«Wir führen einen Kampf, um sie am Leben zu erhalten»

Die Befreiung der Basler Missionarin Beatrice S. steht in Bern an erster Stelle – auch wenn es «nicht einfach wird», wie Aussenminister Didier Burkhalter betont.

«Wer die Befreiung schlussendlich bezahlt, ist zweitrangig»: Aussenminister Didier Burkhalter. (Archivbild)

«Wer die Befreiung schlussendlich bezahlt, ist zweitrangig»: Aussenminister Didier Burkhalter. (Archivbild) Bild: Ennio Leanza/Keystone

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Für Aussenminister Didier Burkhalter ist klar: «Die Freilassung der Missionarin Beatrice S. in Mali hat oberste Priorität – auch wenn Bern sie immer wieder vor den Gefahren gewarnt hat.» Doch auch die Hartnäckigkeit Burkhalters führt zu keiner Einigung in der Schweiz, schreibt «Le Matin Dimanche».

Die Schweiz sei mit einer Situation konfrontiert, die sehr schwer zu lösen sei. «Es ist wichtig, mit viel Feingefühl vorzugehen», wird Burkhalter zitiert. Die Befreiung werde nicht einfach. Schliesslich handle es sich um die zweite Entführung der Missionarin, bereits 2012 sei sie verschleppt worden.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) habe ihr mehrmals davon abgeraten, Reisen nach Mali zu unternehmen, da sie sich so einer enormen Gefahr aussetze. «Aber sie ist eine Missionarin, sie lebt für die Mission und ging immer wieder zurück. Ich weiss nicht, ob ich das gutheissen soll», sagt Burkhalter weiter. Momentan würde man an verschiedenen Szenarien arbeiten. «Wir hoffen auf eine reibungslose Freilassung ohne Bedingungen.»

«Befreiung in Rechnung stellen»

«Wir führen einen schwierigen Kampf, um sie am Leben zu erhalten», sagt Burkhalter. Denn die Entführer haben offenbar nicht vor, S. einfach gehen zu lassen. Im Gegenzug fordern die Al-Qaida-Anhänger einen Austausch: Mehrere Kämpfer von al-Qaida, die in Mali gefangen sind, gegen S. Zudem soll das Verfahren gegen ihren Führer Abou Tourab gestoppt werden. Der mutmassliche Jihadist musste sich im September 2015 das erste Mal vor dem Den Haager Gerichtshof für Menschenrechte verantworten.

Für den SP-Nationalrat Manuel Tornare hat die Missionarin mit dem Feuer gespielt. «Einmal verschleppt okay, aber zweimal?». Ein Gläubiger müsse sich wie ein Erwachsener verhalten und dementsprechend für seine Schulden aufkommen, sagt er weiter. Würde es also nach Tornare gehen, müsste S. einen Teil der angefallenen Staatskosten für ihre Befreiung selbst übernehmen.

Freilassung von Gesinnungsgenossen gefordert

«Ein neues Gesetz macht es tatsächlich möglich, den Leuten die Gebühren für ihre Befreiung durch den Bund in Rechnung zu stellen», sagt auch Burkhalter. Vor allem, wenn die Person die Gefahr bewusst in Kauf genommen und Ratschläge oder Warnungen ignoriert habe. «Aber ob Frau S. schliesslich wirklich einen Teil selbst bezahlen muss, ist momentan nun wirklich nicht meine erste Priorität.»

Die Entführer, eine der al-Qaida im Maghreb nahestehende Gruppierung, fordern die Freilassung mehrerer Gesinnungsgenossen, die in malischen Gefängnissen sitzen. Zudem fordern sie die Freilassung ihres Anführers Ahmad Al Faqi Al Mahdi. Dieser wird am Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag festgehalten, wo ihm der Prozess für die Zerstörung historischer Kulturgüter in Timbuktu gemacht werden soll. (nab)

Erstellt: 31.01.2016, 14:38 Uhr

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