Schweiz

Auch die SBB haben Polizeiautos

Von Esther Diener-Morscher. Aktualisiert am 20.06.2011 37 Kommentare

So mancher Passant wähnte sich in letzter Zeit mitten in Bern in einem deutschen «Tatort»-Krimi: Die Einsatzfahrzeuge der SBB-Transportpolizei sehen deutschen Streifenwagen zum Verwechseln ähnlich.

Fahrzeug der SBB-Transportpolizei auf der Vorfahrt des Bahnhofs Bern: Blau mit silbernen Streifen, wie ein Polizeiauto.

Fahrzeug der SBB-Transportpolizei auf der Vorfahrt des Bahnhofs Bern: Blau mit silbernen Streifen, wie ein Polizeiauto.
Bild: Urs Baumann

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Streifenfahrzeug der deutschen Bundespolizei: Ebenfalls blau mit
silbernen Streifen. (Bild: zvg)

Der BMW mit Blaulicht und der Aufschrift «Police» sieht aus wie in einem deutschen Krimi: silberfarben mit blauem Streifen. Doch die Autonummer stammt nicht aus dem Nachbarland, auf dem Nummernschild prangt das vertraute Berner Wappen.

Mit der neuen silberfarbenen-blauen Farbkombination tritt aber nicht etwa die Berner Kantonspolizei moderner auf. Diese vertraut weiterhin auf ihre weissen Autos mit orangefarbenem Streifen. Die Autos gehören der SBB-Transportpolizei. Dass die Bahnpolizisten im Auto und nicht im Zug unterwegs sind, mag auf den ersten Blick verwirren. Doch die Bahnpolizei ist seit kurzem kein privater Sicherheitsdienst mehr mit beschränkten Kompetenzen, sondern ein offizielles Polizeikorps mit klaren Polizeiaufgaben: Unter anderem dürfen die Bahnpolizisten auch Personen vorübergehend festnehmen und Gegenstände beschlagnahmen.

Ohne Waffen

Mit dem Auto – und ab und zu sogar mit Blaulicht – rückt die SBB-Polizei zum Beispiel aus, wenn jemand beobachtet, dass in Gleisnähe Kinder spielen oder ein Unfall passiert ist. Die Transportpolizei beschäftigt 240 Angestellte und ist wie das Grenzwachtkorps und die Militärpolizei in der ganzen Schweiz tätig.

Zurzeit sind die Bahnpolizisten mit Pfefferspray und einem Einsatzstock ausgerüstet, jedoch nicht mit Schusswaffen. Ob die Transportpolizisten Waffen tragen sollen, wird derzeit noch diskutiert. Die Gegner befürchten unter anderem, dass in engen Zügen Unbeteiligte zu stark gefährdet würden, wenn die Transportpolizisten bewaffnet wären.

Umstrittene Bahnpolizei

Schon bei ihrer Gründung vor gut zehn Jahren war die Bahnpolizei eine Organisation, die immer wieder für Diskussionen sorgte.

Die SBB wollten mit dieser ursprünglich privaten Polizei für Ruhe und Ordnung in den Zügen sowie auf den Bahnhöfen sorgen. Zusammen mit der Securitas gründeten sie aus diesem Grund die Firma Securitrans.

Politisch war jedoch immer umstritten, ob eine solche Privatpolizei der Bahnen überhaupt rechtmässig sei.

Gleichzeitig war aber auch klar, dass in einem Interregiozug, der zwischen Bern und Basel fünf Kantone durchquert, kaum Kantonspolizisten für Recht und Ordnung sorgen können.

Aus Securitrans herausgelöst

Seit Anfang Jahr gelten nun neue gesetzliche Vorgaben für die Sicherheitsorgane der Transportunternehmen im öffentlichen Verkehr. Gemäss dem neuen Gesetz darf die Transportpolizei keine private Organisation mehr sein. Deshalb haben die SBB die Bahnpolizei schliesslich aus der privaten Securitrans herausgelöst und ins eigene Unternehmen eingegliedert.

Die Securitrans existiert weiterhin als privater Sicherheitsdienst, bewacht aber hauptsächlich noch Baustellen und Bahnhöfe. (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.06.2011, 11:19 Uhr

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37 Kommentare

Martin Lehmann

20.06.2011, 11:35 Uhr
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Die SBB scheint im Geld zu schwimmen, teurere Autos als die BMW's haben sie nicht gefunden. Ich denke ein VW, Chevrolet oder Skoda hätte längstens gereicht und kostet teilweise nichtmal die hälfte. Aber der Autofahrer machst möglich. Antworten


Frank Rosengart

20.06.2011, 12:19 Uhr
Melden 13 Empfehlung

"...aus der privaten Securitrans herausgelöst..." - heisst, dass diese Hilfssherrifs mit hoheitlichen Befugnissen ehemalige Securitas-Mitarbeiter sind? Die jetzt plötzlich zu Polizisten umdeklariert sind? Na prima... Antworten