Schweiz

Bersets Familienförderung

Von Hubert Mooser. Aktualisiert am 19.01.2012

Der neue Innenminister Alain Berset schlägt bei der Besetzung der Stellen ein hohes Tempo an: Nach wenigen Wochen im Amt hat er schon fast alle wichtigen Vakanzen besetzt. Auffallend: Berset setzt auf junge Väter.

Der neue Innenminister lässt sich von jungen Vätern beraten: Bundesrat Alain Berset und Ehefrau Muriel Zeender Berset am Wahltag.

Der neue Innenminister lässt sich von jungen Vätern beraten: Bundesrat Alain Berset und Ehefrau Muriel Zeender Berset am Wahltag.

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Als Didier Burkhalter auf den 1. Januar vom Departement des Innern ins Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) wechselte, nahm er auch seine Mannschaft mit. Der Direktor des Bundesamts für Sozialversicherungen, Yves Rossier, Generalsekretär Benno Bättig, Informationschef Jean-Marc Crevoisier, die zwei persönlichen Mitarbeiter und die Sekretärinnen wechselten mit ihrem Chef ins EDA. Davon liess sich aber Burkhalters Nachfolger im EDI nicht beirren.

Noch ist Alain Berset keinen Monat im Amt, und schon hat er einen Grossteil der Schlüsselpositionen besetzt. Vorletzte Woche gab Berset die Wahl eines ersten persönlichen Mitarbeiters bekannt: Michael Brändle (41), bisher stellvertretender Generalsekretär der Suva. Letzte Woche ernannte Berset SP-Generalsekretär Thomas Christen (36) als zweiten persönlichen Mitarbeiter. Gestern wurde bekannt, dass Lukas Bruhin (43), bisher stellvertretender Generalsekretär im Uvek von Doris Leuthard, neuer Generalsekretär im Departement des Innern wird.

Persönliche Berater haben wie Berset kleine Kinder

Es fällt auf, dass Berset bisher vor allem junge Väter mit Kindern im Schulalter berufen hat. Der neue persönliche Mitarbeiter Thomas Christen hat seit September 2011 einen Sohn. Die Mama ist SP-Fraktionschefin Ursula Wyss, welche in diesem Jahr für die Berner Exekutive kandidieren wird. Auch der zweite Berater, Michael Brändle, ist Vater von drei Kindern, die noch die Schulbank drücken. Dabei bringt der Job eine hohe zeitliche Belastung mit sich.

Setzt der neue Innenminister ganz auf Familienväter, weil er als Vater von drei kleinen Kindern die gleiche familiäre Ausgangslage hat? EDI-Sprecherin Ariane Geiser sagt, die familiäre Situation der einzelnen Bewerber sei kein Auswahlkriterium gewesen. Bundesrat Berset habe eine kohärente Mannschaft zusammenstellen wollen, die sehr schnell funktionstüchtig sei. Ausschlaggebend seien die Kompetenzen der einzelnen Kandidaten gewesen.

Berset selber hat sich zu Job und Familie vor und nach seiner Wahl geäussert: Es müsse möglich sein, Familie und Bundesratsamt zu vereinbaren, sagt der neue Bundesrat.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.01.2012, 16:29 Uhr