Bürgerliche wollen eine Verdoppelung der Uni-Semestergebühren

Von Ruedi Baumann und Edgar Schuler. Aktualisiert am 25.11.2009

Der brisante Vorschlag: Studierende sollen künftig 1200 statt 680 Franken zahlen. An der Universität Zürich stellen die Besetzer derweil neue Forderungen.

Bürgerliche Parteien haben einen brisanten Beschluss gefasst: Uni Zürich.

Bürgerliche Parteien haben einen brisanten Beschluss gefasst: Uni Zürich. (Bild: Keystone)

Die Besetzung geht weiter: Blick in das Hauptgebäude der Uni Zürich.

Die Besetzung geht weiter: Blick in das Hauptgebäude der Uni Zürich.

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Während die Besetzung eines Hörsaals im Hauptgebäude der Uni Zürich gestern fortgesetzt wurde, haben die bürgerlichen Parteien im Zürcher Kantonsrat einen brisanten Beschluss gefasst. Wie Recherchen des «Tages-Anzeigers» ergaben, haben sich SVP, FDP, CVP und Grünliberale darauf geeinigt, die Studiengebühren an der Universität und an den Fachhochschulen beinahe zu verdoppeln.

Studierende an der Universität müssten danach pro Semester 1200 Franken bezahlen statt 680. Die vier Parteien verfügen im 180-köpfigen Parlament über die Mehrheit. Damit können sie in der Budgetdebatte im Dezember ihren Willen durchdrücken. Der Antrag gehört zu einem Paket von Sparmassnahmen, mit dem die Bürgerlichen das Loch in der Kantonskasse mindestens teilweise stopfen wollen.

Angebot abgelehnt

Die Uni-Besetzer haben gestern Abend mit einem offenen Brief auf das Ultimatum reagiert, das ihnen Uni-Rektor Andreas Fischer gestellt hatte. Mit keinem Wort gehen die Aktivisten dabei auf die Forderung des Rektors ein, den Hörsaal KOH-B-10 bis heute Mittwochabend zu räumen. Dafür bezeichnen sie das Angebot, in einen kleineren Raum ausserhalb der Uni umzuziehen, als ungenügend. Der Sache sei in keiner Weise gedient, wenn sie auf das «rein logistische Angebot» eingingen, einen «kleinen barackenähnlichen Raum» zu beziehen.

Ausserdem werfen die Studenten dem Rektor vor, dass er sich nicht genügend für ihre Anliegen einsetze und sich hinter dem Argument verstecke, für ihre Forderungen nicht zuständig zu sein. Konkret fordern sie jetzt, dass Fischer einen offenen Brief der Studenten an den Kantonsrat unterzeichnet, in dem sie sich gegen das geplante Sparpaket für die Universität einsetzen. Seine «einflussreiche Position» müsse Fischer auch dafür einsetzen, dass die Studenten ihre Forderungen in direkten Gesprächen der Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP) und der Finanzdirektorin Ursula Gut (FDP) vorlegen können.

Grossdemonstration geplant

Mit einer Grossdemonstration am Freitagabend wollen die Studenten ihren Forderungen Nachdruck verleihen. Der Protestzug soll von der Uni aus durch die Zürcher Innenstadt führen.

Laut der Nachrichtenagentur AP flauen die Proteste an den Universitäten Basel und Bern ab. Die Berner Besetzer wollen die Aula nach einer Podiumsdiskussion am Mittwochabend wieder freigeben. Sie fordern sämtliche Studenten auf, aus Solidarität «etwas Gelbes» zu tragen. In Basel wurden die Forderungen der dortigen Protestierenden am Dienstagmorgen in der wöchentlichen Rektoratssitzung diskutiert. Die besetzte Aula war bereits am letzten Mittwoch geräumt worden. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 25.11.2009, 08:38 Uhr

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