Schweiz

Bundesrat Maurer? «Ich habe damit noch Probleme im Kopf»

Von Verena Vonarburg, Niederbuchsiten. Aktualisiert am 28.11.2008

Noch am Montag hatte Ueli Maurer gesagt: «Ich stehe nicht zur Verfügung.» Nun wird es am 10. Dezember aber doch heissen: Blocher oder Maurer. Das Interview mit dem Mann, der lange nur als «Ueli, der Knecht» galt - bald aber Bundesrat sein könnte.

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Ueli Maurer am Anfang seiner Politkarriere, aufgenommen 1987: Von 1983 bis 1991 war er im Kantonsrat von Zürich, 1990 amtierte er als dessen Präsident.
Bild: Keystone

   

Herr Bundesrat Maurer, wie tönt das für Sie?
Merkwürdig. Daran habe ich mich noch nicht gewöhnt. Ich habe damit noch Probleme im Kopf.

Von Ihnen weiss man, dass Sie lieber noch länger in der Opposition geblieben wären. Nun plötzlich sind Sie Kandidat. Was ist los?
Für mich war wichtig, dass die Partei entschieden hat: Wir wollen wieder in den Bundesrat. Dem hat man sich zu unterziehen. Für mich war auch wichtig, dass Christoph Blocher auf dem Ticket ist. Denn dieses Signal ist für unsere Partei und unsere Wähler absolut zentral. Ich kann gut mit dieser «Nummer 2» leben. Wenn die Partei das will, dann hat man den Auftrag zu erfüllen. Man macht das, was man muss.

Fraktionschef Caspar Baader sagte, Sie hätten sich auf Druck der Partei zur Verfügung gestellt. Machen Sie eigentlich jeden Job, den die Partei von Ihnen verlangt.
Ich kann mir im Moment keinen vorstellen, den ich nicht machen würde.

Jahrelang haben Sie gesagt, Bundesrat sei nichts für Sie, das sei ein schlechter Job, sie könnten das nicht, wollten sich nicht verbiegen. Warum nun doch?
Ja, diese Frage stelle ich mir im Moment auch noch. Ich denke, es ist in dieser Situation wichtig, dass man es macht. Ich glaube, dass ich das kann. Wie wohl es mir sein wird, steht eigentlich nicht zur Diskussion.

Nun lassen Sie sich verheizen im Verteidigungsdepartement (VBS).
Möglich, ja.

Dort kann man nur verlieren.
Ja. Für die Partei muss man das machen. Wir wollen ja etwas ändern. Also muss jemand gehen und das versuchen. Verheizen lassen kann man sich aber eigentlich nicht. Ich brenne nicht.

Sie werden die SVP-Politik im VBS nicht durchbringen können.
Dass man die Armeepolitik völlig kehrt, ist nicht möglich, das ist klar.

Wie fühlt es sich an, vom politischen Gegner schon vor der Kandidatur ins Amt gelobt worden zu sein?
Es ist mir immer unwohl, wenn einen der Gegner rühmt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.11.2008, 14:01 Uhr


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