Schweiz

Banker aus aller Welt reisen nach Genf zum Kokainentzug

Aktualisiert am 08.11.2009

Das weisse Pulver wird in der Finanzbranche als Leistungsförderer eingesetzt, sagt ein Chefarzt des Genfer Unispitals. Er behandelt die speziellen Patienten.

Immer unter Strom: Wenn Finanzfachleute den Job ohne Aufputschmittel nicht mehr schaffen.

Immer unter Strom: Wenn Finanzfachleute den Job ohne Aufputschmittel nicht mehr schaffen.
Bild: Keystone

Wegen Kokainmissbrauchs werden im Genfer Universitätsspital (HUG) jedes Jahr Dutzende Banker und Broker behandelt. Aus Diskretionsgründen kommen auch Banker von ausländischen Bankenplätzen zur Behandlung nach Genf. «Es ist schwierig, eine genau Zahl zu nennen, aber es handelt sich um mehrere Dutzend Personen pro Jahr», sagte der Chefarzt der HUG-Klinik für Suchtmedizin, Daniele Zullino, in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche». Man behandle auch Banker von anderen wichtigen Finanzplätzen - etwa aus London. Zullino stellte fest, dass Branchen mit hohem Leistungsdruck - wie Banken und Versicherungen - von Kokainabhängigkeit besonders betroffen sind. Kokain wird dort als Leistungsförderer eingesetzt.

Suchtkranke Banker hätten andere Probleme als Drogenabhängige auf der Strasse, sagte Zullino. Dank ihrer Kaufkraft könnten sich die Banker Kokain von besserer Qualität leisten. Das ändere zwar nichts an der Gefährlichkeit des Stoffs, verhindere aber zusätzliche Probleme, die beim Konsum von gepanschtem Stoff auftreten. Bei Bankern und Brokern könne sich die Behandlung ganz auf die Suchtproblematik konzentrieren, sagte der Chefarzt - ohne soziale Schäden reparieren zu müssen. Sie hätten auch bessere Chancen, ihre Sucht zu überwinden, als andere Drogenabhängige. (cpm/sda)

Erstellt: 08.11.2009, 15:56 Uhr

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