Panorama
«Wir wollen als vollständige Bürgerinnen leben»
Aktualisiert am 21.05.2011 10 Kommentare
Ruft die Frauen zur Massenfahrt auf: Manal al Scherif kämpft mit ihrem Auto-Video gegen das Gesetzt Saudiarabiens.
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Mit einer Kampagne auf Youtube und Facebook kämpft eine Saudi-Araberin gegen das Fahrverbot für Frauen in dem konservativen Königreich. Manal al-Scherif veröffentlichte im Internet ein Video, auf dem sie selbst hinter dem Steuer eines Autos zu sehen ist. Sie wurde nach Angaben eines Menschenrechtsaktivisten deshalb von der Religionspolizei festgenommen.
Al-Scherif gründete mit Freundinnen auf Facebook eine Gruppe unter dem Namen «Bring' mir Autofahren bei, damit ich mich selbst schützen kann» und forderte die Behörden auf, das Verbot abzuschaffen.
«Wenigstens für Notfälle»
Während einer Testfahrt in der Stadt Chobar im Osten des Landes liess sie sich filmen und stellte die Aufnahme später ins Internet. «Wenigstens für Notfälle, Gott bewahre. Was ist, wenn irgendjemand, der die Frauen fährt, einen Herzanfall hat?», erklärte sie.
Saudiarabien untersagt Frauen als einziges Land weltweit, selbst Auto zu fahren. Ihre Familien müssen daher entweder Chauffeure anstellen, oder die Frauen sind auf einen männlichen Verwandten angewiesen, der sie zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen und zum Arzt bringt.
Aufruf zum «Massenfahren»
Im Mittelpunkt von Al-Scherifs Kampagne steht das Argument, dass Frauen in Notfällen selbst fahren können sollten. Ausserdem könnten sich arme Familien die Anstellung eines Fahrers nicht leisten, erklärte die Gruppe. Während die Behörden geltend machen, dass Frauen am Steuer sündigen Verlockungen ausgesetzt seien – weil sie mit Polizisten oder Mechanikern in Kontakt kämen – , argumentiert die Gruppe genau umgekehrt: Frauen mit Führerschein könnten sexueller Belästigung durch ihre Chauffeure entgehen.
Auf Facebook rief die Gruppe Frauen zu einem «Massenfahren» am 17. Juni auf. Das Video von Al-Scherifs Autofahrt hat inzwischen mehr als 11.000 Fans. Sie selbst hat nach eigenen Angaben im Alter von 30 Jahren in New Hampshire fahren gelernt. «Wir wollen als vollständige Bürgerinnen leben, ohne die Erniedrigung, die wir jeden Tag ertragen müssen, weil wir an einen Chauffeur gebunden sind», heisst es ih ihrem Facebook-Eintrag. (kpn/dapd)
Erstellt: 21.05.2011, 23:05 Uhr
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10 Kommentare
Ich habe gemeint, die haben dort nur Kamele und Esel?
Dass es solchen Blödsinn noch gibt auf der Welt! Bekanntlich sind Frauen die besseren und sichereren Autofahrer. Es ist zu hoffen, dass Saudiarabien das Verbot aufhebt, aber im selben Zuge müsste es dann erlaubt sein, ohne Burka zu fahren, da sieht die Frau zu wenig.
Antworten
Auch wenn eine Familie einen Chauffeur eingestellt hat, muss die Frau von ihrem Mann oder Bruder begleitet sein, allein mit einem fremden Mann darf sie nicht im Auto sitzen. In Saudiarabien geht es beim Verbot nicht um Sicherheit, sondern ganz einfach um die Unterdrückung der Frauen, die dort als unmündige Gebärmaschinen eingestuft werden. Ob das wohl im Koran steht? Antworten
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