Schweiz

Erdrutschgefahr: SBB-Strecke gesperrt

Aktualisiert am 07.09.2008

Vor allem in der Südschweiz hat es am Wochenende wie aus Eimern gegossen. Die Gotthard-Bahnlinie ist auf der Südseite seit heute Mittag wegen Erdrutschen unterbrochen.

Alpenpässe gesperrt

Wegen den anhaltenden Niederschlägen mussten Nufenen, Lukmanier und Simplon gesperrt werden.

Der Nufenen zwischen Wallis und Tessin musste wegen Steinschlags ab Ulrichen bis zur Passhöhe in beiden Richtungen gesperrt werden.

Der Lukmanier zwischen Graubünden und Tessin musste wegen Erdrutsch zwischen der Passhöhe und Fuorns GR gesperrt werden.

Auch der Simplonpass war zwischenzeitlich zwischen Gondo VS und dem italienischen Grenzort Iselle wegen Erdrutsch nicht befahrbar. Seit Sonntag früh ist die Strecke aber wieder offen.

Nach ausgiebigen Niederschlägen musste die SBB den Bahnbetrieb zwischen Lavorgo und Pianotondo wegen Wasser und Geröll auf den Geleisen einstellen.

Betroffen seien sämtliche Züge auf der Gotthardlinie, sagte SBB-Sprecher Reto Kormann. Zwischen Airolo TI und Biasca TI setzt die SBB Bahnersatzbusse ein. Die Strecke dürfte voraussichtlich gegen 16 Uhr wieder offen sein. Reisende müssen grössere Verspätungen in Kauf nehmen.

Auch in Graubünden Bahnstrecke gesperrt

Auch das Bündnerland kämpfte mit dem Regen: Wegen Hochwassers ist die Bahnstrecke Chur-Ilanz ausgefallen.

Nach tagelangen Regenfällen haben die intensiven Niederschläge im Tessin auch den Samstag hindurch und in der Nacht auf heute angehalten, wie Daniel Gerstgrasser von MeteoSchweiz auf Anfrage sagt.

Die Messstation im oberen Maggiatal zeigte 155 Liter Wasser pro Quadratmeter innerhalb eines Tages. Die Auswertung des Radarbildes vom Centovalli übers unter Maggia- bis ins Verzascatal deute allerdings auf über 200 Liter pro Quadratmeter in dieser Zeitspanne hin. Erst im Verlaufe des Sonntagsnachmittags wurde mit einer Beruhigung der Lage gerechnet. Das Fassungsvermögen des Lago Maggiore sei aber weiterhin ausreichend, sagte Gerstgrasser.

240 Liter Regen pro Quadratmeter

Im Tessin giesst es bereits seit Tagen heftig: So sind vom Mittwochmittag bis Samstagmittag in Magadino-Ebene rund 240 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Die durchschnittliche Menge im September wurde damit bereits deutlich überschritten. Die höchste je gemessene Regenmenge im Süden liegt bei rund 500 Litern pro Tag.

Starken Niederschlag erlebte auch die Surselva im Vorderen Rheintal. Wegen der Hochwasserlage war der Lukmanierpass heute morgen vorübergehend gesperrt. Die Rhätische Bahn (RhB) musste die Strecke Trin - Valendas-Sagogn wegen Hochwassers aus Sicherheitsgründen mindestens bis Betriebsschluss sperren. Zwischen Chur und Ilanz wurde ein Busersatz eingerichtet. Der Anschluss Bus-Bahn in Chur war nicht gewährleistet, und die Glacier-Express-Gäste wurden via Zürich umgeleitet.

Starker Regen auch im Glarnerland und in Uri

Auch in den Urner- und Glarneralpen bis hin zum Alpstein regnet es heftig. Seit dem frühen Samstagabend kamen dort innert 18 Stunden rund 80 Liter Wasser pro Quadratmeter zusammen.

Zum Wochenbeginn war vor allem für das Tessin wieder «trocken und sonnig» angesagt. Erst am Freitag seien wieder Niederschläge möglich. Auch auf der Alpennordseite wurde mit Ausnahme des Mittwochs kaum weiterer Niederschlag erwartet.

Erstellt: 07.09.2008, 14:06 Uhr

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