Schweiz
Jugend erforscht: Kein Gott – aber viel Zukunftsglaube
Von Reto Hunziker. Aktualisiert am 27.08.2008
Komplexe Materie: Die Schweizer Jugend beschäftigt die Wissenschaft. (Bild: Keystone)
Studien über Jugendliche haben Hochkonjunktur. Allein in den letzten drei Monaten sind in der Schweiz mindestens sieben Studien erschienen, die das Leben der Jungen analysieren. Soeben hat der Schweizerische Nationalfonds die Studie «Kindheit und Jugend in der Schweiz» veröffentlicht. Die wissenschaftlichen Erhebungen – mal mehr, mal weniger repräsentativ – ergeben zusammen ein komplexes Bild der heutigen Jugend. Eine Zusammenstellung der letzten Studien – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Autoritäre Erziehung erzielt bei Kindern und Jugendlichen nicht die gewünschte Wirkung. Der Erziehungsstil und die Herkunft der Eltern sind für das spätere Leben der Kinder prägend. Das ergab die Studie des Schweizerischen Nationalfonds. Kinder entwickeln sich demnach nur in einer emotionalen Erziehung, in der sie mitentscheiden können, zu gefestigten Persönlichkeiten. Doch auch Bildungshintergrund, Einkommens- und Wohnverhältnisse der Familie haben einen wichtigen Einfluss auf den Erziehungsstil und damit die Zukunft der Kinder. (Heute)
Materialistischer – und etwas weiter rechts
Die meisten 20-jährigen Schweizerinnen und Schweizer sind mit ihrem Leben zufrieden. Von zehn Befragten schauen neun optimistisch in die Zukunft. Eine erfüllende Partnerschaft, eine befriedigende Arbeit und eine eigene Familie – das wollen die 20-Jährigen in ihrem Leben erreichen. In den letzten 25 Jahren sind die Jugendlichen jedoch materialistischer geworden: Finanzielle Sicherheit und persönlicher Erfolg haben einen grösseren Stellenwert bekommen. Ausserdem sind die jungen Erwachsenen politisch ein wenig nach rechts gerutscht. Obwohl sie Politik nach wie vor wenig interessiert. (Ende August 2008)
Junge Schweizer Männer zwischen 15 und 24, die sich das Leben nehmen, tun dies in 44 Prozent der Fälle mit Schusswaffen. (Anfang August 2008)
Wenig religiös
Schweizer Jugendliche zwischen 18 und 29 Jahren beten seltener als Jugendliche in anderen Ländern. Mit Religion beschäftigen sie sich weniger als im übrigen Europa. Dennoch bezeichnen sich 66 Prozent der Befragten als religiös, 18 Prozent als nicht-religiös und 14 Prozent als tiefreligiös. (Mitte Juli 2008)
Die Jugend glaubt an die Zukunft: Von 1513 Befragten zwischen 16 und 25 Jahren glauben 88 Prozent, dass sie mit 50 Kinder haben werden. Jedoch gehen auch über 80 Prozent davon aus, dass sie dann nicht oder nicht mehr verheiratet sein werden. Ausserdem befürchten über 80 Prozent, dass sie nach 50 keine Freunde mehr finden werden und nur ein Drittel glaubt daran, bis dahin den Traumjob gefunden zu haben. Jedoch denkt nur knapp jeder Zehnte, dass er mit 50 keinen Sex mehr haben wird. (9. Juli 2008)
Jeder zehnte Jugendliche, der Computerspiele spielt, weist krankhafte Züge auf. (Deutsche Studie: Ende Juli 2008)
Schweizer Jugendliche betrinken sich nicht mehr so oft wie vor 5 Jahren. Auch Kiffen und Rauchen hat an Popularität verloren. Das ergab eine Befragung unter 15-Jährigen. (Anfang Juli 2008)
Musik, Handy, Freunde
Jugendliche würden in ihrer Freizeit am liebsten Freunde treffen. Platz 2 bei den Freizeitaktivitäten belegt «Musik hören» und Platz 3 «Kino». Tatsächlich hören die 12- bis 19-Jährigen aber am häufigsten Musik, telefonieren oder schauen fern. (Anfang Juni 2008)
Jugendliche nutzen das Internet immer öfter, um sich zu unterhalten. Musik, Videos und Fotos sind dabei sehr beliebt. (Deutsche Studie: Anfang Juni)
Jugendliche zwischen 17 und 26 trinken nicht weniger als noch vor vier Jahren. Aber sie mischen sich ihre alkoholhaltigen Getränke immer öfter selbst. Dabei ist Wodka das Mischgetränk Nummer 1. (Ende März 2008)
Wenn Jugendliche gewalttätig werden, sind immer öfter Alkohol oder Drogen mit im Spiel. Die Zahl der jungen Schläger unter Alkoholeinfluss ist doppelt so hoch wie vor acht Jahren. Das ergab eine Umfrage unter 16-Jährigen. Jugendgewalt im Allgemeinen ist jedoch gleich verbreitet wie damals. (Anfang März 2008)
Unkontrolliertes Kaufverhalten ist bei jungen Menschen häufiger als bei älteren. Jugendliche erliegen häufiger den Verlockungen der Werbung. (Anfang März 2008) (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.08.2008, 09:36 Uhr
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Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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