Schweiz

Algerischer Ex-Minister vorübergehend festgenommen

Aktualisiert am 22.10.2011 6 Kommentare

Die Bundesanwaltschaft hat gegen Kahled Nezzar ein Verfahren wegen «Verdachts auf Kriegsverbrechen» während des algerischen Bürgerkriegs eröffnet. Nach einem ersten Verhör wurde er jedoch wieder freigelassen.

Leitete den algerischen Sicherheitsapparat: Khaled Nezzar. (Archivbild)

Leitete den algerischen Sicherheitsapparat: Khaled Nezzar. (Archivbild)
Bild: Keystone

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Der frühere algerische Verteidigungsminister und General, Khaled Nezzar, ist am Donnerstag in Genf vorübergehend festgenommen worden. Die Bundesanwaltschaft (BA) habe ein Verfahren gegen ihn wegen «Verdachts auf Kriegsverbrechen» eröffnet, teilte die Nichtregierungsorganisation TRIAL mit.

Die BA bestätigte gegenüber Nachrichtenagentur sda, dass die Untersuchung auf Grund der Anschuldigungen von TRIAL sowie Klagen von zwei Opfern geführt werde. Nezzar soll die Verbrechen während des algerischen Bürgerkrieges (1992-1999) zwischen der Regierung und verschiedenen islamistischen Gruppen begangen haben.

«Arabischer Frühling hat die Schweiz erreicht»

Der Algerier wurde im Beisein der Kläger bereits am Freitag verhört, danach aber wieder auf freien Fuss gesetzt. Doch die Untersuchung werde weitergeführt, sagte BA-Sprecherin Jeanette Balmer.

Gemäss TRIAL wurde Nezzar freigelassen, nachdem er versprochen hatte, sich für den weiteren Verlauf der Untersuchungen zur Verfügung zu halten. Die NGO zeigte sich über die Festnahme erfreut. «Der Wind des arabischen Frühlings hat nun auch die Schweiz erreicht», wurde TRIAL-Chef Philip Grant im Communiqué zitiert.

Erhöhtes Fluchtrisiko

Die auf den Kampf gegen Straffreiheit spezialisierte Organisation bedauerte jedoch, dass der Algerier nicht in Untersuchungshaft genommen wurde. Denn nach Ansicht von TRIAL besteht ein erhöhtes Fluchtrisiko. «Das enorme Leiden der Tausenden von Opfern des von Nezzar geleiteten Sicherheitsapparats wurde leider nicht ausreichend berücksichtigt», hiess es.

Khaled Nezzar war zwischen 1990 und 1994 algerischer Verteidigungsminister. Gemäss TRIAL war er einer der einflussreichsten Politiker während des Bürgerkrieges in dem nordafrikanischen Land. (kpn/dapd)

Erstellt: 22.10.2011, 10:14 Uhr

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6 Kommentare

Hans Christoffel

22.10.2011, 18:58 Uhr
Melden 4 Empfehlung 0

Herr Mathis, Gerechtigkeit gilt für alle Menschen, Rassen und Glaubensanhänger, auch für Muslime! Wenn sie da einen Unterschied machen, haben sie etwas falsch verstanden oder es fehlt etwas in ihrem Charakter. Antworten


Mark Mathis

22.10.2011, 15:41 Uhr
Melden 3 Empfehlung 0

Jetzt mal abgesehen von den konkreten Taten: Wenn ich den Artikel richtig interpretiere, wird die Schweizerische Bundesanwaltschaft zugusnten von Islamisten tätig. Ist das wirklich wahr? Antworten



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