Alkohol auf Autobahnen soll wieder erlaubt sein

Der Solothurner FDP-Nationalrat Kurt Fluri bekämpft die «Scheinsicherheit» des derzeitigen Verbots.

Bei 13 Prozent aller schweren Autobahnunfälle sei Alkohol im Spiel, schreibt die Beratungsstelle für Unfallverhütung.

Bei 13 Prozent aller schweren Autobahnunfälle sei Alkohol im Spiel, schreibt die Beratungsstelle für Unfallverhütung. Bild: Keystone

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Die Verkehrskommission des Nationalrats will den Verkauf von Alkohol auf Autobahnraststätten erlauben. Der Bundesrat ist dafür. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) schlägt dagegen Alarm. In einer Mitteilung warnt sie vor einem erhöhten Unfallrisiko auf Autobahnen. Dank des Verbots seien diese heute relativ sicher, schreibt die bfu. Sie empfiehlt daher dringend, das Verbot aufrechtzuerhalten.

Die Beratungsstelle kann ihre Befürchtungen mit Zahlen untermauern: Bei 13 Prozent aller schweren Autobahnunfälle sei Alkohol im Spiel, schreibt sie. Ein Drittel aller Geisterfahrten geschehe wegen Alkohol. Laut bfu belegen Studien auch ganz direkt, dass eine grössere Dichte von Ausschankstellen zu mehr Alkoholkonsum und damit zu mehr Unfällen führte.

Sicherheitsbedenken haben das Parlament bisher davon abgehalten, das seit über 50 Jahren geltende Verbot aufzuheben. Im letzten April nun reichte die Verkehrskommission des Nationalrats (KVF) eine Motion ein mit dem Ziel, den Verkauf und Ausschank von Alkohol auf Autobahnraststätten zu erlauben.

Ungerechtfertigte Nachteile

Einer der Urheber der Motion ist der Solothurner FDP-Nationalrat Kurt Fluri. Seiner Ansicht nach bringt das Verbot nur «Scheinsicherheit». An jeder Autobahnauffahrt gebe es Restaurants, wo Alkohol ausgeschenkt werde, erklärte er auf Anfrage. Entscheidend sei das Verhalten der Automobilisten. Das hänge nicht davon ab, ob man nun vor oder auf der Autobahn ein Glas nehmen könne. Zudem sässen in vielen Autos Passagiere, die ohne Risiko Alkohol konsumieren könnten.

Für Fluri und die Mehrheit der Kommission wiegt die Wettbewerbsfreiheit daher schwerer. Tankstellenshops, welche direkt an einer Autobahnausfahrt lägen, dürften Alkohol verkaufen. Ihnen gegenüber würden Shops und Restaurants auf Autobahnraststätten stark benachteiligt. Der Bundesrat schliesst sich diesen Argumenten an. (pre/sda)

Erstellt: 19.05.2017, 14:33 Uhr

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