Arbeitende Frauen finanzieren ihre Weiterbildung zu 60 Prozent selbst
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In Bern ist am Donnerstag der erste Bildungsbericht vorgestellt worden, der das Wissen über das Schweizer Bildungssystem zusammenfasst und auch die Unterschiede zwischen Kantonen und Geschlechtern zeigt. Der umfassende schweizerische Bildungsbericht ist das erste Produkt des langfristig angelegten Bildungsmonitorings Schweiz, das die in der Verfassung vorgeschriebene Zusammenarbeit von Bund und Kantonen begleiten soll.
Die Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung hat den Bericht dem Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) und der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) übergeben. Der über 300-seitige Bericht enthält Daten aus Forschung, Statistik und Verwaltung über das ganze Bildungssystem von der Vorschule bis zur Weiterbildung.
Ungleichheiten der Geschlechter
Die Autoren des Berichts geben keine direkten Handlungsanweisungen für die Bildungspolitik. Sie kommen aber zu verschiedenen Befunden, die nun Bund und Kantone in Zusammenarbeit mit weiteren Bildungskreisen auswerten sollen. So zeigt der Bericht beispielsweise beträchtliche Unterschiede zwischen den Kantonen bei der durchschnittlichen Unterrichtszeit auf der Vorschul- und Primarstufe. Auch bei den gymnasialen Maturitätsquoten stehen die Kantone sehr unterschiedlich da. Laut den Autoren gibt es dafür aber noch keine empirisch überprüften Erklärungen. Schliesslich werden auch die Leistungsunterschiede von Knaben und Mädchen in verschiedenen Fächern thematisiert, ebenso wie Ungleichheiten der Geschlechter in der Weiterbildungsunterstützung.
Hier stellen die Autoren fest, dass erwerbstätige Frauen ihre Weiterbildung zu 60 Prozent selbst finanzieren, während die Männer nur für ein Drittel selbst aufkommen müssen. Diese Ungleichbehandlung der Geschlechter könne nicht wirklich mit objektiven Tatbeständen erklärt werden, heisst es. Deshalb müsse es sich hier um Diskriminierung und eine Verletzung der Chancengleichheit handeln.
Nationales Symposium zum Bericht
Mit der Veröffentlichung des Bildungsberichts beginnt nun die Phase der Auswertung. Ende April ist auch ein nationales Symposium dazu angesetzt. Der Bund integriert die Folgerungen dann in seine Bildungsbotschaft 2013 bis 2016, die Kantone ins Tätigkeitsprogramm der EDK. Zudem sollen Erkenntnisse für die Verbesserung der Datenlage gewonnen werden. 2014 soll dann ein neuer Bildungsbericht erscheinen, der sich an den gesteckten Zielen orientiert und einen neuen vierjährigen Auswertungszyklus lanciert. (vin/ddp)
Erstellt: 04.02.2010, 12:11 Uhr
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