Schweiz

«Abtreibungen selber berappen»: SVP-Politiker drängt Frauen zur Geburt

Von Fabienne Riklin. Aktualisiert am 19.06.2009 77 Kommentare

Damit mehr Frauen gebären, soll die Grundversicherung der Krankenkasse keine Abtreibungen mehr bezahlen. Das fordert SVP-Nationalrat Peter Föhn in einer Motion.

«Abtreibungen selber berappen»: SVP-Nationalrat Peter Föhn.

«Abtreibungen selber berappen»: SVP-Nationalrat Peter Föhn.

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10848 Frauen haben in der Schweiz vergangenes Jahr ihre Schwangerschaft abbrechen lassen. Die Kosten trägt die Krankenkasse – rund 600 Franken in den ersten sieben Wochen, später bis 1500 Franken. Das soll sich ändern, fordert SVP-Nationalrat Peter Föhn (SZ) in einer Motion: «Die Frauen sollen Abtreibungen selber berappen.» Die Krankenkasse soll nur nach einer Vergewaltigung oder bei Lebensgefahr für die Mutter bezahlen. Damit will Föhn Frauen von der Abtreibung abhalten: Würden die Kosten nicht übernommen, entschlössen sich mehr Frauen zur Geburt, glaubt Föhn.

«Würden die Schwangerschaftsabbrüche aus der Grundversicherung gestrichen, bringt das keine Einsparung», entgegnet Anne-Marie Rey, ehemalige Co-Präsidentin Vereinigung für Straflosigkeit des Schwangerschaftsabbruchs.

Geburt ist teurer

Und: «Eine Geburt ist zehn Mal teurer», fährt Rey fort. Vor allem fürchtet sie, Frauen könnten sich einen fachgerechten Eingriff nicht mehr leisten und würden selber eine Abtreibung versuchen. Mit schwerwiegenden, oft tödlichen Folgen. (NEWS)

Erstellt: 19.06.2009, 07:23 Uhr

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77 Kommentare

Ernst Pauli

19.06.2009, 08:53 Uhr
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SVP und die Mütter. Das verträgt sich nicht gut. Ein weiterer Schritt zurück in die Vergangenheit. Antworten


Monika Studer

19.06.2009, 08:41 Uhr
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Aha, und nur ist immer die Rede von der Mutter. Es wird auch immer nur die werdende Mutter an den Pranger gestellt. Wo ist denn der werdende Papa? Wohl schon auf und davon... Noch brauchts immer einen Mann, um ein Kind zu zeugen. Antworten