Schweiz
«Frau Widmer-Schlumpf und ich werden keine Busenfreunde werden»
Von Philipp Mäder. Aktualisiert am 11.12.2008 25 Kommentare
"Ich will von meiner Partei nicht geliebt werden" - Bundesrat Ueli Maurer. (Bild: Keystone)
Aufgezeichnet von Philipp Mäder
Wie fühlen Sie sich nach der Wahl?
Ich habe das Amt nicht gesucht. Ich bin aber überzeugt, dass ich am Schluss die beste Lösung für unsere Partei war. Sie fühlte sich in den letzten Jahren nur teilweise im Bundesrat vertreten.
Sind Sie auch eine bessere Lösung als die Rückkehr von Herrn Blocher?
Herr Blocher ist mir bei der wirtschaftlichen, politischen und militärischen Erfahrung klar überlegen. Bei der Integrationsfähigkeit für die Partei hingegen stelle ich mich auf die gleiche Stufe. Und Herr Blocher ist offensichtlich nicht wählbar. In diesem Sinne bin ich die bessere Lösung.
Ist die SVP nun in den Bundesrat eingebunden oder spielt sie noch halbe Opposition?
Mit einem Bundesrat ist die SVP teilweise eingebunden. Sie wird nicht lammfromm zu allem nicken, was aus dem Bundesrat kommt. Und wir werden sobald als möglich versuchen, unseren Anspruch auf einen zweiten Sitz einzulösen.
Das Verhältnis zu Ihrer Partei wird nicht einfach sein. Wann entzieht Ihnen die SVP die Liebe?
Ich will von der Partei nicht geliebt werden. Ich brauche allenfalls deren Respekt. Es wird Momente geben, wo mich die Partei nicht auf Anhieb verstehen wird. Aber wer offen kommuniziert, wird auch das Verständnis der Partei finden. Unsere Leute sind sich bewusst, dass ich in einem sehr grossen Spannungsfeld arbeiten muss.
Sie sind sehr knapp gewählt worden. Was bedeutet das für Ihre Rolle als Bundesrat?
Gewählt ist gewählt. Aber es ist klar, dass mich die anderen Parteien besonders kritisch begleiten werden. Das ist auch gut so. Ich habe es immer gemocht, mich pointiert auszudrücken. Ich weiss aber auch, dass ich als Bundesrat eine andere Sprache verwenden muss.
Wird die SVP die Ausschlussklausel für jene, die ohne Nomination durch die Fraktion Bundesrat werden, wieder aufheben?
Man spricht immer davon, dass die SVP andere ausgrenze. Aber auch die SVP-Mitglieder fühlen sich ausgegrenzt. Diese Klausel war eine Verzweiflungstat, um dem entgegenzuwirken. Ich denke, dass die Partei bei dieser Lösung bleiben wird, weil sie jetzt funktioniert hat.
Die Grünen haben Sie als Rassist und Frauenfeind dargestellt. Was sagen Sie dazu?
Das gehört zum politischen Alltag. Die Grünen wollten sich mit einem eigenen Kandidaten profilieren.
Wie werden Sie mit Frau Widmer-Schlumpf zusammenarbeiten?
Für eine Zusammenarbeit auf sachlicher Ebene gibt es keine Hindernisse. Aber Frau Widmer Schlumpf und ich werden keine Busenfreunde werden.
Wird Herr Schmid Sie ins Amt einarbeiten?
Ich habe zurzeit ein frostiges Verhältnis zu ihm. Aber uns beiden liegt die Armee am Herzen. Ich zweifle nicht an einer korrekten Einarbeitung.
Sind Sie jetzt für die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit?
Persönlich bin ich dagegen. Aber als Bundesrat bin ich selbstverständlich verpflichtet, die Vorlage zu verteidigen.
Sie bekommen nach Ihrer Wahl ein neues Auto. Was wünschen Sie sich?
Ich habe einmal spasseshalber von einem Cinquecento gesprochen. Eigentlich habe ich aber bereits ein Auto.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 11.12.2008, 09:10 Uhr
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25 Kommentare
Was soll die Bemerkung mit dem "Busenfreund"? Voll daneben. Doch freuen wir uns: Das VBS ist ein Abstellgleis, Widmer-Schlumpf wird wieder gewählt, für die SVP wird man keinen anderen Sitz opfern - und so bleibt das Fazit: die SVP hat auf lange Zeit an Einfluss in der wichtigsten Exekutivbehörte des Landes verloren!! Antworten






