Lage entspannt - Matte bleibt für Privatverkehr gesperrt
Aktualisiert am 06.07.2012 15 Kommentare
(tan, js, asu)
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Stand 21.43: Lage entspannt sich weiter
Einzelne Sperrelemente seien aber bereits abgebaut worden, um die Bewegungsfreiheit der Anwohner in den Aarequartieren zu verbessern, teilte die Berufsfeuerwehr der Stadt Bern am Abend mit.
Das Mattequartier bleibt mit Ausnahme des Zubringerdienstes für den privaten motorisierten Verkehr gesperrt. Die Busse von Bernmobil verkehren wieder. Die Wege entlang der Aare ohne mobile Sperrelemente sind wieder offen und begehbar. Das gilt auch für alle Flussübergänge.
Der Kran, der nach dem Hochwasseralarm vom Mittwoch im Mattequartier aufgestellt worden war, wurde beiseite gestellt. Entlang der Schwelle wie auch beim Engehaldenwehr sind in den letzten beiden Tagen insgesamt 200 Tonnen Schwemmholz aus der Aare gezogen worden.
Im übrigen hätten das nächtliche Gewitter und der heftige Regen am Morgen die Situation nicht verschärft, hält die Feuerwehr weiter fest.
Erhöhter Wasserabfluss in der Aare
Über das Wochenende verfolgen nun die Einsatzkräfte die Lage aufmerksam weiter. Sie werden die Hochwassersperren und Pumpen kontrollieren und allfällige Schwemmholzansammlungen entfernen.
In Bern wird derzeit mit 330 Kubikmeter pro Sekunde in der Aare nach wie vor ein erhöhter Wasserabfluss gemessen. Der Abfluss ist aber stabil.
Die kontrollierte Wasserregulierung werde das Bild der Aare auch in den nächsten Tagen bestimmen, schreibt die Berner Feuerwehr. Denn das kantonale Amt für Wasser und Abfall sei weiterhin bemüht, eine möglichst grosse Menge Wasser aus Brienzer- und Thunersee abfliessen zu lassen, um auf grosse Niederschläge aus dem Oberland reagieren zu können.
Bis etwa 430 Kubikmeter pro Sekunde verursache die Aare in Bern erfahrungsgemäss wenig Probleme, sagte Bernhard Schudel, Leiter der Abteilung Gewässerregulierung beim bernischen Amt für Wasser und Abfall, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.
Sowohl im Brienzer- wie auch im Thunersee wurden die Pegelstände weiter abgesenkt. «Seit Dienstag ist der Brienzersee um 30 Zentimeter gesunken», sagte Schudel. Das sei gut, weil der Wasserspiegel immer noch über den durchschnittlichen Juli-Werten liege.
Mit Hilfe des Hochwasser-Entlastungsstollens in Thun sei der Thunersee inzwischen auf einen eher unterdurchschnittlichen Wasserstand gesenkt worden, erklärte Schudel. Damit könnte der Thunersee weitere Regenfälle besser aufnehmen.
Nur wenig Regen versickert
Am Bielersee werden derweil typische und eigentlich unproblematische Sommerwerte gemessen, wie Schudel vom Amt für Wasser und Abfall weiter sagte. Beim Ausfluss aus dem Bielersee führt die Aare zwar eine etwas erhöhte Abflussmenge von rund 470 Kubikmeter pro Sekunde. Allerdings kommt das immer wieder mal vor.
Schudel macht darauf aufmerksam, dass die Böden zurzeit wassergesättigt sind. Das heisst, dass erneuter Regen schnell abfliessen und nur wenig versickern würde. Allerdings sollte es gemäss den Wetterprognosen derzeit nicht flächendeckend zu heftigem Regen kommen. -
Stand 16.50 Uhr:
Feuerwehr spricht von Entspannung
Gewitter und heftige Niederschläge haben in Bern in den letzten 24 Stunden zu keinem erneuten Anschwellen der Aare geführt, teilt die Feuerwehr am späten Freitagnachmittag mit. Die Wassermenge betrug um 16.00 Uhr 330m3 pro Sekunde. Dies ist darauf zurückzuführen, weil die Wassermenge aus dem Thunersee vorübergehend reduziert worden sei. Die Wasserregulierung werde das Bild der Aare auch in den
nächsten Tagen bestimmen; das kantonale Amt für Wasser und Abfall (AWA) sei weiterhin bemüht, eine möglichst grosse Menge Wasser aus Brienzer- und Thunersee abfliessen zu lassen, um auf Niederschlagsmengen aus dem Oberland
reagieren zu können.
Trotzdem dürfe von einer leichten Entspannung der Hochwassergefahr gesprochen werden, heisst es weiter. Vor allem weil die Meteorologen für das Wochenende besseres Wetter voraussagen. Die Hochwassersperren vorerst bestehen zu lassen, doch einzelne Sperrelemente seien abgebaut, um die
Bewegungsfreiheit der Bevölkerung zu verbessert. -
Stand 14.30 Uhr: Die Situation hat sich beruhigt
Die Situation im ganzen Kanton Bern im Zusammenhang mit einem möglichen Hochwasser hat sich am Freitagnachmittag weiter stabilisiert. Sowohl im Brienzer- wie auch im Thunersee sind die Pegelstände weiter abgesenkt worden.
«Seit Dienstag ist der Brienzersee um 30 Zentimeter gesunken», sagte Bernhard Schudel, Leiter der Abteilung Gewässerregulierung beim bernischen Amt für Wasser und Abfall, am Freitag auf Anfrage. Das sei gut, weil der Wasserspiegel immer noch über den durchschnittlichen Juli-Werten liege.
Mit Hilfe des Hochwasser-Entlastungsstollens in Thun sei der Thunersee inzwischen auf einen eher unterdurchschnittlichen Wasserstand gesenkt worden, erklärte Schudel. Damit könnte der Thunersee weitere Regenfälle besser aufnehmen.
Bielersee: Typische Sommerwerte
In der Stadt Bern wird derzeit mit 320 Kubikmeter pro Sekunde ein erhöhter Wasserabfluss in der Aare gemessen. Der Abfluss ist stabil. Bis etwa 430 Kubikmeter pro Sekunde verursache die Aare in Bern erfahrungsgemäss wenig Probleme, sagte Schudel weiter.
Am Bielersee werden derweil typische und eigentlich unproblematische Sommerwerte gemessen. Beim Ausfluss aus dem Bielersee führt die Aare zwar eine etwas erhöhte Abflussmenge von rund 470 Kubikmeter pro Sekunde. Allerdings kommt das immer wieder mal vor.
Schudel macht darauf aufmerksam, dass die Böden derzeit wassergesättigt sind. Das heisst, dass erneuter Regen schnell abfliessen und nur wenig versickern würde. Allerdings sollte es gemäss den Wetterprognosen derzeit nicht flächendeckend zu heftigem Regen kommen. sda -
Abflussmenge schwankt
Die Abflussmenge im Bereich Schönau ist nach 11 Uhr mittlerweile auf 303 Kubikmeter pro Sekunde gesunken. Um 12.20 Uhr waren es allerdings schon wieder 314 m3/s.
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Stand 11.20 Uhr: Die Lage entspannt sich
Trotz der Gewitter mit starken Niederschlägen in der Nacht auf Freitag spricht das Bundesamt für Umwelt (BAFU) von einer Beruhigung der Hochwasserlage. Für den Brienzersee gilt neu nur noch die Gefahrenstufe 2 (mässige Gefahr).
In den letzten 24 Stunden ist der Pegel des Brienzersees weiter gesunken. Er befindet sich nun unterhalb der Gefahrenstufe 3 (erhebliche Gefahr). Silvia Morf, Hydrologin vom BAFU, sagte am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur sda, dass zudem die Gefahrenstufe 2 für die Emme und die Kleine Emme aufgehoben wurde.
Entspannung am Wochenende?
«Die Niederschläge werden in den nächsten Stunden abnehmen, für Samstag und Sonntag rechnen wir mit einer weiteren Entspannung», sagte Morf.
Die angespannte Lage der letzten Tage ist laut Morf nicht mit der Hochwassersituation im Jahr 2005 zu vergleichen. Damals habe eine andere Wetterlage geherrscht. «Dieses Mal waren es vor allem Gewitter.»
Lage in der Stadt Bern stabil
Trotz des Gewitters in der Nacht auf Freitag hat sich die Hochwassergefahr in den Stadtberner Aarequartieren nicht verschärft. Die Situation präsentiert sich nach wie vor stabil.
Weil die weitere Entwicklung der Situation aber ungewiss sei, blieben die Sperren trotzdem in Betrieb, sagte Stephan Lüthi, Sprecher der Berufsfeuerwehr der Stadt Bern am Freitag auf Anfrage. Aus dem gleichen Grund bleibt derweil das Mattequartier für den Verkehr gesperrt.
Höhere Intensität am Mittwoch
In Bern führte die Aare am frühen Freitagmorgen etwa 330 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, doch gegen Mittag sank dieser Wert wieder ab. Kritisch für die Stadtberner Quartiere an der Aare sind Werte über 400 Kubikmeter.
Das Gewitter am Mittwoch im Raum Thun habe eine stärkere Intensität gehabt als die Niederschläge in der Region Bern in der vergangenen Nacht, erklärte Morf. «Zudem war die Gewitterzelle sehr stationär.» sda -
Stand 10.30 Uhr (Kanton Bern)
«Wir haben momentan auf dem ganzen Kantonsgebiet keine erhöhte Gefährdungslage», weiss Andreas Hofmann, Mediensprecher der Kantonspolizei Bern.
Trotz der starken Regenfälle seien in der Nacht und am Morgen bis jetzt keine Schadensmeldungen eingegangen. Er betont aber, dass sich dies natürlich noch ändern könne. «Es regnet momentan sehr stark, wir beobachten die Lage», so Hofmann gegenüber baz.ch/Newsnet. -
Stand 10 Uhr (Stadt Bern)
«Die Hochwassersituation in der Stadt Bern ist momentan gut unter Kontrolle», berichtet Franz Märki, Mediensprecher der Berufsfeuerwehr Bern.
Der Regen habe zwar zwischenzeitlich zu einem kleinen Anstieg der Wassermenge geführt, allerdings in einem sehr tiefen Bereich. «Mittlerweile nimmt die Abflussmenge sogar wieder leicht ab», so Märki. Der Grenzwert von 340 Kubikmetern pro Sekunde, den man nicht überschreiten möchte, sei schon länger nicht mehr erreicht worden.
Kran bleibt im Einsatz
«Die Regulierung von Thun her funktioniert momentan auch bei starkem Regen optimal.» Ein Restrisiko bleibe aber immer. «Situationen wie am Mittwoch bei der Zulg, sind kaum kontrollierbar.»
Obwohl das Wetter am Nachmittag besser werden soll, wird das Einsatz-Dispositiv noch aufrecht erhalten. Auch der Kran im Mattequartier bleibt noch im Einsatz, weil noch immer vereinzelte Baumstämme hängen bleiben.
Um 9.40 Uhr lag die Abflussmenge bei 312 Kubikmetern pro Sekunde.
Im Bild: Franz Märki von der Berner Berufsfeuerwehr. -
Stand 8.30 Uhr
Die Abflussmenge der Aare im Bereich Schönau ist trotz des Regens wieder gesunken: Momentan fliessen knapp 320 Kubikmeter pro Sekunde die Aare herunter.
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Die Holzmassen bleiben unkontrollierbar
Eine angespannte Hochwassersituation in der Region führt auch immer wieder zu Diskussionen über Massnahmen, die künftige Überschwemmungen zwischen Thun und Bern verhindern sollen.
Die Sicherheit wurde in den letzten Jahren zwar verbessert, die aarennahen Gebiete bleiben aber in der Gefahrenzone.
Problematisch waren in den letzten Tagen und auch bei der Überschwemmung von 2005 nicht nur die Wassermengen, sondern vielmehr die sich anstauenden Holzmassen... zum Artikel.
Im Bild: Der «Holz-Tsunami» auf der Zulg. -
Schweiz: Anhaltende Hochwassergefahr
In der Nacht auf Freitag sind erneut Gewitter mit starken Niederschlägen auf Teile der Schweiz niedergegangen. Damit bleibt die Hochwassersituation nach wie vor angespannt.
Betroffen waren vor allem Gemeinden im Oberen Baselbiet. Auch andere Landesteile waren betroffen: Am Donnerstagabend waren auch das Simplongebiet und in der Nacht die Westschweiz mit grossen Niederschlagsmengen eingedeckt worden.
Behinderungen auf Berner Autobahnen
Eine weitere Gewitter- und Niederschlagsfront zog am frühen Freitagmorgen über das Mittelland. Danach es kam es auf den Autobahnen rund um die Stadt Bern wegen den grossen Wassermengen zu Behinderungen.
Schon am Donnerstagabend hatte eine Gewitterfront die Schweiz überquert. Gemäss Angaben des Wetterdienstes Meteomedia zog das Gewitter vom Berner Oberland via Emmental in den Kanton Zürich. Im Napfgebiet fielen 43 Liter Wasser pro Quadratmeter. Später setzten Gewitter mit Hagel und Starkregen Teile des Kantons Appenzell- Ausserrhoden unter Wasser. In Trogen fielen 60 Liter Wasser.
Im Verlaufe des Freitags werden weitere kräftige gewittrige Regenfälle erwartet, tagsüber im Süden, nachmittags und abends in der Zentral- und der Ostschweiz. Über das Wochenende wird es zwar etwas ruhiger, doch eine Stabilisierung ist nicht in Sicht. Bis Mitte Juli gebe es jeden Tag in der Schweiz ein Gewitter, prognostiziert Meteomedia. sda -
Schadensbilanz: Immense Schäden im Zulgtal
Ein verschütteter Hüttligraben, Landverschlammungen, defekte Strassen: Die Schäden im Zulgtal von den Unwettern vom Mittwoch sind immens.
Glück im Unglück hatten 74 Kinder und ihre Lagerleiter aus dem Wallis: Nur dank einer aufmerksamen Anwohnerin entkamen sie einer Tragödie.
Zum ausführlichen Artikel über die Auswirkungen des Hochwasser im Zulgtal geht es hier. -
Stand 7.15 Uhr
Die Aare in der Stadt Bern ist in der Nacht nicht über die Ufer getreten, obwohl es seit dem späten Donnerstagabend auch in der Bundesstadt mehrmals geregnet hat.
Die Abflussmenge der Aare steigt allerdings wieder. Während es um 5 Uhr noch 320 Kubikmeter pro Sekunde waren, wurden um 7.10 Uhr bereits 328 m3/s gemessen.
Der Alarmwert liegt bei etwa 400 m3/s. Hier können Sie die aktuellen Werte verfolgen. -
Grosses Lob für die Einsatzkräfte
Die Gemeinderäte Reto Nause und Regula Rytz finden nur rühmende Worte für die Einsatzkräfte im Hochwassergebiet rund um die Stadt Bern. Für die Feuerwehr war es ein Wettlauf gegen die Zeit – der gewonnen wurde. Sie sei stolz auf die Einsatzkräfte, sagte gestern Gemeinderätin Regula Rytz. Die Massnahmen, die seit dem Hochwasser 2005 umgesetzt wurden, hätten ihre Wirkung am Mittwochabend nicht verfehlt. Sie meint damit unter anderem die mobilen Alu-Dämme und die Interventionsplätze für schwere Fahrzeuge. Erstmals wurden notfallmässig die mobilen Schleusen entfernt. Rytz: «Wir haben unter Beweis gestellt, dass es funktioniert, und das ist für mich eine grosse Erleichterung.» Auf die Kritik einiger Matte-Bewohner, der Kran sei zu spät eingetroffen, entgegnet die Gemeinderätin: «Der Kran muss innerhalb von zwei Stunden vor Ort sein, und das war er auch.» Er sei um 18 Uhr bestellt worden und kurz vor acht eingetroffen. Allein die bisher umgesetzten Massnahmen hätten am Mittwoch genügt, sie würden es aber nicht bei einem Jahrhunderthochwasser. Deshalb sei eine zusätzliche Mauer nötig.
«Es war ein Wettlauf gegen die Zeit», sagte Franz Märki, Medienchef der Berufsfeuerwehr. «Es ist schnell und effizient gearbeitet worden.» Wenn man wisse, wie viel aus den Zuflüssen zwischen Thun und Bern komme, sei das Hochwasser kontrollier- und regulierbar. «Am Mittwoch aber kam es zu einer ganz anderen Situation», sagt Märki. Die Zulg, ein Bach mit 20, 30 Kubikmetern pro Sekunde, führte innert kürzester Zeit 200 Kubikmeter Wasser und riss gewaltige Baumstämme mit. «Es war wie ein Tsunami», meint der Pressesprecher. 126 Feuerwehrleute (auch aus Köniz) hätten die mobilen Hochwassersperren zwischen Dalmazi und Felsenau rechtzeitig einbauen können. Vor Ort waren auch 25 Polizeiangehörige und 12 Frauen und Männer der Sanitätspolizei.
Keine Einsätze auf dem Wasser
Zu Einsätzen auf dem Wasser sei es nicht gekommen. Man habe aber Personen vor gefährlichen Stellen warnen müssen. Gemeinderat Reto Nause sprach gestern von einer Parforceleistung der Einsatzkräfte. man werde das Dispositiv vorderhand aufrechterhalten und von Tag zu Tag entscheiden.
«Vorsichtshalber werden die Sperren nicht abmontiert», sagte der Direktor für Sicherheit, Umwelt und Energie. Das Mattequartier bleibt für den privaten Verkehr gesperrt. Anwohner dürfen ins Quartier fahren, aber das Auto nicht in der Matte parkieren. Die Einsatzkräfte haben den Kommandoposten auf den Mühleplatz verlegt. Hier gibts Infos für Anwohner. Urs Wüthrich -
Die Gefahr aus dem Eriz
Hans Rudolf Feller, Alt-Gemeindepräsident von Steffisburg gegenüber dem Thuner Tagblatt:
«Es wurde uns schon als Kind gesagt: Ist es im Eriz hinten schwarz, geh nicht in oder an die Zulg spielen. Dann kann sie hochkommen. Ziehen die Wolken vom Eriz her, dann kommts ‹cho häschere›! Weisheiten, die Leben retten!», schreibt ein Facebook-User, der in Steffisburg aufgewachsen ist. Hans Rudolf Feller, bis zu seiner Pensionierung 2009 Gemeindepräsident von Steffisburg, sagt: «Dass die Zulg eine Wasser- und Schlammwalze vom Eriz her bringt, ist in der Tat nichts Neues – wer in Steffisburg an der Zulg wohnt, kennt dieses Phänomen.» Dass die Zulg so hoch komme wie am Mittwoch, sei freilich aussergewöhnlich. «Allerdings kam die Wasserwalze jetzt viele Jahre nicht», sagt Feller. «Vielleicht brachte sie auch deshalb so viel Treibgut mit.» -
Stand 20 Uhr
Laut dem neusten Gefahrenbulletin des Bundesamts für Umwelt (BAFU) vom Donnerstagmittag rechnen die Meteorologen für die nächsten Tage nämlich weiterhin mit veränderlichem, gewittrigem Wetter. Schon am Donnerstagnachmittag gingen vor allem im Napfgebiet wieder heftige Niederschläge nieder, wie SF Meteo meldete. Laut MeteoSchweiz entluden sich dann am frühen Abend teils heftige Hagelgewitter in der Ostschweiz. Meldungen über Schäden lagen zunächst keine vor.
An welchen Gewässern es allenfalls zu Hochwassern kommen könne, sei schwer zu sagen, schreibt das BAFU. Die Gefahr sei für grössere Flüsse nur mit einem Vorlauf von wenigen Stunden vorherzusagen. «Die Sache ist nicht ausgestanden», sagte auch Bernhard Schudel, Leiter Gewässerregulierung im kantonalen Amt für Wasser und Abfall.
Mässige Gefahr entlang der Emme
Aufgrund der Wetterprognosen rechneten die BAFU-Fachleute vor allem ab Donnerstagnachmittag mit steigenden Pegeln. Das BAFU sagte für den Brienzersee eine erhebliche Hochwassergefahr voraus (Gefahrenstufe 3), für die Aare zwischen Brienzersee und Bern eine mässige Hochwassergefahr (Stufe 2).
Mässige Hochwassergefahr herrschte am Donnerstag für das BAFU auch entlang der Emme und an weitere Schweizer Gewässern.
In Bern blieben am Donnerstag die mobilen Hochwasserverbauungen entlang der Aare installiert, und die Feuerwehr überwachte das Gelände. Auch der grosse Kranwagen, der Schwemmholz aus der Aare holt, blieb vor Ort.
Am Mittwochabend transportierte die Aare bei Bern maximal gegen 420 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. 420 Kubikmeter ist der Wert, der als Schadensgrenze gilt.
Prognosen sind mit Vorsicht zu geniessen
Das BAFU hatte in seinen Prognosen vom Mittwoch nur für die Ufer des Brienzersees vor erheblicher Hochwassergefahr gewarnt. Für die übrigen grösseren Gewässer des Kantons Bern sprach es von keiner oder geringer Gefahr. Eine Fehleinschätzung angesichts doch erheblicher Hochwassergefahr an der Aare in Bern?
«Der Bund betreibt vor allem Messstationen an grösseren Gewässern, die für eine gesamtschweizerische Übersicht wichtig sind. Für diese Gewässer werden auch Prognosen gerechnet. Für kleinere Gebiete hingegen sind Vorhersagen schwierig zu machen», sagte dazu die Hydrologin Silvia Morf vom BAFU auf Anfrage der sda.
Zudem sei zu berücksichtigen, dass die Intensität von Niederschlägen bei Gewittern sehr schwer vorauszusagen sei. Diese beiden Umstände relativierten die BAFU-Hochwasserprognosen. sda -
«Die Flüsse können innert Minuten anschwellen»
Bernhard Schudel vom kantonalen Amt für Wasser und Abfall beschreibt im Interview die aktuelle Lage und erklärt, was passiert, wenn sich das Wetter nicht verbessert in den nächsten Tagen. Hier geht es zum Interview.
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Bafu warnt vor weiteren Hochwassern
Denn den Meteorologen zufolge führt Südwestwind weiterhin feuchtwarme und instabile Luft mit Potenzial für heftige Gewitter in die Schweiz.
An welchen Gewässern es allenfalls zu Hochwassern kommen könne, sei schwer zu sagen, schreibt das Bundesamt für Umwelt (Bafu) in seinem neusten Naturgefahrenbulletin vom Donnerstagmittag. Die Gefahr sei für grössere Flüsse nur mit einem Vorlauf von wenigen Stunden vorherzusagen.
Aufgrund der Wetterprognosen rechnet das Bafu vor allem ab Donnerstagnachmittag mit steigenden Pegeln. Es sagt für den Brienzersee eine erhebliche Gefahr von Hochwasser voraus (Gefahrenstufe 3) und für die Aare zwischen Brienzersee und Bern eine mässige Hochwassergefahr (Stufe 2).
Mässige Hochwassergefahr herrscht am Donnerstag für das Bafu auch entlang der Emme und an weiteren Gewässern in der Schweiz.
Prognosen sind mit Vorsicht zu geniessen
Das Bafu hatte in seinen Prognosen vom Mittwoch nur für die Ufer des Brienzersees vor erheblicher Hochwassergefahr gewarnt. Für die übrigen grösseren Gewässer des Kantons Bern sprach es von keiner oder geringer Gefahr. Eine Fehleinschätzung angesichts doch erheblicher Hochwassergefahr an der Aare in Bern?
«Der Bund betreibt vor allem Messstationen an grösseren Gewässern, die für eine gesamtschweizerische Übersicht wichtig sind. Für diese Gewässer werden auch Prognosen gerechnet. Für kleinere Gebiete hingegen sind Vorhersagen schwierig zu machen», sagte dazu die Hydrologin Silvia Morf vom Bafu auf Anfrage der sda.
Zudem sei zu berücksichtigen, dass die Intensität von Niederschlägen bei Gewittern sehr schwer vorauszusagen sei. Diese beiden Umstände relativierten die BAFU-Hochwasserprognosen.
«Holz-Tsunami» in Zulg
Am Mittwochabend führte ein heftiges Gewitter in der Thunerseeregion zu einer wahren Wasserwalze im Flüsschen Zulg, das in die Aare fliesst. Dieses Wasser sorgte dann in Bern für Probleme. Ein Beobachter sprach laut dem «Thuner Tagblatt» von einem «Holz- Tsunami», weil die Wasserwalze viel Schwemmholz mit sich führte.
Auch die Emme führte so viel Wasser wie im Durchschnitt nur alle zehn Jahre einmal.
Kran war rechtzeitig in der Matte
Das von der Zulg und jeweils auch von anderen Flüssen und Bächen herangeführte Holz landet in der Berner Matte im sogenannten Tych, also im Kanal vor dem Matte-Wasserkraftwerk, oder bleibt am Matte- Wehr hängen.
Spätestens sei dem Extrem-Hochwasser von 2005 weiss man in Bern, dass dieses Holz sehr gefährlich ist, denn verkeilte Stämme und Äste erschweren den Abfluss des Wassers. Deshalb richtete die Stadt nach 2005 sogenannte Interventionsplätze ein, um mit schweren Maschinen das Holz abfischen zu können.
Am Mittwochabend traf denn auch in der Matte ein riesiger Kran ein und entfernte zuerst - wie für solche Situationen vorgesehen - einen Teil des Geländers der Matte-Schwelle und fischte danach Holz aus dem Wasser. Das tat er auch noch am Donnerstag, wie Feuerwehrsprecher Franz Märki auf Anfrage sagte.
Der von der Stadt mit dem externen Kranunternehmen vereinbarte Richtwert von zwei Stunden zwischen Alarmierung (um 18 Uhr) und Einsatz (ab 20 Uhr) sei eingehalten worden, sagt Märki. Der Einsatz des Krans sei «ganz wesentlich gewesen» im Kampf gegen Hochwasser.
sda -
Ein Video vom Mittwoch: Die Zulg in Steffisburg
Die Zulg tritt in Steffisburg über die Ufer. (Video: TeleBärn)
Zusätzliche Videos finden Sie weiter unten im Artikel. -
Stand 10 Uhr: See-Pegelstände werden gesenkt
Die Aare führte am Donnerstagmorgen 330 Kubikmeter pro Sekunde, was 90 Kubikmeter unter der Schadensgrenze von 420 Kubikmetern liegt. Das ist diejenige Menge Wasser, ab der die Häuser entlang der Aare gefährdet sind. Etwas weniger als 420 Kubikmeter Wasser führte die Aare, als ihr Pegel am Mittwochabend den Höchststand erreichte.
Am Wert von 330 Kubikmeter werde sich nicht viel ändern, schrieb das Feuerwehrkommando der Stadt Bern am Donnerstagmorgen. Habe doch das kantonale Amt für Wasser und Abfall das Ziel, die Pegelstände von Brienzer- und Thunersee weiterhin zu senken, um grössere Wassermengen aus dem Oberland besser auffangen zu können.
Gewitterzellen am gleichen Ort
Dass das Flüsschen Zulg in der Region Thun am Mittwochabend der Aare so viel Wasser zuführte, geht laut einer Mitteilung des Wetterdiensts MeteoNews letztlich auf schwachen Höhenwind zurück.
Das führte dazu, dass Gewitterzellen – wie kürzlich in der Region Zürich geschehen – zum Teil mehrere Stunden am gleichen Ort blieben. Auf diese Weise fielen die Niederschlagsmengen lokal ausserordentlich gross aus.
Bernhard Schudel vom kantonalen Amt für Wasser und Abfall sagte am Donnerstagmorgen im Schweizer Radio DRS 1, auch die Emme habe am Mittwochabend sehr viel Wasser geführt. Er bezeichnete am Donnerstag auch die Lage am Brienzersee als angespannt. sda
So wurden die Rechen entfernt (Video: TeleBärn)
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Ein Blick ins Emmental: Grosser Schaden in Schangnau
Am Mittwoch ging in der Gemeinde Schangnau im Emmental ein starkes Gewitter nieder. Die Strasse zwischen Bumbach und Kemmeriboden wurde verschüttet und war danach stundenlang gesperrt.
Das Gewitter ereignete sich kurz nach vier Uhr. Der starke Regenfall führte nach einer gewissen Zeit dazu, dass die Bäche in der Gemeinde Schangnau im Ortsteil Bumbach über die Ufer traten. Weil die Bäche Schutt und Geröll mitführten, wurde die Strasse zwischen Bumbach und Kemmeriboden verschüttet. Die Strasse war zwischen 17 und 23 Uhr gesperrt. Die Besucher des Ausflugsrestaurants Kemmeriboden-Bad sassen im Landgasthof fest.
Stall zugeschüttet
Einen grossen Sachschaden richteten die Bäche auch in einem Bauernhof im Bumbächli an. Das Geröll schüttete den Stall zu, auch das Wohnhaus wurde stark verwüstet.
Wie gross der Sachschaden insgesamt ist, lässt sich momentan noch nicht abschätzen. Am Donnerstag war ein Schadenexperte der Gebäudeversicherung vor Ort, um sich ein Bild des Situation zu machen.
Insgesamt waren am Mittwochabend in Schangnau 65 Feuerwehrleute im Einsatz. Philippe Müller, Burgdorf -
9 Uhr: Die Hochwasser-verbauungen bleiben
Wie Franz Märki, Mediensprecher der Berner Berufsfeuerwehr, am Donnerstagmorgen gegenüber baz.ch/Newsnet mitteilte, habe sich die Hochwassersituation momentan auf einem hohen Niveau beruhigt. Auch die vergangene Nacht verlief aus Sicht der Einsatzkräfte ruhig: Sie konnten sich darauf
beschränken, das Gelände zu überwachen.
Weil im Verlauf des Tages in der Region aber noch mit weiteren Niederschlägen zu rechnen ist, bleiben die am Mittwoch installierten Hochwasserverbauungen vorerst noch bestehen. «Wir beobachten die Situation ständig. Am Mittwoch war es ein Wettlauf gegen die Zeit, heute sind wir natürlich besser vorbereitet», so Märki.
Matte für Verkehr gesperrt
Schadensmeldungen aus der Stadt Bern seien noch keine weiteren eingegangen. Die Matte bleibt aber bis auf weiteres für den Verkehr gesperrt. Der Zubringerdienst ist möglich, die Anwohner dürfen ihre Fahrzeuge aber in der Matte selbst nicht stehen lassen. Die Einsatzkräfte stehen beim Mühleplatz für Fragen zur Verfügung.
Die Autos im Mattequartier wurden am Mittwoch vorsorglich «evakuiert». (Video: TeleBärn) -
Wahrscheinlich keine grossen Schäden
Wie die Feuerwehr und die Polizei in der Nacht auf Donnerstag mitteilten, blieben in der Stadt Bern die befürchteten Wassermengen aus. Trotzdem lieferten sich die Einsatzkräfte einen Wettkampf mit der Zeit: Die zahlreichen Sperren konnten gerade noch rechtzeitig eingebaut werden, Schäden blieben weitestgehend aus. Im Berner Mattequartier ist nur in ein Gebäude Wasser eingetreten.
Auf dem Bild: Die Aare beim Schwellenmätteli am Donnerstagmorgen um 6 Uhr. -
Steffisburg mit Glück im Unglück
Die Gemeinde Steffisburg hatte am Mittwoch riesiges Glück: Die Zulg schwoll extrem stark an und schwemmte tonnenweise Holz talwärts. Am Abend gab es auch in Bern Hochwasseralarm.Die Zulg schwoll gestern Nachmittag infolge starker Gewitter im Eriz extrem an und transportierte tonnenweise Schwemmholz talwärts. Die Feuerwehr in Steffisburg sperrte alle Brücken und stellte sicher, dass sich keine Personen in Ufernähe aufhielten.
Gegen 17 Uhr war der Spuk vorbei, und die Brücken wurden wieder freigegeben. Angesichts der Holz- und Wassermassen sind die Schäden relativ gering: Lediglich in etwa sechs Liegenschaften in Steffisburg gab es Wasserschäden. Personen kamen nicht zu Schaden. Das Holz wurde in die Aare geschwemmt und trieb in Richtung Bern. Die Bundesstadt war gewarnt: Um 20.20 Uhr wurde wegen Überflutungsgefahr Sirenenalarm ausgelöst. Die Polizei forderte die Anwohner auf, Massnahmen gegen das Eindringen des Wassers in die Gebäude zu treffen. Derweil sanken die Pegel der Oberländer Seen gestern wieder. Marc Imboden, Michael Gurtner
Den vollständigen Bericht über das Hochwasser in Steffisburg finden Sie hier.
Wasserschäden in Steffisburg. (Video: TeleBärn) -
Gaffer behindern Verkehr und Hilfskräfte
«Die Farbe der Aare hat sich innerhalb von fünf Minuten von Blau zu Braun verändert», simste ein Augenzeuge, der am Mittwochabend nach 19 Uhr oberhalb des Eichholzes die Aare beobachtete. Die Wassermassen aus dem Berner Oberland sind in Bern angekommen. Wer direkt am Fluss am Bräteln oder Campieren ist, wird von Sicherheitskräften weggewiesen.
20.15 Uhr: In der Stadt Bern heulen die Sirenen. Polizeipatrouillen fahren durch die Quartiere an der Aare und rufen die Anwohner auf, gefährdete Keller zu räumen und die Autos aus der Gefahrenzone zu fahren.
Die Sirenen warnen aber nicht nur die Anwohner vor dem Hochwasser. Sie locken auch zahlreiche Gaffer an. Diese stehen auf der Lorrainebrücke, der Kornhausbrücke und der Kirchenfeldbrücke und blicken hinunter auf die braunen Wassermassen. Heikel wird es auf der Kirchenfeldbrücke. Die Schaulustigen versperren nicht nur die beiden Trottoirs, sondern auch die Fahrbahn. Bernmobil muss Mitarbeiter einsetzen, die dafür sorgen, dass Trams und Busse überhaupt noch passieren können.
Der Tierpark wurde verbunkert
Unten in der Matte sperrt die Polizei das Aareufer mit rot-weissem Band ab. Eine Frau zeigt gleichzeitig ihrer Kollegin auf dem Handy ein Filmli, das sie online gefunden hat. «Voll krass!», sagt die Kollegin. Die Bilder zeigen offenbar den Moment, als im Berner Oberland das Flüsschen Zulg anschwoll und eine Ladung Holz mit sich riss. Unten in der Matte holen Feuerwehrmänner derweil diese Baumstämme aus dem Wasser und verhindern so, dass das Holz einen gefährlichen Rückstau verursacht.
Tierparkdirektor Bernd Schildger meldet sich aus dem Dählhölzli: «Tierpark wird verbunkert. Aare ist 20 Zentimeter unter dem Weg.» Auch im Bärenpark flussabwärts werden Vorsichtsmassnahmen getroffen: Die Bären werden in den Stall gelockt, der Uferweg geschlossen. Die Tierpfleger bleiben in der Nacht vor Ort, um die Lage zu beobachten.
Die Berufsfeuerwehr Bern steht bis in die Nacht hinein
mit 65 Mann im Einsatz und kann so Schlimmeres verhindern. Mirjam Messerli, Christine Nydegger -
Stand 24 Uhr
«Es war ein Wettkampf gegen die Zeit», sagte Franz Märki, Sprecher der Berufsfeuerwehr der Stadt Bern. Nach heftigen Regenfällen am Nachmittag führte die Zulg, die im Raum Steffisburg am Tor zum Berner Oberland in die Aare fliesst, plötzlich grosse Wassermengen sowie Schwemmholz mit.
Die heftigen Regenfälle im Gebiet Eriz hatten dazu geführt, dass gemäss der Messstation des bernischen Amts für Wasser und Abfall die Zulg bei Heimberg um etwa 17 Uhr innert Kürze von ein paar wenigen Kubikmetern Wasser pro Sekunde auf 190 Kubikmeter anschwoll - dass also eine wahre Wasserwalze daher kam. Ebenso rasch, wie der Fluss anschwoll, sank der Pegel gemäss dem Diagramm wieder.
Maximal 420 Kubikmeter pro Sekunde
Um etwa 20 Uhr hatte das Wasser Bern erreicht, wo die Aare maximal 420 Kubikmeter pro Sekunde führte, dann aber ebenfalls ziemlich rasch wieder an Höhe verlor.
Weil dieses Ereignis überraschend eingetreten und eine Messstation mitgerissen worden sei, habe das kantonale Amt für Wasser und Abfall relativ spät Informationen erhalten. Dafür habe man dann aber rasch darauf reagiert, versicherte Märki.
Das Amt schloss den Hochwasserentlastungsstollen in Thun, damit nicht noch zusätzliche Wassermassen auf die Bundesstadt zukamen. In den Stadtberner Quartieren Matte, Marzili, Dalmazi, Altenberg und Felsenau, die unmittelbar an der Aare liegen, bauten die Einsatzkräfte überall Sperren ein.
Schwemmholz aus der Aare gehievt
Die Feuerwehr stellte fest vorbereitete Elemente wie Verschalungen auf und setzte grosse Schläuche ein. Sie unterstützte die Anwohner, die Sandsäcke vor Eingangstüren aufstellen wollten. Im Mattequartier fischte derweil ein riesiger Kran Schwemmholz aus der Aare und entlastete den grossen Deich.
Die Anwesenden und die Anwohner der betroffenen Quartiere, die generell mit relativer Gelassenheit auf die Gefahr reagierten, wurden aufgefordert, exponierte Keller zu räumen. Wegen der Gefahr vor einer Überflutung sollten auch die Fahrzeuge aus der Gefahrenzone gebracht werden, hiess es etwa per Lautsprecher.
Gegen 21.00 Uhr entspannte sich die Situation merklich. «Wenn es jetzt nicht plötzlich irgendwo heftig regnet, dann muss man nicht mehr mit einer Verschärfung der Situation rechnen», sagte Feuerwehrsprecher Märki.
Die Feuerwehr werde aber nicht gleich ihr Material wegräumen, fügte er an. Zwar bestand am späten Mittwochabend keine spezielle Gefahr mehr, doch die Einsatzkräfte wollten die Situation weiter beobachten.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Märki lediglich von einem Gebäude Kenntnis, in welches Wasser eingedrungen war. Von anderen Schäden wusste er nichts.
Massnahmen bewährten sich
Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause sagte, es habe sich bewährt, dass die Feuerwehr das Aufstellen mobiler Sperren seit den letzten Hochwassern trainiert habe. Bewährt hätten sich auch gewisse Verbauungen, die als Reaktion auf die seinerzeitigen Hochwasser entlang der Aare angebracht worden waren.
Wie immer aktuell über die Ereignisse berichteten die Autoren des Matteblogs auf dem Internet über die neusten Ereignisse. «Die Schwemmholzbilder erinnern ungut an das 2005», schrieben sie. Damals floss die Aare wegen des hohen Pegels und Verstopfungen durch Schwemmholz quer durchs Quartier und sorgte dafür, dass viele Bewohner evakuiert werden mussten.
Die nach den Hochwassern von 1999 und 2005 ergriffenen Massnahmen zum raschen Eingreifen bei Hochwasser - wie etwa der Einsatz eines Krans zum Wegschaffen von Schwemmholz – hätten Wirkung gezeigt, notierten die Autoren des Blogs dann etwas später. sda -
Stand 22.50 Uhr
Die Berichterstattung über die Hochwassersituation in diesem Ticker ist vorerst abgeschlossen. baz.ch/Newsnet berichtet ab sechs Uhr morgens wieder über die Ereignisse der Nacht und die Schäden.
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Zusammenfassung
Gefahr vorerst gebannt
In der Stadt Bern hat die Feuerwehr am Mittwochabend wegen Hochwassergefahr die Bevölkerung mit Sirenen alarmiert. Nach heftigen Niederschlägen im Raum Thun befürchtete die Feuerwehr, dass die Aare in der Bundesstadt über die Ufer treten würde.
«Es war ein Wettkampf gegen die Zeit», sagte Franz Märki, Sprecher der Berufsfeuerwehr der Stadt Bern. Nach heftigen Regenfällen am Nachmittag führte die Zulg, die im Raum Steffisburg am Tor zum Berner Oberland in die Aare fliesst, plötzlich grosse Wassermengen sowie Schwemmholz mit.
Die heftigen Regenfälle im Gebiet Eriz hatten dazu geführt, dass gemäss der Messstation des bernischen Amts für Wasser und Abfall die Zulg bei Heimberg um etwa 17 Uhr innert Kürze von ein paar wenigen Kubikmetern Wasser pro Sekunde auf 190 Kubikmeter anschwoll - dass also eine wahre Wasserwalze daher kam. Ebenso rasch, wie der Fluss anschwoll, sank der Pegel gemäss dem Diagramm wieder.
Sperren aufgebaut
Um etwa 20 Uhr hatte das Wasser Bern erreicht, wo die Aare maximal 420 Kubikmeter pro Sekunde führte, dann aber ebenfalls ziemlich rasch wieder an Höhe verlor.
Weil dieses Ereignis überraschend eingetreten und eine Messstation mitgerissen worden sei, habe das kantonale Amt für Wasser und Abfall relativ spät Informationen erhalten. Dafür habe man dann aber rasch darauf reagiert, versicherte Märki.
Das Amt schloss den Hochwasserentlastungsstollen in Thun, damit nicht noch zusätzliche Wassermassen auf die Bundesstadt zukamen. In den Stadtberner Quartieren Matte, Marzili, Dalmazi, Altenberg und Felsenau, die unmittelbar an der Aare liegen, bauten die Einsatzkräfte überall Sperren ein.
Schwemmholz aus der Aare gehievt
Die Feuerwehr stellte fest vorbereitete Elemente wie Verschalungen auf und setzte grosse Schläuche ein. Sie unterstützte die Anwohner, die Sandsäcke vor Eingangstüren aufstellen wollten. Im Mattequartier fischte derweil ein riesiger Kran Schwemmholz aus der Aare und entlastete den grossen Deich.
Die Anwesenden und die Anwohner der betroffenen Quartiere, die generell mit relativer Gelassenheit auf die Gefahr reagierten, wurden aufgefordert, exponierte Keller zu räumen. Wegen der Gefahr vor einer Überflutung sollten auch die Fahrzeuge aus der Gefahrenzone gebracht werden, hiess es etwa per Lautsprecher.
Gegen 21.00 Uhr entspannte sich die Situation merklich. «Wenn es jetzt nicht plötzlich irgendwo heftig regnet, dann muss man nicht mehr mit einer Verschärfung der Situation rechnen», sagte Feuerwehrsprecher Märki.
Die Feuerwehr werde aber nicht gleich ihr Material wegräumen, fügte er an. Zwar bestand am späten Mittwochabend keine spezielle Gefahr mehr, doch die Einsatzkräfte wollten die Situation weiter beobachten.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Märki lediglich von einem Gebäude Kenntnis, in welches Wasser eingedrungen war. Von anderen Schäden wusste er nichts.
Massnahmen bewährten sich
Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause sagte, es habe sich bewährt, dass die Feuerwehr das Aufstellen mobiler Sperren seit den letzten Hochwassern trainiert habe. Bewährt hätten sich auch gewisse Verbauungen, die als Reaktion auf die seinerzeitigen Hochwasser entlang der Aare angebracht worden waren.
Wie immer aktuell über die Ereignisse berichteten die Autoren des Matteblogs auf dem Internet über die neusten Ereignisse. «Die Schwemmholzbilder erinnern ungut an das 2005», schrieben sie. Damals floss die Aare wegen des hohen Pegels und Verstopfungen durch Schwemmholz quer durchs Quartier und sorgte dafür, dass viele Bewohner evakuiert werden mussten.
Die nach den Hochwassern von 1999 und 2005 ergriffenen Massnahmen zum raschen Eingreifen bei Hochwasser - wie etwa der Einsatz eines Krans zum Wegschaffen von Schwemmholz - hätten Wirkung gezeigt, notierten die Autoren des Blogs dann etwas später. sda -
Stand 22 Uhr
Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause verschaffte sich in der Matte einen Überblick über die Hochwasser-Situation: «Die Feuerwehr wird das Dispositiv aufrechterhalten», sagte er gegenüber der Sendung 10vor10 des Schweizer Fernsehens.
Es habe sich bewährt, dass die Feuerwehr das Aufstellen mobiler Sperren seit den letzten Hochwassern trainiert habe. Bewährt hätten sich auch gewisse Verbauungen, die als Reaktion auf die seinerzeitigen Hochwasser entlang der Aare angebracht worden waren, sagte er weiter.
Man wolle die mobilen Dammschutzmassnahmen ausbauen. Anders als bei früheren Hochwasser-Situationen habe man die Schwemmholzproblematik früh in den Griff gekriegt.
Und: «Wir hoffen nun natürlich auf gute Witterung. »
Die Matte-Bewohner schützen ihre Häuser mit Sandsäcken (Video: TeleBärn). -
Stand bei der Kantonspolizei
In Unterlangenegg wurden wegen des Wassers Zelte eines Pfadfinderlagers weggeschwemmt. Dabei kamen keine Personen zu Schaden. Die Betroffenen konnten in einer Zivilschutzanlage untergebracht werden.
Auch in der Region Emmental kam es infolge der heftigen Regenfälle zu mehreren Meldungen wegen überschwemmter oder mit Geröll versperrter Strassen. Während sich die Meldungen zunächst auf die Region um Schangnau bezogen, stellte wenig später der Zusammenfluss von Emme und Ilfis einen kritischen Punkt dar.
Zum jetzigen Zeitpunkt liegen im Kantonsgebiet keine Angaben zu verletzten Personen vor. -
Zwischenstand 21.30 Uhr
In der Stadt Bern trifft die Feuerwehr weiter Massnahmen gegen ein mögliches Hochwasser. Um die Bevölkerung zu warnen, ertönte um 20.15 Uhr ein Sirenenalarm. Die direkt betroffenen Anwohner entlang der Aare waren schon zuvor per SMS alarmiert worden.
Noch sei die Situation schwierig abzuschätzen, sagte Franz Märki, Sprecher der Berufsfeuerwehr der Stadt Bern. Besonders schwierig sei die Lage geworden, weil im Gebiet Eriz die Zulg, die bei Steffisburg in die Aare fliesst, nach heftigen Niederschlägen plötzlich eine grosse Menge Wasser geführt habe.
Wasser aus Thun
Durch das viele Schwemmholz habe sich die Situation verschärft, erklärte Märki. Solange das Wasser primär von Thun komme, sei die Situation normalerweise unter Kontrolle. Doch wenn wie dieses Mal ein Ereignis zwischen Thun und Bern dazukomme, sei das eine neue Situation, fügte er an.
Im Mattequartier unmittelbar an der Aare stellte die Feuerwehr einen riesigen Kran auf. Mit diesen wurden einzelne Elemente aus der Schwelle genommen, um den Deich zu entlasten. In der Matte aber auch in anderen Quartieren wie Dalmazi, Marzili, Altenberg und Felsenau wurden Sperren eingebaut.
An verschiedenen Orten stellten Privatpersonen gelagerte Sandsäcke auf, um sich vor dem drohenden Hochwasser zu wappnen. Die Feuerwehr unterstützte diese Personen dabei.
Keller wurden geräumt
Die Anwesenden und die Anwohner der betroffenen Quartiere wurden aufgefordert, exponierte Keller zu räumen. Wegen der Gefahr vor einer Überflutung sollten auch die Fahrzeuge aus der Gefahrenzone gebracht werden, hiess es etwa per Lautsprecher.
Im Moment habe er von Schäden noch keine Kenntnis, sagte Märki weiter. In einer solchen Situation könne man nie schnell genug reagieren. Weil die Situation mit der Zulg plötzlich eingetreten und eine Messstation mitgerissen worden sei, habe das kantonale Amt für Wasser und Abfall relativ spät Informationen erhalten.
Dafür habe man aber dann rasch darauf reagiert, versicherte Märki. Das Amt schloss deshalb den Hochwasserentlastungsstollen in Thun, damit nicht noch zusätzliche Wassermassen auf die Bundesstadt zukommen.
sda -
Stand Hochwasser in Steffisburg
Auch Steffisburg war wegen der Zulg von Hochwasser betroffen. Der Fluss stieg enorm hoch. Die Schäden in Steffisburg müssten theoretisch sehr gross sein. Doch ein Schutzengel muss seine Hand über das Dorf gehalten haben. «Bei der Müllerschwelle, also etwas oberhalb der Zulgbrücke beim Gemeindehaus, trat der Bach links und rechts über die Ufer. In den Garagen und Kellern von etwa sechs Liegenschaften gab es Wasserschäden», so Sohm weiter. «Auch der Mühlebach ging sehr hoch, weshalb es auch im Gemeindewerkhof und in unserem Feuerwehrmagazin Schäden gab.» Das war alles? «Ja, wir hatten unglaubliches Glück. Die Zulg riss das Holz einfach mit und schwemmte es in die Aare. Jetzt ist es unterwegs nach Bern. Aber die Stadt ist gewarnt und weiss, was auf sie zukommt», sagte Steffisburgs Feuerwehrkommandant Guido Sohm (Michael Gurtner, Thun)
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Stimmungsbericht aus dem Mattequartier
Die ganze Matte-Anwohnerschaft schien auf den Beinen zu sein, vom Kleinkind bis hin zu Urgesteinen des Quartiers: alle verfolgten das Geschehen direkt an der Aare mit - und auch auf der Kirchenfeldbrücke sammelten sich mehr und mehr Schaulustige an. Kurz nach 19 Uhr machte sich unter den angerückten Feuerwehrmännern und Zivilschutzeinheiten Hektik breit, eiligen Schrittes wurden zwischen Schwellenmätteli und Wasserwerk die Schläuche ausgerollt.
Zunächst zeigten sich alteingesessene und Hochwassererprobte Anwohner noch zuversichtlich, was die Wassermenge betraf. Doch schnell wurde die Situation unruhig, als Strasse und Trottoir für Passanten gesperrt wurden, und krachend die ersten Baumstämmen an den Schaulustigen vorüberzogen und sich am Rechen zu stauen begannen. „Um 8 Uhr wird die Matte überschwemmt“, verlauteten die einen, andere hatten irgendwo vernommen, dass es um 22 Uhr soweit sein werde.
Kurz nach dem ersten Aufheulen der Sirenen um 20 Uhr gelang es der Feuerwehr scheinbar in letzter Minute, mit dem kniffligen Manöver eines Drehkrans Teile des Rechens auf Höhe Wasserwerk zu entfernen und so den schnellen Abfluss des Triebholzes einzuleiten. Die dankbaren Anwohner quittierten den Erfolg mit Applaus und Pfiffen.
(Anita Suter, Matte) -
Stand 20.55 Uhr
Die Matte kann vorerst aufatmen, die Aare führt zwar noch immer viel Wasser, doch dieses kann nun abfliessen. Die Mattebewohner applaudierten, als die Rechen entfernt waren.
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Stand 20.45 Uhr
Die Rechen in der Matte wurden entfernt, das Wasser kann nun recht schnell abfliessen.
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Stand 20.30 Uhr
Um kurz nach acht Uhr wurde in der Stadt Bern mit Sirenen Hochwasseralarm ausgelöst. Derweil entfernte die Feuerwehr in der Matte die mit Schwemmholz verstopften Rechen. Das Wasser floss danach schnell ab. Einige Wege in unmittelbarer Ufernähe wurden überschwemmt.
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Stand 20 Uhr
Nach heftigen Niederschlägen im Eriz in der Nähe von Thun steht der Stadt Bern ein Hochwasser bevor. Kurz nach 20 Uhr wurde mit Sirenen der Hochwasseralarm ausgelöst, wie eine Reporterin vor Ort berichtet.
Die Bevölkerung in den betroffenen Quartieren sei gegen 18 Uhr per SMS alarmiert worden, sagte Franz Märki von der Berufsfeuerwehr Bern. Nach seinen Angaben stehen zur Zeit rund 65 Personen von Berufsfeuerwehr und weiteren Einheiten entlang der Aare im Einsatz. In den Quartieren Marzili, Dalmazi, Altenberg und Felsenau werden Hochwassersperren aufgebaut.
450 Kubikmeter Wasser pro Sekunde
Ein zusätzliches Problem ist laut Märki das viele Schwemmholz, das die Aare mit sich führt: «Unsere Feuerwehrleute berichten von ganzen Baumstämmen, die herunterkommen», so Märki gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet. Er geht davon aus, dass die Aare ab 20 Uhr bis zu 450 Kubikmeter Wasser pro Sekunde führt. In den letzten Tagen waren es 330 rund Kubikmeter, dabei war das Flussbett bereits fast voll gewesen. «Mit anderen Worten: Die Aare wird definitiv über die Ufer treten.»
Mit den Jahrhunderthochwassern von 1999 oder 2005 ist die jetzige Situation laut Märki aber nicht zu vergleichen. Schon im Jahr 2005 hatten Baumstämme den Abfluss bei der Matteschwelle verstopft, worauf das Quartier überschwemmt worden war. Eine Evakuierung der Anwohner sei noch nicht nötig. Märki empfiehlt ihnen allerdings, sicherheitshalber die Keller zu räumen.
Ausnahmesituation in Steffisburg
Bereits am Nachmittag ist die Zulg in Steffisburg (BE) über die Ufer getreten. Laut Berichten von 20min.ch stieg das Wasser auf über 5 Meter an. Gemäss der Berner Polizei sei der Verkehr im betroffenen Gebiet zum Erliegen gekommen, da verschiedene Brücken und Strassen gesperrt werden mussten.
Die Anwohnerin Eliane Siegenthaler berichtet gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet von einer Ausnahmesituation: «Mein Mann wohnt schon sein ganzes Leben lang in Steffisburg, doch er hat die Zulg noch nie so viel Wasser mitführen gesehen.» Mittlerweile habe sich die Lage aber wieder etwas beruhigt, der Wasserpegel sei zurückgegangen.
Erstellt: 06.07.2012, 21:41 Uhr
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