Panorama
Basel: Zugbegleiter fand ausgesetztes Baby
Das unbekannte Findelkind. (Bild: Keystone/Kapo Basel-Stadt)
Maxi Cosy mit Pinguin-Skimontur. (Bild: Kapo Basel-Stadt)
Winnie-The-Pooh-Decke, in die das Findelkind gewickelt war. (Bild: Kapo Basel-Stadt)
Der Vorfall ereignete sich bereits am vergangenen Mittwochabend, wie das Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt heute mitteilte. Das Baby sei kurz nach 17 Uhr auf der Fahrt von Basel zum Badischen Bahnhof entdeckt worden. Es lag in einer Wiege, die im Gang eines Waggons vor der Toilette abgestellt worden war.
Das drei Kilo schwere und 51 Zentimeter grosse Mädchen erfreue sich guter Gesundheit. Wo sich das Baby nun befindet, wollte ein Sprecher auf Anfrage nicht bekannt geben. «Vasana», wie das Mädchen polizeiintern genannt werde, befinde sich an einem sicheren Ort und sei gut aufgehoben.
Vermutlich ostrussischer Abstammung
Aufgefunden wurde das Baby von einem Zugbegleiter just eine Woche vor Heiligabend in einem Waggon des vom Bahnhof Basel SBB zum Badischen Bahnhof fahrenden ICE 376. Das einsame Mädchen lag in einer Baby-Wiege, die vor einer Toilette abgestellt worden war. Der Zugbegleiter gab das Baby in die Obhut der Grenzwache. Diese schlug Alarm und brachte den Säugling in ärztliche Obhut.
Aufgrund seines Aussehens dürfte das dunkelhaarige Mädchen aus dem Raum Ost-Russland, Mongolei, Kasachstan stammen. Oberhalb des Steissbeins hat es einen als «Mongolenfleck» bekannten bläulichen Pigmentfleck. An der Ferse des Babys muss rund zwei Tage vor dessen Auffinden Blut entnommen worden sein.
Weinende Frau verschwunden
Der ICE, in dem das Mädchen aufgefunden wurde, kam aus Interlaken und war nach Deutschland unterwegs. Einem Mitreisenden war gemäss der Mitteilung aufgefallen, dass beim Halt des Zuges im Bahnhof Basel SBB eine Frau in slawischer Sprache telefonierte und weinte. Kurz vor Abfahrt des Zugs stieg die Frau aus. Von ihr fehlt seither jede Spur.
Das einsame Kind in der Baby-Wiege fiel dem Zugbegleiter kurz nach Abfahrt des Zuges auf. Auf eine entsprechende Durchsage im ganzen Zug meldete sich niemand. Auch eine gross angelegte Fahndungsaktion verlief ergebnislos.
Einzigartiger Fall
Ob zwischen der Frau und dem Baby ein Zusammenhang besteht, ist laut dem Sprecher des Sicherheitsdepartements offen. Bisher habe man keine Zeugen gefunden, die die Unbekannte und den Säugling zusammen im ICE gesehen hätten. Nicht auszuschliessen sei auch, dass die Baby-Wiege von Unbekannten erst in Basel SBB in den Zug gestellt wurde.
Ermittelt wird nun laut dem Sicherheitsdepartement in alle Richtungen. Möglich sei auch, dass die Mutter einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Konkrete Hinweise dafür gebe es aber nicht. In der Hoffnung, dass sich die Mutter noch meldet, habe man mit der Bekanntgabe des in seiner Art bisher einzigartigen Falls einen Tag zugewartet, sagte der Sprecher weiter. (cpm/sda/)
Erstellt: 19.12.2008, 10:21 Uhr



