Schweiz
Aufgebauschte Brisanz eines UBS-Schulungsvideos
Aktualisiert am 20.08.2012 30 Kommentare
Bildstrecke
Dossiers
Artikel zum Thema
- Guldimann räumt Mängel im Bankgeheimnis ein
- «Das Steuerabkommen ist faktisch tot»
- «Haben Sie beim Bäcker schon mal passiv Brötchen gekauft?»
- Steuerabkommen: Der Wind dreht
- «Die Schweiz misst moralisch mit zwei verschiedenen Ellen»
- «Die Schweiz hat jeden Anspruch auf Respekt»
- Deutsche Steuerbeamte lassen Selbstanzeigen liegen
- «Die Schweiz wird das Steuergeheimnis nicht abschaffen»
Steuerhinterziehung in der Schweiz
18 Milliarden Franken pro Jahr laut Nationalrätin Kiener Nellen
Steuerhinterziehung sei auch in der Schweiz ein grosses Problem, meint Nationalrätin Margret Kiener Nellen. Die Berner SP-Politikerin, die bis letztes Jahr Präsidentin der Finanzkommission war, hat eigene Berechnungen angestellt. «18 Milliarden Franken jährlich werden Bund, Kantonen, Gemeinden sowie allen ehrlichen Steuerpflichtigen entzogen», sagte Kiener Nellen dem «Blick». Bei ihren Berechnungen stützte sich die SP-Nationalrätin auf die Studie «Tax Evasion in Switzerland» (2006) der renommierten Wirtschaftsprofessoren Lars P. Feld und Bruno S. Frey. Zudem verwendete sie die Zahlen zu Haushaltseinkommen des Bundesamts für Statistik fürs Jahr 2009. Laut Kiener Nellen wird das nicht versteuerte Geld in Stiftungen in Liechenstein versteckt, oder auch in Steuerparadiesen wie Cayman Islands, Bahamas oder British Virgin Islands. (vin)
Teilen und kommentieren
Stichworte
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Vor zehn Tagen machte eine spektakuläre Nachricht die Runde. Steuerfahnder von Nordrhein-Westfalen hätten eine deutsche Schwarzgeld-Spur nach Singapur entdeckt, hiess es in Medienberichten. Mit dem Erwerb einer weiteren Steuer-CD seien die Steuerfahnder auch in den Besitz eines Schulungsvideos der UBS gelangt. Dieses zeige, wie Bankmitarbeiter angeleitet würden, deutschen Kunden bei der Steuerhinterziehung zu helfen. Die UBS reagierte mit einem Dementi auf die Nachricht, die unter anderem von «Spiegel online» verbreitet wurde.
Die heutige Printausgabe des «Spiegels» berichtet nun, dass das Schulungsvideo der UBS vermutlich schon sechs oder sieben Jahre alt sei (Artikel online nicht verfügbar). Damit hat die Geschichte von der sogenannten Singapur-Connection viel von ihrer Brisanz verloren.
«Eine Frage von Anstand, Moral und Ehre»
Trotzdem halten die Steuerfahnder das Video für sehr aufschlussreich, wie das Nachrichtenmagazin schreibt. Denn es handle sich offenbar um ein Dokument, das womöglich belege, wie Schweizer Bankangestellte über Jahre systematisch darin geschult worden seien, ihren deutschen Kunden beim Hinterziehen von Steuern zu helfen.
Das angebliche Schulungsvideo der UBS hat in Deutschland jedenfalls viel Aufregung verursacht. Und es bestärkt gemäss dem «Spiegel»-Bericht jene Politiker und Experten, die einen harten Kurs gegen Steuerhinterzieher und den Schweizer Finanzplatz fordern. Anstatt sich auf Deals einzulassen – wie im Fall des umstrittenen Steuerabkommens mit der Schweiz –, solle Deutschland gegenüber Steueroasen Härte zeigen. «Aus einem ohnehin komplizierten Sachthema ist eine Frage von Anstand, Moral und Ehre geworden», kommentiert der «Spiegel».
NRW-Justizminister fordert schärferes Strafrecht
So fordert der nordrhein-westfälische Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) eine Verschärfung des Unternehmensstrafrechts, das es der deutschen Justiz erlauben würde, härter gegen Schweizer Banken vorzugehen. An der Schweiz liesse sich ein Exempel statuieren, das zum Vorbild für den Umgang mit Steueroasen wie den Cayman Islands oder Singapur werden könne. Als Muster gelten die USA, die derzeit ebenfalls mit der Schweiz über ein Steuerabkommen verhandeln.
«Das Beispiel USA zeigt deutlich, dass man aus einer harten Verhandlungsposition heraus bessere Ergebnisse erzielen kann», sagt Kutschaty im «Spiegel»-Interview. «Das vorliegende Steuerabkommen mit der Schweiz lässt sich nicht reparieren.»
Geschäft mit Steuerhinterziehung blüht
Dieses Abkommen habe das Geschäft erst richtig belebt, zitiert der «Spiegel» einen Zürcher Finanzberater, der offenbar deutschen Anlegern bei ihrer Flucht vor dem Fiskus hilft. «Wir haben es mit einer Klientel zu tun, die es vorzieht, keine Steuern zu zahlen», wird der anonym bleibende Berater einer Zürcher Privatbank zitiert. Manche Steuerflüchtlinge versteckten ihr Vermögen hinter geschickt konstruierten Trusts. Irgendwo in den Firmengeflechten sei meist eine Anwaltskanzlei angesiedelt. Am Anwaltsgeheimnis scheiterten jedoch viele Auskunftsversuche. (vin)
Erstellt: 20.08.2012, 10:51 Uhr
30 Kommentare
Die Gegner der Schweizer Banken und unseres Landes in diesen links regierten Bundesländern schrecken offenbar vor nichts zurück: überalterte "Beweismittel", ehrenrührige Vergleiche ("organisierte Kriminalität"), Anstiftung zu Verbrechen in der Schweiz (Datenklau) etc. Wird es nicht langsam Zeit, dass die Schweiz die Zügel anzieht und dieses Abkommen streicht? Antworten
Die Deutschen Steuerfahnder sollen doch mal überprüfen, was ein Schweizer für Anagaben machen muss, wenn er auf einer DE-Bank ein Konto eröffnen will! Auch in dieser Beziehung sollen die Deutschen erst mal das Niveau der CH versuchen zu erreichen bevor sie sich anmassen über die CH-Banken zu urteilen! Warum wird eigentlich über diesen Misstand nie berichtet!? Antworten
Schweiz
Flugpreise vergleichen
Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.




























