Schweiz
Major Ueli Maurer und die Armee
Von Claudio Habicht. Aktualisiert am 05.12.2008 76 Kommentare
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Oberst – Major
Ueli Maurer führte als Major ein Bataillon, also rund 1000 Soldaten. Der Rang des Obersten ist zwei Stufen höher. Dazwischen liegt der Oberstleutnant.
Oberst Schmid geht, Major Maurer kommt: Nächsten Mittwoch wird die Vereinigte Bundesversammlung den Zürcher SVP-Nationalrat wohl zum neuen Bundesrat wählen. Auf Ueli Maurer wartet eine schwierige Aufgabe: Das Verteidigungsdepartement (VBS) ist nach einer Reihe dramatischer Unfälle in Verruf geraten: Die Affäre Nef, der Bootsunfall auf der Kander und das Lawinenunglück an der Jungfrau haben gezeigt, dass im VBS einiges im Argen liegt. Maurer ist sich der Probleme bewusst; er hat nach seiner Nomination stets betont, wie schwierig es werde, im VBS aufzuräumen.
Maurer ist aber kein Militärexperte. Fragen ihn Journalisten nach seinen Plänen für das VBS, wiederholt er gebetsmühlenartig die gleichen Statements: «Zuerst müssen wir die Bedrohungslage abklären, bevor wir entscheiden» oder «es braucht keine vorschnellen Rezepte, sondern eine gründliche Analyse». Eines kann man Maurer jedoch nicht absprechen: Er war mit Herz und Seele Soldat. «Ich war gerne in Militär, so konnte ich unserem Land dienen», sagt er.
Lobende Worte eines Generalstabsobersten
Maurer befehligte bis 1995 das Radfahrer-Bataillon 5. Ein ehemaliger Kamerad, der Maurer kennt, aber nicht namentlich genannt werden will: «Diejenigen, die ihn politisch nicht mögen, hätten in der Armee ein anderes Bild von ihm gewonnen.» Das bestätigt gegenüber baz.ch/Newsnet auch der Zürcher Generalstabsoberst Martin Gubler. «Anders als in der Politik war er im Dienst weniger angriffig.» Er muss es wissen, übernahm der heute 50-Jährige doch zwei Mal eine Einheit von seinem Vorgänger Maurer: 1995 das Radfahrer-Bataillon 5 und 1987 die Radfahrer-Kompanie II/6. «Als er mir die Akten übergab, spürte man: Dieser Mann lebt mit seinen Verbänden und steht für seine Leute ein.»
Gubler betont, Maurer habe genau gewusst, wo die Stärken und Schwächen innerhalb des Verbandes lagen. Sogar über einzelne Untergeben wusste Maurer etwas zu sagen. «Er hat die Leute gekannt, vom Offizier bis zum Soldaten.» Gubler ist Maurer noch heute dankbar für seine Hilfe bei der Übernahme der zwei Einheiten. «Er hat mir einen optimalen Start ermöglicht.» Aus seiner Sicht als Offizier glaubt Gubler, Maurer werde als Verteidigungsminister einen guten Job machen: «Er weiss von was er redet: Er kennt die Truppe, ihre Probleme und Bedürfnisse.» Sollte Maurer am kommenden Mittwoch gewählt werden, wird sich zeigen, ob er die Fehler seines Vorgängers Samuel Schmid nicht wiederholt. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 05.12.2008, 15:19 Uhr






