Schweiz

Armee sucht drei Millionen Schuss

Aktualisiert am 06.12.2009

Rund 60'000 Angehörige der Schweizer Armee haben ihre Taschenmunition laut einem Medienbericht nicht abgegeben. Sie sollten dies aber bis Ende Jahr tun.

Gehört nicht in den Haushalt: Munition für Sturmgewehr.

Gehört nicht in den Haushalt: Munition für Sturmgewehr.
Bild: Keystone

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Ab Januar 2010 dürfen die Wehrmänner ihre Taschenmunition nicht mehr zu Hause aufbewahren. Dennoch sind knapp einen Monat vor Ablauf der Frist erst knapp 197'000 der 257'000 Patronendosen, die im Umlauf sind, zurückgegeben worden, wie Stefan Hofer, der Sprecher des Führungsstabs der Armee, der «NZZ am Sonntag» sagte. 60'000 Armeeangehörige haben damit noch rund drei Millionen Schuss Munition daheim gelagert. Rund 1300 Dosen wurden zudem als verloren gemeldet – der Verlust kann per Formular deklariert werden und mit 35 Franken für die Gewehr- beziehungsweise 26 Franken für die Pistolenmunition beglichen werden.

Im Januar wird die Armee auf Grund der Personallisten überprüfen, wer den Abgabebefehl nicht befolgt hat und laut Hofer mit dem «Mahnungsprozess» beginnen. Das Ganze sei sehr aufwendig und werde einige Monate dauern. Wie gegen Säumige vorgegangen wird, ist noch unklar, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.

Aktion gegen Rückgabe der Munition

Der Bundesrat hatte im Juni 2007 beschlossen, die Taschenmunition der Armeeangehörigen bis Ende 2009 einziehen zu lassen. Die Munition kann entweder während eines Militärdienstes oder ausserdienstlich in einer der 26 Retablierungsstellen der Logistikbasis der Armee zurückgegeben werden. Die eingezogene Taschenmunition soll in den Schulen und Kursen der Armee für die ordentliche Schiessausbildung verwendet werden. Gegen eine Rückgabe der Taschenmunition wehrt sich seit dem Sommer 2007 eine «Aktion Notwehr». Dem Wehrmann werde das Vertrauen entzogen und er werde entwaffnet, begründet die von einem Major ins Leben gerufene Gruppe ihren Widerstand. (vin)

Erstellt: 06.12.2009, 11:44 Uhr