Köniz unter Vormundschaft, wie die Gemeindebehörden mitteilten. Der Präsident der Vormundschaftsbehörde, Ueli Studer, drückte im «Regionaljournal» von Radio DRS seine Betroffenheit aus. Man sei bisher nicht von einer Selbst- oder Fremdgefährdung ausgegangen.

Stacheldraht als erste Sicherung

«Finn geht es am dritten Tag in Folge besser», sagte Tierpark-Direktor Bernd Schildger auf Anfrage. Das Tier verhalte sich aufgeweckt und renne bereits den ihm zugeworfenen Trauben hinterher. Die Beweglichkeit von Finn sei gut, und er habe trotz Schmerzmitteln und Antibiotika viel Appetit und offensichtlich kein Fieber. Eine Operation der Schussverletzung sei kein Thema, solange der Patient nicht völlig stabil sei. Dann werde Finn zur Probe ins Aussengehege gelassen. «Falls er dann in seinem Allgemeinbefinden und seiner Beweglichkeit ungestört ist, wird man nichts mehr machen», sagte Schildger. Ansonsten müsse dann entschieden werden, ob ein Eingriff unter Narkose gewagt werden soll.

Die Mauer des Bärenparks soll nun an der Eindringstelle als Sofortmassnahme mit Stacheldraht gesichert werden. Die Stadtbehörden wollen damit verhindern, dass es zu Nachahmungstaten kommt. Dies sei insbesondere wegen der breiten medialen Berichterstattung und des in der Folge grossen Besucherandrangs zu befürchten. Weitere definitive Sicherungsmassnahmen werden geprüft. Die Behörden wiesen darauf hin, dass ein aktives Eindringen ins Gehege nicht absolut verhindert werden könne. «Ohne Selbstverantwortung kein Bärenpark», wird Sicherheitsdirektor Reto Nause in einer Mitteilung zitiert. (cpm/ap)

Erstellt: 26.11.2009, 08:55 Uhr

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