Schweiz
Bischof Markus Büchel will Frauen im Priesteramt
Von David Schaffner. Aktualisiert am 26.04.2011 15 Kommentare
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Just um Ostern rüttelt der St. Galler Bischof Markus Büchel an einem Tabu der katholischen Kirche: In einem Interview mit dem «St. Galler Pfarreiblatt» spricht er sich für Frauen als Priesterinnen aus: «Wir müssen Schritte suchen, die dahin führen», erklärt er. «Ich könnte mir vorstellen, dass der Diakonat der Frau ein solcher Schritt sein könnte.» Eine Weile lang habe man darüber nicht diskutieren dürfen. «Das können wir uns nicht mehr leisten», so Büchel. Man müsse aber Verständnis dafür haben, dass Fragen um die Rolle der Frau nicht schon morgen gelöst sein werden. Der frühere Papst Johannes Paul II. hatte jede Debatte über Priesterinnen verboten. Der aktuelle Papst Benedikt XVI. lässt immerhin die Diskussion wieder zu.
Bei progressiven Kirchenvertretern kommt die Forderung Büchels gut an: «Die Stellungnahme ist ein wichtiges Zeichen», sagt der frühere Jesuit und Buchautor Lukas Niederberger. «Die Einführung der Diakoninnen- und Priesterinnenweihe für Frauen wäre eine historische Wende, auf die sehr viele Menschen warten – eine Wende wie vor rund 20 Jahren der Fall der Berliner Mauer.»Niederberger hofft, die Aussage Büchels werde andere Bischöfe ermutigen, sich ebenfalls für die Frauenordination auszusprechen: «Ich sehe vor allem die Bischöfe in Westeuropa und den USA in der Verantwortung.» Diese kämen aus Ländern, in denen die Rolle der Frau in der Gesellschaft weiter gediehen sei als in Osteuropa oder Afrika. Der ehemalige Erzbischof von Mailand, Carlo Maria Martini, hatte sich bereits früher für Frauen im Priesteramt ausgesprochen.
Bischofskonferenz winkt ab
Ob andere Schweizer Bischöfe dem Beispiel Büchels folgen, wird sich zeigen. Keine Stellung nehmen wollte gestern der Basler Bischof Felix Gmür. Wenig begeistert reagierte die Schweizer Bischofskonferenz (SBK), wie die Zeitung «Sonntag» schrieb. «Die Frage der Priesterweihe für Frauen steht nicht zur Diskussion», so SBK-Sprecher Walter Müller. «Die Kirche sieht sich daran gebunden, dass Jesus Christus bei der Einsetzung des Priestertums im Abendmahl ausschliesslich Männer gewählt hat.» Die Interpretation dieser Bibelstelle ist unter Theologen allerdings stark umstritten.
Unklar ist, ob die Forderung Büchels einen Einfluss auf die Zusammensetzung der Schweizer Kirchenspitze haben könnte. Im Bistum Freiburg wird der Vatikan bald einen neuen Bischof ernennen. Manche Katholiken fragen sich nun, ob der Papst als Strafe einen konservativen Vertreter schickt oder ob er sich von der Aussage Büchels nicht beeindrucken lässt. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 26.04.2011, 14:22 Uhr
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15 Kommentare
Damit ist der Anfang für eine Kirchenspaltung gemacht. Diese Konzilskirche wird unausweichlich auseinanderfallen durch den Liberalismus. Bischof Büchel ist nur einer von vielen , die völlig dem Zeitgeist verfallen sind. Ich habe darum heute Nachmittag gerade meinen Austritt aus diesem Verein erklärt.Und dies schriftlich. Schluss mit Kirchensteuer für solch einen Bischof.Klartext.... Antworten


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