Der Tote vom Bordell war ein bekannter Bodybuilder

Die Todesursache von Profi-Athlet Sandro Hofer ist nicht geklärt. Offenbar war er im Bordell, um «Stoff» zu besorgen – nicht wegen der Frauen.

Von Zweifeln geprägter Muskelprotz. Sandro Hofer gewann 2013 die Arno-Klasse. Er versteckte seine Unzufriedenheit hinter seiner Körpermasse.

Von Zweifeln geprägter Muskelprotz. Sandro Hofer gewann 2013 die Arno-Klasse. Er versteckte seine Unzufriedenheit hinter seiner Körpermasse.

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Die europäische Bodybuilder-­Szene beklagt den Tod eines ihrer grössten Aushängeschilder: der Schweizer Sandro Hofer. Es ist jene Person, die vergangenen Freitag aus immer noch ungeklärten Gründen aus dem Fenster eines Bordells auf das Trottoir der Häringstrasse in Zürich vor sein Auto gestürzt ist. Eine offizielle Bestätigung der Staatsanwaltschaft steht noch aus. Seinen mysteriösen Tod verkündet aber das Bodybuilder-Team Andro und in den sozialen Medien seine aufgelöste, junge Ehefrau mit den Worten: «Gott kann mich auch nehmen, wenn er will, mein Bett ist leer, mein Haus ist leer, mein Leben ist leer! Ich habe alles gemacht und mit ganzen Kräften um ihn mehrere Jahre gekämpft.»

Sie deutet damit seine schwierige von Selbstzweifeln geprägte Zeit an, wie die Ehefrau der BaZ erklärt. Ihr Mann sei süchtig gewesen, habe das Gefühl gehabt, nicht zu genügen und seine Unzufriedenheit hinter seinem mächtigen Body versteckt. Muskelprotz Hofer brachte bei einer Körpergrösse von 177 Zentimetern bis 134 Kilo auf die Waage. 2013 gewann er die Arno-Klasse (in Anlehnung an Arnold Schwarzenegger) und stieg von der Amateurklasse in den Profi-Olymp der Bodybuilder auf. Bewundert wurde er in der Szene vor allem wegen seiner körperlich perfekten Symmetrie.

Nach wie vor laufen die Ermittlungen in alle Richtungen – ein Suizid, ein Unfall oder gar ein Verbrechen könnten nicht ausgeschlossen werden, teilt die Zürcher Stadtpolizei mit. Die zwischenzeitlich festgenommenen Prostituierten, zwei Rumäninnen, seien aber ­wieder auf freiem Fuss.

Wollte im Bordell «Stoff» besorgen

Wie die Ehefrau ausführt, habe Sandro Hofer das Bordell aufgesucht, um «Stoff» zu besorgen – nicht wegen der Frauen. Ob er wegen unreiner ­Substanzen eine körperliche Schwäche erlitten habe und deshalb aus dem Fenster stürzte? In der Szene wird über die Möglichkeit des Unfalls hinaus ein ­krimineller Hintergrund nicht ausgeschlossen. Viele hätten über Hofer Körperaufbau-Substanzen bezogen. Wie die BaZ in Erfahrung brachte, befürchten sogar im Raum Basel ansässige ­Fitnesszentren nun «Lieferengpässe».

Die Suizid-These ist ebenso wenig vom Tisch. «Er wollte zwei Wochen vorher bereits aus dem Fenster springen», sagt die Ehefrau. Gegen diese These spricht, dass Sandro Hofer im April in Zürich Seebach sein «neuartiges Fitness ­Center» eröffnen wollte. «Wir können es kaum noch erwarten, dich bald in unserem Sportclub begrüssen zu dürfen», teilte er mit. Hofer hatte also noch ­Grosses vor und mit einer «Wall of Fame» Platz für die Trophäen seiner Athleten gebaut. «Noch ist sie leer…», schrieb er. Und nach dem Sturz aus dem Fenster bleibt auch sein Platz leer. Im Juni wäre er 33 Jahre alt geworden.

Hier starb Sandro Hofer. Nach dem tödlichen Fenstersturz wird die Strasse gereinigt. (Basler Zeitung)

Erstellt: 14.03.2017, 08:15 Uhr

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