Schweiz
2500 verdienten über eine Million
Anzahl Personen mit Reineinkommen über 1 Million Franken (2005)
Prototyp des Einkommensmillionärs: Verleger Jürg Marquard in der Swisslos-Werbung.
Die Steuerbehörden wissen eine Menge über die Finanzlage der Schweizer Haushalte. Sie dürfen sogar öffentlich darüber reden – sofern sie es in der anonymen Form der Statistik tun. Zwei Fachleute der Eidgenössischen Steuerverwaltung haben diesen Mittwoch auf Basis der Steuerdaten eine Analyse über die Einkommens- und Vermögensverteilung in der Schweiz von 2003 publiziert. In einer Sonderauswertung offerieren sie nun auch noch Einblick in die Gruppe der Spitzenverdiener, und dies auf Basis der neusten Daten für 2005.
Demnach hatten 2005 in der Schweiz knapp 2500 Personen ein Reineinkommen von mehr als einer Million Franken. Zehn Jahre zuvor gab es nur gut 1300 Einkommensmillionäre. Eine Million Franken ist zwar auch nicht mehr das, was sie einmal war. Doch die Inflation zwischen 1995 und 2005 betrug insgesamt nur rund 8 Prozent, weshalb die Vergleiche von Einkommensdaten für diese Periode nicht allzu stark verzerrt sind.
Die Definition von «Einkommen» umfasst hier das steuerbare Einkommen mit Hinzurechnung einiger Steuerabzüge (wie Sozialabzüge, Abzüge für Versicherungsprämien und Zweitverdienerabzug). Als «Person» gilt jede erwachsene Person. Die gesamten Haushaltseinkommen von Verheirateten wurden durch zwei geteilt. Anders gesagt: Ein Ehepaar mit einem Gesamteinkommen von mindestens 2 Millionen Franken kommt als zwei Personen in die Statistik der Einkommensmillionäre.
Am meisten Spitzenverdiener beherbergt der Kanton Zürich. Doch auch einige kleine Kantone liegen weit vorne – vor allem die Innerschweizer Tiefsteuerkantone Schwyz und Zug (vgl. Tabelle). Der Kanton Bern zählte 2005 laut dieser Analyse 107 Einkommensmillionäre, 18 mehr als zehn Jahre zuvor. Der Kanton Bern schaffte es damit auf Rang 6 in der Liste der Kantone. Gemessen an der Bevölkerung ist der bernische Anteil an den Spitzenverdienern nur unterdurchschnittlich: Im Kanton Bern wohnten 2005 rund 13 Prozent aller Steuerpflichtigen der Schweiz, aber nur gut 4Prozent aller Einkommensmillionäre.
Stabile Verteilung
Die Steuerdaten erlauben auch Aussagen über die Entwicklung der Einkommensungleichheiten. Das wohl in manchen Bäuchen verbreitete Gefühl einer steigenden Kluft zwischen Reich und Arm widerspiegelt sich in den Daten nur zum Teil. Betrachtet man zum Beispiel die 50, 100 oder 1000 höchsten Einkommen, dann fällt auf: Deren durchschnittlicher Anstieg seit 1995 ist deutlich höher als für den Rest. In der Gesamtbetrachtung – in welcher eine kleine Spitzengruppe statistisch kaum ins Gewicht fällt – hat sich die Einkommensungleichheit zwischen 1995 und 2005 dagegen kaum verändert. Basis dieser Aussage ist der «Gini-Koeffizient», ein für die Messung von Ungleichheiten oft verwendeter Massstab. Dieser Wert lag 2005 für die Schweiz gemäss Berechnung der Steuerverwaltung praktisch gleich hoch wie zehn Jahre zuvor.
191000 Vermögensmillionäre
Traditionell weit ungleicher verteilt als die Einkommen sind die Vermögen. Gemäss der Vermögensstatistik der Eidgenössischen Steuerverwaltung für 2005 (Basis sind hier die steuerpflichtigen Haushalte) hielten 4,2 Prozent der Haushalte 57 Prozent des gesamten deklarierten Reinvermögens. Die 4,2 Prozent sind jene gut 191000 Steuerpflichtigen, welche ein Reinvermögen von über einer Million Franken angaben. Von diesen deklarierten gut 7600 Steuerpflichtige ein Reinvermögen von über 10 Millionen Franken: Diese exklusive Gruppe hielt satte 22 Prozent aller Reinvermögen. Die Kehrseite: Gut ein Viertel aller Steuerpflichtigen gab ein Vermögen von Null an, und total 56 Prozent lagen unter 50000 Franken. (Der Bund)
Erstellt: 01.05.2009, 07:55 Uhr
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